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Dresdner Sachsenspiegel

mittelalterliche Handschrift des Sachsenspiegels Eike von Repgows From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dresdner Sachsenspiegel (Mscr.Dresd.M.32) ist eine reich illustrierte mittelalterliche Handschrift des Sachsenspiegels Eike von Repgows. Das zwischen 1295 und 1363 im Raum Meißen entstandene Werk gehört zum Bestand der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden.

Inhalt

Die Dresdner Handschrift enthält 924 Bildstreifen auf 92 Blättern. Von den vier Bildfassungen (Heidelberg, Oldenburg, Dresden, Wolfenbüttel) enthält sie nicht nur die meisten, sondern auch die künstlerisch wertvollsten Bilder.[1]

Inhaltsverzeichnis:

Geschichte

Eike von Repgow (aus Reppichau bei Dessau), so die SLUB auf der Website, „hat das Recht der Sachsen erst in lateinischer Sprache aufgezeichnet und dann ins Deutsche übersetzt. Nur sechs Urkunden geben über sein Leben Auskunft; danach dürfte er von etwa 1180 bis 1235 gelebt haben. Erst im Laufe von etwa zwei Jahrhunderten nach seiner Entstehung erhielt der Sachsenspiegel die uns heute vertraute Form.“ Angesichts seiner intensiven Anwendung und langen Geltungsdauer (in Preußen bis 1794, in Sachsen bis 1863, in Anhalt und weiten Teilen des heutigen Thüringens bis 1900) wurde der Text mehrfach verändert. Durch den Vergleich der mehr als 470 überlieferten Handschriften sind verschiedene Entwicklungsstufen des Textes und mehrere Textklassen unterscheidbar. Die Dresdner Bilderhandschrift ihrerseits entstand zwischen 1343 und 1363 im Raum Meißen.[2]

Die Dresdner Handschrift ist in Dresden seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nachweisbar. Aufbewahrungsorte waren erst das Residenzschloss Dresden, dann der Zwinger, von 1786 bis 1945 das Japanische Palais und nach dessen Zerstörung ein ehemaliges Kasernengebäude in der nördlichen Albertstadt. 1902 war eine von Karl von Amira herausgegebene Faksimileausgabe in Schwarz-Weiß mit sechs farbigen Beilagenblättern erschienen. Diese Ausgabe blieb über Jahrzehnte die einzige Möglichkeit des Studiums. Das Original überdauerte zwar mit anderen wertvollen Stücken in einem Tiefkeller die Bombenangriffe von 13./14. Februar und 2. März 1945, eindringendes Wasser und die kriegsbedingten mangelhaften Konservierungsmaßnahmen zogen den Kodex jedoch so in Mitleidenschaft, dass er, auch für die Forschung, nicht mehr zur Verfügung stand. Die Federzeichnungen blieben erhalten, allerdings gingen die Farben großteils verloren, daran konnte auch eine langwierige Restaurierung ab 1991 nichts mehr ändern. Der heutige Aufbewahrungsort ist die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Mscr.Dresd.M.32). Ein neuerliches Faksimile erschien 2002.[1][3]

Commons: Dresdner Sachsenspiegel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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