Dornbirner Messe
österreichisches Messeveranstaltungs-Unternehmen
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Die Messe Dornbirn GmbH betreibt das Messequartier in Dornbirn und gehört mit einem Einzugsgebiet von rund 1,35 Millionen Menschen aus Vorarlberg und den angrenzenden Regionen zu den größten Veranstaltungszentren in der Vier-Länder-Region Bodensee.[1]
| Messe Dornbirn GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1949 |
| Sitz | Dornbirn, Österreich |
| Leitung | Nilly Nail |
| Branche | Dienstleistung |
| Website | www.messedornbirn.at |

Neben Fach- und Publikumsmessen werden die Einrichtungen des Messequartiers das ganze Jahr über für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Bälle genutzt. Zusätzlich nutzen zahlreiche Sportvereine die Hallen regelmäßig für Trainingszwecke.[1]
Geschichte
Auf Initiative des Verkehrsvereins Dornbirn (heute Dornbirn Tourismus) unter der Leitung des Sparkassendirektors Eugen Lecher wurde vom 26. Juli bis zum 6. August 1949 die „1. Export- und Musterschau Dornbirn“ veranstaltet. Ziel war, die Ausfuhr von Vorarlberger Produkten, insbesondere von Produkten der damals großen Textilindustrie, voranzutreiben. Als Ausstellungsleiter fungierte Hermann Rhomberg.[2]
Die Ausstellung fand damals in den Räumlichkeiten der verschiedenen Schulen im Zentrum von Dornbirn sowie in aufgestellten Leihzelten statt. Da die erste Ausstellung mit 541 Ausstellern (davon 509 aus Österreich) und 150.000 Besuchern aus dem In- und Ausland ein voller Erfolg war, wurde beschlossen, die Ausstellung in den folgenden Jahren zu wiederholen und eine eigene Gesellschaft, die „Export- und Mustermesse Ges.m.b.H. Dornbirn“, zu gründen.[2]
Obgleich die Neugründung der Messe Dornbirn nach dem Zweiten Weltkrieg für Stadt und Land einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich brachte, wird in der heutigen Zeit immer mehr Kritik an den Personalstrukturen dieser Zeit laut. Den Vorwürfen nach sollen die Gründer der neuen Messe Dornbirn ausschließlich wohlhabende Fabrikbesitzer gewesen sein. Diese hätten mit den Nationalsozialisten kooperiert und wären durch ihre Beteiligung an der Messe Dornbirn nach Kriegsende der Entnazifizierung entronnen. Obwohl zahlreiche Dornbirner Fabrikbesitzer Nationalsozialisten waren, lässt sich die Richtigkeit dieser Aussage heute nicht mehr vollständig nachvollziehen. In der Messe Dornbirn waren nach dem Krieg auch der ehemalige NS-Landeshauptmann Anton Plankensteiner sowie als Pressechef der Hohenemser NS-Propagandist und antisemitische Publizist Bruno Amann (1913–1963) und als Sekretärin die ehemalige Gauabteilungsleiterin der NS-Frauenschaft Natalie Beer (1903–1987) beschäftigt.
1953 wurde beim Schulzentrum die Messehalle, die heutige Stadthalle, errichtet, die neben dem Zweck als Ausstellungshalle auch als Veranstaltungssaal während des Jahres genutzt werden konnte. Im Jahr 1957 wurde mit dem „Messehochhaus“ in der Realschulstraße ein Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs errichtet.[3]
1966 wurde der Textilbereich aus der „Export- und Mustermesse“ ausgegliedert und in eine eigene Fachmesse im Herbst verlagert. Diese wurde aus wirtschaftlichen Gründen nach 2 Jahren wieder eingestellt.[3] Die „Export- und Mustermesse“ (heute Herbstmesse) blieb als nicht-fachspezifische Publikumsmesse bestehen.
Die Ausstellungsräumlichkeiten in den Schulen entsprachen bald nicht mehr den Anforderungen. So entstand am Stadtrand bei der Autobahnabfahrt Dornbirn-Süd das heutige Messegelände. 1975 wurde die erste Messe im neuen Gelände abgehalten.[2]
1976 wurde die Messegesellschaft offiziell in „Dornbirner Messe“ umbenannt.[4] Das neue Gelände ermöglichte es nun, Messen auch während des Schuljahres abzuhalten, und so wurde im Frühjahr die „Hobby- und Freizeitmesse“ (heute SCHAU!) neu installiert. Weil der traditionelle Messetermin Ende Juli / Anfang August in der beliebtesten Urlaubszeit lag und zum Teil sehr heiße Messewochen zu einem Besucherrückgang führten, wurde im Jahr 1995 beschlossen, die Hauptmesse in der ersten Septemberwoche abzuhalten. Die Messe wird seit diesem Termin als „Herbstmesse“ geführt.
Um die Jahrtausendwende wurden in Dornbirn neben der Frühjahrs- und Herbstmesse weitere Fachmessen neu ins Programm genommen. Dazu zählen unter anderem die „com:bau“, eine Baumesse, die seit 2014 stattfindet[5] und „Die Gustav“, ein Salon für Design und Genuss, der 2013 erstmalig veranstaltet wurde.[6]
2005 wurde die Herbstmesse erstmals von traditionell neun auf fünf Tage (Mittwoch bis Sonntag) verkürzt.[7] 2006 wurden das neue „Haus der Messe“ (auch „Wirtschaftszelt“ genannt) sowie das neue Verwaltungsbüro bezogen und der Produktname wurde auf „Messe Dornbirn“ geändert. Im Oktober 2013 erfolgte zudem die offizielle Firmenumbenennung in „Messe Dornbirn GmbH“.[8]
Im Jahr 2025 wurde mit Nilly Nail ein neuer Geschäftsführer berufen.[9]
Gelände und Infrastruktur

Das Messequartier der Messe Dornbirn GmbH umfasst insgesamt 15 Hallen mit einer Ausstellungsfläche von rund 34.000 m² sowie 18.000 m² Freigelände. Die Hallen sind ebenerdig und säulenfrei gebaut.[1]
Die Hallen 9–12 wurden vom Architekturbüro Marte.Marte geplant. Sie bestehen aus Holztragwerken mit großer Spannweite und werden für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt. Vor den Hallen befindet sich ein zentraler Ladehof zur Belieferung der Messehallen.[1]
Nutzung und Positionierung
Die Hallen des Messequartiers werden das ganze Jahr über für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt. Dazu zählen Fach- und Publikumsmessen, kulturelle Events wie Konzerte und Bälle sowie sportliche Veranstaltungen. Der nach eigenen Angaben größte Flohmarkt Österreichs wird jährlich Anfang Februar im Messegelände abgehalten.[10] Zusätzlich nutzen zahlreiche Sportvereine die Hallen regelmäßig für Trainingszwecke.[1]
Die Hallen und das Freigelände ermöglichen die Durchführung unterschiedlicher Veranstaltungen. Das Messequartier zählt aufgrund seines Einzugsgebiets und der Kapazitäten zu den größeren Veranstaltungszentren der Vier-Länder-Region Bodensee.[1]
Messen
Derzeit
aktuell (Stand 2025):[11]
- com:bau
- SCHAU! (ehemals Frühjahrsmesse)
- Herbstmesse
- TECH.CON
- Die Gustav
- Level Up
Standorte
Das Messegelände Dornbirn liegt direkt an der Autobahnausfahrt 18 der Rheintal/Walgau Autobahn (A14). Die Verwaltung befindet sich im neuen Haus der Messe am Messeplatz.
Das Messestadion ist eine Eis-Mehrzweck-Halle auf dem Gelände der Messe Dornbirn.
Logo
Das Logo, ein stilisierter Baum mit Birne zitiert das Wappen der Stadt Dornbirn.
