Dorotej Filip
tschechischer Bischof, Metropolit von Prag, der tschechischen Länder und der Slowakei
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Dorotej (Dorotheus) (* 20. Oktober 1913 in Nankowo, Rajon Chust; † 30. Dezember 1999 in Prag), mit bürgerlichen Namen Dimitrij Georgievič Filip, war ein orthodoxer Theologe, Priester, Bischof und Metropolit der tschechischen Länder und der Slowakei.
Leben
Dimitrij Filip wurde als Bauernsohn in der Karpatenukraine geboren, die bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zum Königreich Ungarn und danach zur Tschechoslowakei gehörte. Nach dem Schulabschluss leistete er Wehrdienst und arbeitete dann zunächst an einem Institut für Pflanzenforschung und -zucht. Parallel dazu erwarb er die Hochschulreife. 1938 entschied er sich für das geistliche Leben und trat in das Kloster St. Nikolaus in Isa ein. Im selben Jahr wurde die Karpatenukraine von der Tschechoslowakei abgetrennt und wieder von Ungarn annektiert.
Filip legte 1939 das ewige Gelübde ab, nahm den Ordensnamen Dorotej an (nach dem Heiligen Dorotheos von Tyrus) und wurde Hierodiakon. Der orthodoxe Bischof Vladimir von Mukatschewo und Prešov weihte ihn 1940 zum Priester. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam seine Heimatregion zur Sowjetunion. Dorotej studierte in dieser Zeit an einem russisch-orthodoxen Priesterseminar in Leningrad Orthodoxe Theologie und Liturgie.
Vom Moskauer Patriarchen Alexius I. empfing er am 12. Juni 1955 die Bischofsweihe. Dieses Amt übte er kurzzeitig in der Eparchie Kremenez des Moskauer Patriarchats aus. Noch im selben Jahr wurde Dorotej auf Bitten des Prager Metropoliten Jelevferij von der russisch-orthodoxen Kirche in die autokephale Orthodoxe Kirche der Tschechoslowakei entsandt. Dort wählte ihn die Eparchialversammlung am 20. August 1955 zum Bischof der Eparchie Prešov; 1963 wurde er zum Erzbischof erhoben.
Als Nachfolger des zurückgetretenen Metropoliten Ján wurde Dorotej 1964 Metropolit der Tschechoslowakei. An der Theologischen Akademie Leningrad wurde er 1968 zum Doktor der Theologie promoviert. Nach der Auflösung der Tschechoslowakei 1992 wurde sein Amt in Metropolit der tschechischen Länder und der Slowakei umbenannt. Dieses Amt übte Dorotej bis zu seinem Tod aus.[1]
Dorotej suchte die ökumenische Gemeinschaft mit den Kirchen, die im Ökumenischen Rat der Kirchen zusammengeschlossen sind. Er war seit 1960 für zwei Jahrzehnte Mitglied der Christlichen Friedenskonferenz und ließ sich in deren Arbeitsgremien wählen.[2]
Nachdem Dorotej Ende 1999 gestorben war, wurde Nikolaj im Jahre 2000 sein Nachfolger im Metropolitenamt.[3]