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Dunkler Erdrauch

Art der Gattung Erdrauch (Fumaria) From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Dunkle Erdrauch (Fumaria schleicheri), auch Schleichers-Erdrauch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Erdrauch (Fumaria) in der Unterfamilie der Erdrauchgewächse (Fumarioideae) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Sie ist von Zentralasien bis nach Mittel- und Südeuropa verbreitet.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Dunkler Erdrauch

Dunkler Erdrauch (Fumaria schleicheri)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Erdrauchgewächse (Fumarioideae)
Gattung: Erdrauch (Fumaria)
Art: Dunkler Erdrauch
Wissenschaftlicher Name
Fumaria schleicheri
Soy.-Will.
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Beschreibung

Dunkler Erdrauch bei Ardez
Habitus, Laubblätter und Blütenstände mit Blüten sowie jungen Früchten

Vegetative Merkmale

Der Dunkle Erdrauch wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 30 Zentimetern.

Die hellgrünen, schwach bereiften Laubblätter sind doppelt gefiedert. Die linealischen oder eiförmig-länglichen Blattzipfel sind drei- bis fünfmal so lang wie breit.

Generative Merkmale

Der Dunkle Erdrauch blüht vorwiegend in den Monaten Juni bis September. Der Blütenstand enthält acht bis zwanzig Blüten. Die etwa 1 Millimeter langen Tragblätter sind ungefähr 1/3 so lang wie die 3 bis 4 Millimeter langen, aufrecht abstehenden Fruchtstiele.

Die zygomorphen Blüten sind 5 bis 6 Millimeter lang. Die Blütenhüllblätter sind dunkel-rosafarben mit einer deutlich dunkelpurpurnen Spitze. Die Kelchblätter sind bei einer Länge von bis zu 1 Millimetern rundlich-eiförmig.

Die kugelige Frucht besitzt einen Durchmesser von 1,5 bis 2 Millimeter und ist etwa halb so lang wie der Fruchtstiel. Die Frucht ist mit einem kurzen, bleibenden Spitzchen versehen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.[1]

Vorkommen und Gefährdung

Fumaria schleicheri ist ein osteuropäisch-westasiatisches Florenelement. Seine Verbreitung reicht von Zentralasien und dem Iran im Osten bis nach Mittel- und Südeuropa. Er kommt in Mitteleuropa selten vor. In Deutschland ist der Dunkle Erdrauch selten und vor allem im mittleren Gebiet zu finden. Er gilt nach der Roten Liste als gefährdet.[2] In Deutschland kommt er selten vor in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im südlichen Nordrhein-Westfalen.[3] In Österreich und der Schweiz ist der Dunkle Erdrauch selten und gefährdet. In Der Schweiz kommt er hauptsächlich in Graubünden, im Wallis und im Kanton Schaffhausen vor.[4] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).[4]

Der Dunkle Erdrauch wächst in Ackerunkrautgesellschaften, an Weinbergmauern, an Wegen und auf Ödflächen. Er gedeiht am besten auf warmen, trockenen und meist kalkreichen Lehm- und Steinböden. Er wächst in Mitteleuropa in Pflanzengesellschaften der Verbände Alliarion und Fumario-Euphorbion.[5] Er steigt in den Alpen bis einer Höhenlage von 2125 Metern auf.[6]

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Fumaria schleicheri erfolgte durch den französischen Bibliothekar und Botaniker Hubert Félix Soyer-Willemet (1791–1867) in Observations sur quelques plantes de France, ... Seite 17. Das Artepitheton schleicheri ehrt den Schweizer Pflanzensammler Johann Christoph Schleicher (1768–1834).

Je nach Autor gibt es etwa zwei Unterarten:

  • Fumaria schleicheri Soy.-Will. subsp. schleicheri
  • Fumaria schleicheri subsp. microcarpa (Hausskn.) Lidén: Kommt in Südrussland, im Kaukasusraum und in der Türkei vor. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 32.[7]

Der Dunkle Erdrauch (Fumaria schleicheri) ist eng mit dem in Mitteleuropa meist häufig vorkommenden Gewöhnlichen Erdrauch (Fumaria officinalis) verwandt.

Literatur

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