Dunkelschnabelkuckuck

Art der Gattung Coccyzus From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dunkelschnabelkuckuck (Coccyzus melacoryphus) ist eine Vogelart aus der Familie der Kuckucke (Cuculidae), die von Kolumbien, über Ecuador, Peru, Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Brasilien, Bolivien, Paraguay, Argentinien bis Uruguay vorkommt. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.[1]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Dunkelschnabelkuckuck

Dunkelschnabelkuckuck (Coccyzus melacoryphus)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Kuckucksvögel (Cuculiformes)
Familie: Kuckucke (Cuculidae)
Gattung: Coccyzus
Art: Dunkelschnabelkuckuck
Wissenschaftlicher Name
Coccyzus melacoryphus
Vieillot, 1817
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Merkmale

Der Dunkelschnabelkuckuck erreicht eine Körperlänge von ca. 25,0 bis 28,3 cm bei einem Gewicht der Männchen von ca. 45,6 und der Weibchen von ca. 54,2 g. Er hat einen langen, schlanken Körperbau, der typisch für die Gattung Coccyzus ist. Der Oberkopf und der Nacken sind grau. Die Oberseite ist gräulich braun, Flügel dunkler als der Rücken. Eine breite schwarze Maske verläuft seitlich am Kopf, die vom Schnabelansatz bis über das Auge hinaus reicht. Die Unterseite ist blass braungelb, wobei die Brust am dunkelsten ist. Sie Brustseiten und Flanken sind grau. Die Schwungfedern weisen keine rotbraune Färbung auf. Der Schwanz ist lang und gestuft. Die Oberseite der Steuerfedern ist braun. Das mittlere Federpaar der Unterseite der Steuerfedern sind braun mit schwarzen Spitzen, das nächste Paar schwärzlich mit engen weißen Spitzen und die restlichen Steuerfedern schwarz mit breiten weißen Spitzen. Die Iris ist dunkelbraun bis schwarz. Ein schmaler unbehaarter Augenring ist zitronengelb, olivgelb oder grau. Der Schnabel ist schwarz, die Füße und Krallen bleigrau, schiefergrau, olivgrün bis schwarz. Jungtiere ähneln erwachsenen Vögeln sind aber matter gefärbt. Der Oberkopf und der Nacken sind braun. Die Flügel sind manchmal rotbraun. Die Deckfedern haben undeutliche hellbraune Spitzen. Die Steuerfedern sind schmal spitz zulaufend und mit undeutlichen grauen Spitzen.[2]

Lautäußerungen

Der Gesang des Dunkelschnabelkucks wird als sechs bis acht resonante, summende kasu-Töne oder bauchrednerisches ga-ga-ga-go-go beschrieben. Außerdem gibt es noch Laute von sich, die aus einer absteigenden Serie kehliger Töne besteht. Der Ruf klingt wie ein trockenes Summen, das als dddddrr beschrieben werden kann. Aus Brasilien wird berichtet, dass er auch nachts ruft.[2]

Fortpflanzung

Der Dunkelschnabelkuckuck brütet in Kolumbien im Oktober, in Argentinien von Oktober bis Dezember. Auf den Galapagosinseln fällt der Beginn der Brutsaison mit dem Beginn der Regenzeit zusammen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kuckucken (Cuculidae) sind Kuckucke der Gattung Coccyzus keine Brutparasiten. Sein Nest ist eine flache Plattform aus Zweigen, die in Bäumen und Sträuchern gebaut wird und einem Taubennest ähnelt. Ein Gelege besteht in den meisten Verbreitungsgebieten aus zwei bis drei Eiern. Eine Ausnahme scheint Argentinien zu sein, wo ein Gelege aus drei bis vier, selten sogar aus fünf Eiern bestehen kann. Die Eier sind 28,7 bis 30 mm × 21,5 bis 23 mm groß. Die Brutzeit ist relativ kurz, die Küken schlüpfen asynchron und deren Größe variiert. Von den Galapagosinseln wird berichtet, dass die Küken schnell wachsen und sich in der Vegetation fortbewegen, bevor sie fliegen können. Die Jungvögel ähneln im Aussehen und Verhalten dem Gelbschnabelkuckuck (Coccyzus americanus) oder dem Schwarzschnabelkuckuck (Coccyzus erythropthalmus). Allerdings erzeugen die Küken des Dunkelschnabelkuckucks kein summendes Geräusch wie die Küken der beiden anderen Arten.[2]

Verhalten und Ernährung

Der Dunkelschnabelkuckuck sitzt meist in den mittleren Straten in Bäumen oder Sträuchern, kommt aber gelegentlich auch ins Freie. Er ist oft ruhig und unauffällig. Außerdem sonnt er sich gerne und nimmt gelegentlich ein Staubbad. Er gilt als Einzelgänger. Seine Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten, vorwiegend aus Raupen, aber auch aus Heuschrecken, Stabheuschrecken, Käfern und Ameisen. Auf den Galapagosinseln sollen Schwärmer zur Nahrung gehören.[2]

Verbreitung und Lebensraum

Verbreitungsgebiet des Rotschwanz-Glanzvogels (grün)

Der Dunkelschnabelkuckuck kommt in tropischen Laubwäldern, Galeriewäldern, Wäldern mit Flussufern, an Waldrändern, in Mangroven und hohem Sekundärwald vor.[2]

Etymologie und Forschungsgeschichte

Die Erstbeschreibung des Dunkelschnabelkuckucks erfolgte 1817 durch Louis Pierre Vieillot unter dem wissenschaftlichen Namen Coccyzus melacoryphus. Dabei bezog er sich auf Cuclillo del coucou[3] von Félix de Azara. Als Verbreitungsgebiet gab er Paraguay an.[4] 1816 führte Vieillot die neue Gattung Coccyzus für den Gelbschnabelkuckuck (entspricht dem Coucou de la Caroline von Brisson) ein.[5] Dieser Name leitet sich von πυρρος, πυρ, πυρος Coccyzus, coccuzō, deutsch Schreier, Kräher, schreien, krähen ab.[6] Der Artname melacoryphus hat seinen Ursprung in μελας, μελαινα melas, melaina, deutsch schwarz und μελας coryphē, deutsch Krone.[7] Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay vier Bälge, gesammelt von Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973) und Hans Krieg (1888–1970) in San Luis de la Sierra, Centurion und der Estancia Estrella im Departamento Concepción im Bergland des Río Apa sowie aus Nueva Germania, zur Verfügung. Laubmann sah in Coccyzus melacoryphus die Art für Paraguay. In der Literatur betrachtete er in einem von Richard Otto Rohde (1855–1912) gesammelten Exemplar aus Lambaré[8], das durch Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch beschrieben wurde, in Fortin Nueve[9] durch John Graham Kerr, in Sapucai[10] durch Charles Chubb, in Monte Sociedad[11] durch Arnaldo de Winkelried Bertoni und in Asunción sowie in Trinidad[12] durch Elsie Naumburg Nachweise für das Land.[13]

Literatur

  • Félix de Azara: Apuntamientos para la historia natural de los páxaros del Paragüay y Rio de la Plata. Band 2. Impr. de la viuda de Ibarra, Madrid 1805, S. 365–367 (biodiversitylibrary.org).
  • Hans Hermann Carl Ludwig von Berlepsch: Systematisches Verzeichniss der von Herrn Ricardo Rohde in Paraguay gesammelten Vögel. In: Journal für Ornithologie (= 4. Band 15). Nr. 177, 1887, S. 1–37 (biodiversitylibrary.org).
  • Arnaldo de Winkelried Bertoni: Sobre ornitología del Chaco Paraguayo. Aves colectadas por Félix Posner en la Colonia „Monte Sociedad“, hoy Benjamin Aceval (Villa Hayes). In: Revista de la Sociedad Científica del Paraguay. Band 2, Nr. 6, 1930, S. 241–258.
  • Charles Chubb: On the Birds of Paraguay Part II. In: The Ibis (= 9. Band 4). Nr. 13, 1910, S. 263285 (biodiversitylibrary.org).
  • Adam Damon: Dark-billed Cuckoo (Coccyzus melacoryphus) in Birds of the World. Hrsg.: Thomas Scott Schulenberg. Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY 2020, doi:10.2173/bow.dabcuc1.01.
  • John Graham Kerr: On the Avifauna of the Lower Pilcomayo. In: The Ibis (= 6. Band 4). Nr. 13, 1892, S. 120152 (biodiversitylibrary.org).
  • Alfred Laubmann: Die Vögel von Paraguay. Band 1. Strecker und Schröder, Stuttgart 1939, S. 189–190 (google.de).
  • Elsie Margaret Binger Naumburg: The birds of Matto Grosso, Brazil. A report on the birds secured by the Roosevelt-Rondon Expedition. In: Bulletin of the American Museum of Natural History. Band 60, 1930, S. i-vii, 1432 (amnh.org).
  • Louis Pierre Vieillot: Analyse d'une nouvelle ornithologie élémentaire. Deterville, Paris 1816 (bnf.fr).
  • Louis Pierre Vieillot: Nouveau dictionnaire d'histoire naturelle, appliquée aux arts, à l'agriculture, à l'économie rurale et domestique, à la médecine, etc. Par une société de naturalistes et d'agriculteurs. Band 18. Deterville, Paris 1817, S. 271–272 (biodiversitylibrary.org).

Einzelbelege

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