Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio

Musikalbum von Abdullah Ibrahim From Wikipedia, the free encyclopedia

Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio ist ein Musikalbum von Abdullah Ibrahim. Die am 23. Februar 1963 in Paris entstandenen Aufnahmen erschienen 1964 erstmals in Frankreich als Langspielplatte auf Reprise Records im Vertrieb von Disques Vogue. 1997 wurde das Album in den USA als Compact Disc wiederveröffentlicht.

Veröffent-
lichung

1964

Format(e)

LP, CD, Download

Schnelle Fakten Studioalbum von Abdullah Ibrahim, Veröffent-lichung ...
Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio
Studioalbum von Abdullah Ibrahim

Veröffent-
lichung

1964

Aufnahme

23. Februar 1963

Label(s)

Reprise Records

Format(e)

LP, CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

6

Länge

32:52

Besetzung

Studio(s)

Paris

Chronologie
Dollar Brand Plays Sphere Jazz
(1962)
Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio Anatomy of a South African Village
(1965)
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Hintergrund

Obwohl das südafrikanische All-Star-Sextett Jazz Epistles (dem Dollar Brand seit 1959 angehörte) nie explizit politische Musik darbot, brachten die 1960er-Jahre brutale Repression (darunter das Massaker von Sharpeville 1960); und das Apartheidregime setzte schwarze Künstler Südafrikas verstärkt unter Beobachtung. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Rhythmusgruppe der Jazz Epistles, Johnny Gertze und Makaya Ntshoko, migrierte 1962 Dollar Brand (der sich später Abdullah Ibrahim nannte) nach Europa. Sie traten längere Zeit in Zürich auf. Dort überzeugte seine zukünftige Frau Sathima Bea Benjamin Duke Ellington, Dollar Brand mit seinem Trio spielen zu sehen. Davon beeindruckt, arrangierte Ellington eine Aufnahmesession für Reprise Records in Paris.[1] Begleitet wurde der Pianist von dem Bassisten Johnny Gertze und dem Schlagzeuger Makaya Ntshoko, mit denen er bereits seit 1958 (zunächst im Quartett) arbeitete. Das Trio spielte neben fünf Eigenkompositionen Dollar Brands auch „Brilliant Corners“ von Thelonious Monk, das Titelstück von Monks gleichnamigen Album von 1957.

Titelliste

  • Dollar Brand/Abdullah Ibrahim Trio: Duke Ellington Presents the Dollar Brand Trio (Reprise Records RV 6027)[2]
  1. Dollar’s Dance 5:05
  2. Kippi 4:00
  3. Brilliant Corners (Thelonious Monk) 6:46
  4. Jumping Rope 4:04
  5. Ubu Suku 7:57
  6. The Stride 5:00

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Dollar Brand/Abdullah Ibrahim.

Der Titel „Kippie“, der Kippie Moeketsi porträtiert, ist auf dem Album falsch geschrieben.

Rezeption

Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic drei Sterne und schrieb, Pianist Abdullah Ibrahim (damals noch unter dem Namen Dollar Brand bekannt) sei 1963 neu in Europa gewesen, nachdem er kurz zuvor seine Heimat Südafrika verlassen hatte. Brand, der zu dieser Zeit stark von Thelonious Monk und (in geringerem Maße) von Ellington beeinflusst war, präsentiere fünf Eigenkompositionen sowie Monks „Brilliant Corners“. Obwohl sein Stil noch nicht so unverwechselbar war wie später, sei dies ein durchweg anregendes, experimentelles und empfehlenswertes, wenn auch mit 33 Minuten recht kurzes Programm.[3]

Das aus dem Kontakt mit Ellington entstandene Album sei ein Juwel und zeige Ibrahims rasant wachsendes Können, meint Ammar Kalia (The Guardian). Stücke wie „Dollar’s Dance“ würden von seinem Gospel-Einfluss in der mitreißenden Phrasierung zeugen, doch erst „Jumping Rope“ demonstriere seine Virtuosität, indem es die melodischen Thelonious-Monk-Anklänge zu modernen, feurigen Ausbrüchen steigere. „Ein fragmentarisches Vergnügen auf einem Album, das von einer breiteren Veröffentlichung in den 1990er Jahren profitierte“.[1]

Obwohl es das Zureden von Dollar Brands Frau brauchte, um Duke Ellington dazu zu bewegen, ihn in der Schweiz spielen zu hören, werde sofort deutlich, was der Jazz-Gigant in dem jungen, aufstrebenden Exilanten sah, meint Michael J. West in JazzTimes. „The Stride“, der letzte Titel von Brands Debütalbum würde alle Merkmale des frühen Sounds des Pianisten enthalten. Seine Einflüsse von Ellington, Monk und Gospel seien unverkennbar, ebenso wie seine einprägsamen, aber geheimnisvollen Melodien und seine perkussive Kraft. Auch Brands Originalität komme schnell zum Vorschein: Nach etwa 90 Sekunden folgt ein freies, klapperndes Geklirr, in dem die Monk- und Gospel-Einflüsse zu etwas zwischen Kontrapunkt und sorgfältig choreografierter Synergie zerfallen – dank derselben Rhythmusgruppe wie bei den Epistles: Brand, Gertze und Ntshoko. Dann, in der Reprise, würden diese Polyrhythmen zurückkehren, „raffiniert, aber auch wie ein Dolchstoß in die Rippen“.[4]

Einzelnachweise

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