Du meine Seele, singe
geistliches Lied von Paul Gerhardt
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Das geistliche Loblied Du meine Seele, singe wurde 1653 von Paul Gerhardt in Anlehnung an Psalm 146 gedichtet.[1] Die Melodie, mit der das Lied seit Ende des 19. Jahrhunderts gesungen wird,[2] schrieb Johann Georg Ebeling 1666 für einen anderen Text.[3] Du meine Seele, singe hatte ursprünglich zehn Strophen, die den zehn Versen des Psalms entsprechen, diese jedoch frei erweitern und auslegen.[4] Im Evangelischen Gesangbuch (Nr. 302)[5] wurden die ursprünglichen Strophen 2 und 3 weggelassen.[6] Das Lied gehört zu den beliebtesten und meistbearbeiteten Gesangbuchliedern.[7]
Text

| Liedtext (Evangelisches Gesangbuch [Strophen 2 und 3 Erstdruck]) | Psalm 146 (Luther 2017) |
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1. Du meine Seele, singe, |
Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! |
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[2. Ihr menschen / laßt euch lehren / |
Verlasset euch nicht auf Fürsten; |
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[3. Was mensch ist / muß erblassen / |
Denn des Menschen Geist muss davon, |
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2. [4.] Wohl dem, der einzig schauet |
Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, |
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3. [5.] Hier sind die starken Kräfte, |
der Himmel und Erde gemacht hat, |
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4. [6.] Hier sind die treuen Sinnen, |
der Treue hält ewiglich, |
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5. [7.] Er weiß viel tausend Weisen, |
der die Hungrigen speiset. |
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6. [8.] Er ist das Licht der Blinden, |
Der Herr macht die Blinden sehend. |
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7. [9.] Er ist der Fremden Hütte, |
Der Herr behütet die Fremdlinge |
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8. [10.] Ach ich bin viel zu wenig, |
Der Herr ist König ewiglich, |
Musik
Die heute zu dem Lied gesungenge Melodie von Johann Georg Ebeling wird in Gesangbüchern mittlerweile meist in B-Dur notiert, um Töne in sehr hoher Lage zu vermeiden. Mit ihrem Ambitus von einer Undezime (in B-Dur: b⁰–e♭²) ist die Melodie für viele Gemeinden dennoch recht anspruchsvoll. Die Melodie beginnt mit einem gebrochenen Tonika-Akkord, der vom Grundton über Terz, Quinte und Oktave bis zur Dezime aufsteigt.[3] Eine Besonderheit der Melodie besteht darin, dass sie auf den zum Zeitpunkt der Komposition der Melodie in den Orchestern üblichen Naturhörnern gespielt werden kann, wobei vergleichsweise wenige Töne gestopft werden müssen und der Anfang der Melodie, auf den heute die Worte "Du meine Seele, singe" gesungen werden, komplett offen, also ohne Stopfen gespielt wird.
Literatur
- Britta Martini: 302 – Du meine Seele, singe. In: Martin Evang, Ilsabe Seibt (Hrsg.): Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch. Band 20. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-50343-0, S. 49–55, doi:10.13109/9783666503436.49 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).