Dragonfly 44

Galaxie im Sternbild Haar der Berenike From Wikipedia, the free encyclopedia

Dragonfly 44 (deutsch Libelle 44) ist eine Galaxie, von der angenommen wurde, dass sie einen sehr hohen Anteil an Dunkler Materie enthalte.[4][5] Neuere Entdeckungen widerlegen diese Annahme jedoch und ordnen die Galaxie als nicht-außergewöhnlich ein.[6] Sie ist ein Beispiel für eine ultra-diffuse Galaxie im Coma-Galaxienhaufen.[7][8] Die gemessene Rotationsgeschwindigkeit legt eine Masse von einer Billion Sonnenmassen nahe, was der Masse der Milchstraße entspricht. Aber die Lichtemission der Galaxie beträgt nur ca. 1 % der Lichtemission der Milchstraße.[9]

Schnelle Fakten Galaxie, Erscheinungsbild ...
Galaxie
Dragonfly 44 (Libelle 44)
{{{Kartentext}}}
Dragonfly 44
AladinLite
Sternbild Haar der Berenike
Position
Äquinoktium: J2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension 13h 00m 58,0s [1]
Deklination +26° 58′ 35″ [1]
Erscheinungsbild
Morphologischer Typ {{{Hubble}}}
Helligkeit (visuell) 19,4 mag[1]
Helligkeit (B-Band) {{{magB}}} mag
Winkel­ausdehnung 0,17 × 0,58
Positionswinkel
Inklination °
Flächen­helligkeit  mag/arcmin²
Physikalische Daten
Zugehörigkeit Coma-Galaxienhaufen
Rotverschiebung {{{z}}}
Radial­geschwin­digkeit {{{V-Radial}}} km/s
Hubbledistanz
H0 = 73 km/(s • Mpc)
Entfernung 3.3e8 Lj  
Absolute Helligkeit (vis) [D7Jan15] −15,7 ±0,2 mag
(vis) [D1Mai15] −16,1 mag[1][2]
Masse ≈1012 M
Durchmesser 70000 Lj[3]
Metallizität [Fe/H] {{{Metallizität}}}
Geschichte
Entdeckung {{{Entdecker}}}
Entdeckungsdatum 2015
Katalogbezeichnungen
SDSS J130057.98+265839.6, SDSS J130058.17+265836.1, SDSS J130058.21+265829.3
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Die Galaxie wurde ursprünglich von Pieter van Dokkum (Yale University) und seinem Team mit dem selbstgebauten Dragonfly Telephoto Array entdeckt und daher auch der Name Dragonfly (dt. Libelle).[10][11] Dragonfly-44 (DF-44) ist dabei eines von 47 Objekten (DF-1 bis DF-47) mit geringer Oberflächenhelligkeit, die von Pieter van Dokkum und seinem Team dem Coma-Galaxienhaufen mit hoher Wahrscheinlichkeit zugeordnet wurden (Veröffentlichung Januar 2015).[2] DF-44, das größte dieser Objekte, wurde mit dem Keck-Observatorium beobachtet und die Zugehörigkeit zum Coma-Galaxienhaufen spektroskopisch nachgewiesen (Veröffentlichung Mai 2015).[1]

Nach zusätzlichen Untersuchungen mit dem Gemini-Observatorium kamen die Entdecker zu dem Schluss, dass bei DF-44 der Anteil der dunklen Materie bereits innerhalb des „hellen“ Innenbereichs[12] 98 % beträgt (Veröffentlichung August 2016). Die Masse des Innenbereichs wird auf 7e9 Sonnenmassen geschätzt; dieser Innenbereich ist von einem Halo von dunkler Materie umgeben, wobei die Gesamtmasse der Galaxie auf ≈1012 Sonnenmassen geschätzt wird, so dass der Anteil der dunklen Materie demnach über 99,9 % beträgt.[13][14] Ob es dunkle Materie gibt, ist jedoch nicht sicher geklärt.[15]

Siehe auch

Einzelnachweise

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