Dry January

Gesundheitskampagne From Wikipedia, the free encyclopedia

Dry January (wörtlich „trockener Januar“) ist eine Gesundheitskampagne, die dazu aufruft, ab Neujahr für den ganzen Monat Januar auf Alkohol zu verzichten. Die Kampagne ist insbesondere in Großbritannien, Frankreich, der Schweiz und Deutschland verbreitet. Das Äquivalent aus Australien ist der Sober October (wörtlich "trockener Oktober").[1][2]

Nach dem großen Erfolg im Ursprungsland Großbritannien wurde die Kampagne zwischen den Jahren 2010 und 2020 in weiteren westlichen Ländern immer beliebter. Die Bewegung verbreitete sich vor allem über Social-Media-Kanäle und wurde von Organisationen getragen, die sich für die Krebs- und Alkoholprävention einsetzen.

2021 kam Dry January erstmals in die Schweiz[3] und wurde durch die Kampagne einer breiten Koalition von Non-Profit-Organisationen, wie dem Staatslabor, der Plattform für öffentliche Innovation, dem Blauen Kreuz und dem Groupement Romand d’Études des Addictions (GREA), gefördert.

Erstmals im Jahr 2023 wurde die Kampagne auch in Deutschland unter der Schirmherrschaft des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung vom Blauen Kreuz verbreitet[4] und von der Techniker Krankenkasse gefördert.

Auch außerhalb der Suchtpräventionsvereine gibt es zunehmend gesellschaftliche Initiaven und gastronomische Angebote. Der Bayerische Rundfunk dokumentierte allein für die Großstadt München zum Beispiel: a) den Pop-up-Store „Freyheit“ in der Münchner Innenstadt, b) „Franz von Fein“, ein Ladengeschäft für alkoholfreie Aperitifs c) den Münchner „High Sobriety Club“ – zusammengesetzt aus high society und sober „nüchtern“.[5]

Geschichte

Das originäre Aufkommen des Dry January wird auf einige Jahre vor der 2014 gestarteten offiziellen Kampagne in England geschätzt.[6] Als ein Vorläufer der Bewegung hatte die finnische Regierung bereits im Jahr 1942 als Teil ihrer Kriegsanstrengungen den „Sober January“ eingeführt.[7] Querverbindungen können möglicherweise zu Australien gesehen werden, das ab 2010 den Sober October mit Unterstützung des Macmillan Cancer Support, einer in Großbritannien ansässigen Krebshilfsorganisation, begann.[2]

Im Jahr 2020 nahmen laut der Initiantin der Kampagne, Alcohol Change UK, 4 Millionen Britinnen und Briten an dem trockenen Januar teil.[8] Während die Wirksamkeit und die gesundheitlichen Folgen der einmonatigen Abstinenz noch nicht vollständig geklärt sind, hat eine Umfrage der Universität Sussex ergeben, dass rund sechs Monate nach dem Januar 2014 von 900 Teilnehmenden 72 % noch immer schädlichen Alkoholkonsum vermeiden und 4 % noch immer gänzlich auf Alkohol verzichten.[9]

Das Statistische Bundesamt (Destatis) vermeldet als ihre aktuelle Faktenlage: „Alkoholkonsum pro Kopf in Deutschland entsprach 2022 umgerechnet 448 Gläsern Bier im Jahr“. Die Statistikbehörde vermeldet zudem, die „Preise alkoholischer Getränke im Einzelhandel lagen im Oktober 2025 in Deutschland 14 % unter dem Durchschnitt der Staaten der Europäischen Union (EU)“, die für alkoholfreie Getränke im Einzelhandel hingegen 2 % über dem Durchschnitt aller EU-Staaten. Der Alkoholkonsum im Land sei leicht rückläufig: 10 Jahre zuvor war es mit 12,1 Liter pro Kopf noch knapp ein Liter mehr.[10]

Sicht der medizinischen Wissenschaft und Institutionen

Insbesondere die Leberheilkunde macht relevante Statements über die gesundheitlichen Effekte eines durchgehaltenen Dry Januars. „Schon nach kurzer Zeit verbessern sich die Leberwerte deutlich, und die Fettansammlung in der Leber kann zurückgehen.“ Viele Teilnehmende hätten bereits nach wenigen Wochen „einen besseren Schlaf, eine gesteigerte Leistungsfähigkeit und ein insgesamt besseres Wohlbefinden“. Eine bereits eingetretene oder beginnende Fettleber bilde sich langsam zurück.[11]

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sagt, Alkohol erhöhe nicht nur das Risiko für Unfälle und Verletzungen, sondern auch für[12]:

• Herz-Kreislauf-Erkrankungen: insbesondere das Risiko für Bluthochdruck, denn Hypertonie begünstigt Herzinfarkte und Schlaganfälle.

• Krebs: Häufiger Alkoholkonsum steigert das Risiko für Krebsarten wie Darm-, Brust- und Speiseröhrenkrebs.

Literatur

Siehe auch

  • 7 Wochen Ohne, vergleichbare Aktion der deutschen evangelischen Kirchen

Einzelnachweise

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