Duisburger Hafen AG

Unternehmen aus Duisburg, Eigentümer und Betreiber des Duisburger Hafens From Wikipedia, the free encyclopedia

Die 1926 gegründete Duisburger Hafen AG ist Eigentümer und Betreiber des Duisburger Hafens, der als größter Binnenhafen der Welt gilt.[3] Die Aktiengesellschaft agiert mit ihren Tochtergesellschaften als duisport-Gruppe an rund 30 Standorten. Eigentümer der Duisburger Hafen AG sind zu zwei Dritteln das Land Nordrhein-Westfalen und zu einem Drittel die Stadt Duisburg.

Schnelle Fakten
Duisburger Hafen AG (duisport)
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 30. September 1926
Sitz Duisburg, Deutschland
Leitung
  • Markus Bangen (Vorstandsvorsitzender)
  • Lars Nennhaus
  • Giordana Sperling-Doppstadt
  • Viktor Haase (Vorsitzender des Aufsichtsratspräsidiums)[1]
Mitarbeiterzahl 1400 (2024)[2]
Umsatz 298,9 Mio. Euro (2024)[2]
Branche Betrieb von Häfen, Vermietung und Verpachtung von Grundstücken und Immobilien, Logistikdienstleistungen, Ansiedlungsmanagement, Schienengüterverkehrsleistungen, Entwicklung von Hafen- und Logistikkonzepten
Website www.duisport.de
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Unternehmenszentrale am Vinckekanal in Ruhrort

Unternehmensgruppe

Die Duisburger Hafen AG bildet die Holding der duisport-Gruppe, sie veröffentlicht den Konzernabschluss. Neben ihr werden 28 Tochterunternehmen im Konzernabschluss vollkonsolidiert, zwei weitere Unternehmen werden per Quotenkonsolidierung einbezogen (Stand 2024).[2] Die Gruppe ist an rund 30 Standorten vertreten.[4]

Eigentümer

An der Gesellschaft sind die Beteiligungsverwaltungsgesellschaft des Landes Nordrhein-Westfalen mbH mit einem Anteil von zwei Dritteln und die Stadt Duisburg mit einem Anteil von einem Drittel beteiligt.[2]

Geschäftsbereiche und weitere Dienste

Die Gruppe gliedert ihre Aktivitäten in drei Bereiche:[2]

  • Infra- und Suprastruktur: Dieser Geschäftsbereich ist für die Verpachtung von Gewerbe- und Industrieflächen sowie für die Vermietung von Hallenflächen und weiteren Suprastruktureinrichtungen zuständig.
  • Logistische Dienstleistungen: Hier geht es um die möglichst wirtschaftliche und wirkungsvolle Verknüpfung der Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser.
  • Industrielogistik: Dieser Geschäftsbereich übernimmt für Industriekunden die komplette Logistik rund um ihre Maschinen und Anlagen: von Industrie- und Exportverpackungen über Transport- und Projektabwicklung bis hin zur Werkslogistik und Ersatzteillägern.

Darüber hinaus erbringt die Gruppe Schienengüterverkehrsleistungen. Hierzu zählen ein Schienennetz von rund 200 km im Hafengebiet von Duisburg, regionale Bahnshuttledienste sowie deutschlandweite und internationale Eisenbahnverkehre (→ Duisport Rail).

Logport-Konzept

Die Duisburger Hafen AG hat das sogenannte Logport-Konzept entwickelt und umgesetzt. Dabei geht es um die systematische Umwandlung stillgelegter Industriebrachen sowie von Hafenanlagen für Massen- und Stückgut in multimodale Logistikzentren im Raum Duisburg und darüber hinaus. Erstmals wurde es nach der Schließung des Krupp-Stahlwerks in Duisburg-Rheinhausen (1993) angewandt. 1998 begann die Sanierung der Fläche und der Bau eines Logistikzentrums mit Anbindung an Binnenschiff, Eisenbahn und Straße. Die fortlaufende Weiterentwicklung von logport I bis logport VI machte den Duisburger Hafen zu einer bedeutenden europäischen Logistikdrehscheibe. Diese Entwicklung gilt als Beispiel für die Transformation von der Montanindustrie zur zeitgenössischen Logistikwirtschaft.[5][6] Seit 2014 sind Logports auch außerhalb der Stadtgrenzen von Duisburg in Betrieb.

Weitere Informationen Logport, Lage (Ort/Bezirk) ...
Logport-Standorte der duisport-Gruppe[7]
Logport Lage (Ort/Bezirk) Anbindung Fläche (ha) Inbetriebnahme
I Duisburg-Rheinhausen trimodal (Schiff/Schiene/Straße) ca. 265 1998
II Duisburg-Wanheim trimodal ca. 35 2006
III Hohenbudberg bimodal (Schiene/Straße) ca. 15 2013
IV Kamp-Lintfort bimodal (Schiene/Straße) ca. 30 2014
V Oberhausen bimodal (Schiene/Straße) ca. 25 2021
VI Duisburg-Walsum trimodal ca. 40 2022
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Zahlen

Pro Jahr werden rund 20.000 Schiffe und 25.000 Züge abgefertigt. Pro Woche werden mehr als 400 Zugverbindungen des kombinierten Verkehrs bedient, sie erreichen rund 100 nationale und internationale Ziele. Im Duisburger Hafen sind zirka 300 Unternehmen angesiedelt.[8] 2026 waren rund 52.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Duisburger Hafen abhängig.[9] Seit Ende der 1990er Jahre ist die Zahl der Beschäftigungsverhältnisse im Hafengebiet um 150 Prozent gewachsen.[10]

Soziales Engagement und Nachhaltigkeit

Die Unternehmensgruppe setzt sich im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements insbesondere für Bildungsinitiativen und Förderprojekte für Kinder und Jugendliche im Rhein-Ruhr-Gebiet[11][12] sowie für regionale Kultur-[13][14] und Sportangebote bzw. -veranstaltungen[15] ein.

Die Duisburger Hafen AG richtet sich auch an Nachhaltigkeitszielen aus. Im Rahmen von Forschungsprojekten arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik an einem Konzept für eine energieeffiziente und emissionsarme Energieversorgung des Duisburger Binnenhafens, das erneuerbare Energien, Sektorenkopplung und Photovoltaik in den Hafenbetrieb integriert.[16][17] Am Duisburg Gateway Terminal, das im Herbst 2024 eröffnet wurde, wird dieses Konzept erprobt, indem Krananlagen, die Terminalbeleuchtung, Gebäude und die Ladeinfrastruktur über ein lokales Energienetz aus wasserstoffbetriebenen Blockheizkraftwerken, Brennstoffzellen, Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern treibhausgasneutral mit Strom und Wärme versorgt werden.[18][19] Die im Zuge dieser Projekte ausgebauten Landstromanlagen ermöglichen es Binnenschiffen, im Hafen aus erneuerbaren Quellen erzeugten Strom zu beziehen.[18] Darüber hinaus beteiligt sich das Unternehmen an Wasserstoffinitiativen, um den Duisburger Hafen als Knotenpunkt einer Wasserstoffinfrastruktur zu etablieren und damit später Binnenschiffe, Rangierloks und Lkw mit Wasserstoff zu betreiben.[20]

Geschichte

Die heutige Duisburger Hafen AG wurde 1926 als Duisburg-Ruhrorter Häfen Aktiengesellschaft gegründet.[21] Dieser Zusammenschluss der vormals getrennten Hafengesellschaften der Städte Duisburg und Ruhrort fand ein Jahr vor dem Zusammenschluss beider Städte (1927) statt. Eigentümer der neuen Gesellschaft waren die Stadt Duisburg (ein Drittel) und der Staat Preußen.[22] Als Startschuss für die Hafengeschichte gilt ein Beschluss, den der Magistrat von Ruhrort am 16. September 1716 fasste. Unmittelbar danach begann der Ausbau eines ersten gesicherten Hafenbeckens mit dem Ziel, die zunehmende Zahl von Kohleschiffen aus den Zechen des märkischen Bergbaugebietes hier zu be-, ent- und umzuladen.[23] In den 1920er Jahren war der Duisburger Hafen zentraler Güterumschlagplatz insbesondere für die Montanindustrie an Rhein und Ruhr.[24] Im Zweiten Weltkrieg setzte auch die Betreibergesellschaft des Duisburger Hafens Zwangsarbeiter ein. Sie unterhielt ab Ende 1942 ein eigenes Lager. Dessen Insassen kamen aus den Niederlanden, aus Frankreich und aus der Sowjetunion.[25] Luftangriffe der Alliierten zerstörten die Hafenanlagen, Landtransportmittel und Schiffe weitgehend.[26]

Die britische Militärverwaltung übertrug im Februar 1947 den preußischen Anteil an der Duisburg-Ruhrorter Häfen Aktiengesellschaft treuhänderisch an das Land Nordrhein-Westfalen. Mit der Gründung der Bundesrepublik ging dieses Eigentum an den Bund. 1961 überließ der Bund die Hälfte seines Anteils dem Land Nordrhein-Westfalen.[26] In den Nachkriegsjahren erlebte der Hafen einen Neubeginn; nach der Währungsreform 1948 begann ein langanhaltendes Wirtschaftswunder in Deutschland. Die wichtigsten Umschlaggüter waren zunächst Erz und Kohle. Wegen der Kohlekrise und der Stahlkrise gingen deren Transportmengen später zurück. Die Transportmengen von Massengütern wie Mineralöl, Eisen, Stahl, Kies, Sand, Schrott und Getreide stiegen.[27]

In den 1980er Jahren begann die Hafengesellschaft den Bau der ersten Containerterminals. Das DeCeTe Duisburger Container-Terminal wurde fertiggestellt,[24] ebenso das Rhein-Ruhr-Terminal (RRT)[28] und die erste Roll-on-Roll-off-Anlage[24].

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, der Auflösung des Ostblocks und dem Zerfall der Sowjetunion wuchs das Einzugsgebiet einiger großer deutscher Häfen. Im November 1990 wurde der Duisburger Freihafen in Betrieb genommen.[29] Die Duisburger Hafengesellschaft intensivierte den kombinierten Verkehr, 1992 ging der entsprechende Bahnhof in Betrieb,[24] um die Kapazität für Warenumschlag zwischen Schiffen auf Güterwaggons zu erhöhen. Der Hafen wurde damit trimodaler.[30] Der Freihafen verlor durch die Einführung des EU-Binnenmarkts (1993) seine Funktion.[31]

Hafengebiet in Duisburg (2025)

Seit 2000 firmiert die Hafengesellschaft als Duisburger Hafen AG.[32] Sämtliche Aktivitäten der Gruppe finden seither unter der Dachmarke duisport statt.[33] Als Teil der Initiative Deutschland – Land der Ideen ehrte Bundespräsident Horst Köhler logport I als Ausgewählten Ort 2007.[34] Im Kontext der Neuen Seidenstraße fuhr 2011 der erste Zug aus Chongqing in China nach Duisburg. Drei Jahre später wurde die erste direkte und dauerhafte Bahnverbindung zwischen Deutschland und China etabliert. Güterzüge fahren seither regelmäßig zwischen der Volksrepublik China und Duisburg.[35] 2013 erwarb Nordrhein-Westfalen die Anteile des Bundes an der Duisburger Hafen AG.[36] Seither hält das Land zwei Drittel aller Anteile. 2016 feierte der Duisburger Hafen sein 300-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums entstand das „Echo des Poseidon“. Die vom Künstler Markus Lüpertz erschaffene 5 Meter hohe Bronzeplastik steht auf einem 5 Meter hohen Sockel auf der Mercatorinsel in Sichtweite der Friedrich-Ebert-Brücke.[37] 2017 begann die Zusammenarbeit der Duisburger Hafen AG mit der Hafenbehörde in Triest, seit 2020 besitzt die Duisburger Hafen AG einen 15-prozentigen Anteil am dortigen Güterverkehrszentrum.[38] Im türkischen Kartepe nahm Ende 2025 ein intermodales Terminal seinen Betrieb auf;[39] die Grundlage dafür ist ein zehn Jahre zuvor gegründetes Joint Venture mit der türkischen Arkas Holding.[40]

Commons: Duisburger Hafen AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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