Dunoon Castle
Burg in Schottland
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Dunoon Castle ist eine Burgruine auf der Halbinsel Cowal in der schottischen Council Area Argyll and Bute. Die Burg stand auf einem kegelförmigen Hügel von etwa 24 Metern Höhe, einem Vulkankegel. Von der Burg ist nur wenig bis heute erhalten.

Die Überreste der Burg und deren Umgebung gelten als Scheduled Monument.[1]
Im 14. Jahrhundert war die Burg eine königliche Residenz, im 17. Jahrhundert war sie bereits zu einer Ruine verfallen.[2]
Geschichte
Erste urkundliche Aufzeichnungen über die Burg stammen aus dem 13. Jahrhundert.[3] 1333 wurde Dunoon Castle von den Truppen Edward Balliols belagert und eingenommen, der es an König Eduard III. von England aufgab. Robert the Steward, später König Robert I. von Schottland, eroberte mit Hilfe von Colin Campbell von Lochow die Burg zurück.[4]

Ab dem 15. Jahrhundert war Dunoon Castle eine königliche Burg, deren erbliche Statthalter vom Clan Campbell waren.[3] 1544 wurde Dunoon Castle von Matthew Stewart, 4. Earl of Lennox, belagert. Nachdem ihm 18 Schiffe und 800 Soldaten von König Heinrich VIII. zur Verfügung standen, konnte er die Burgen Dunoon Castle und Rothesay Castle einnehmen. Archibald Campbell, 4. Earl of Argyll, wurde daraus vertrieben und erlitt große Verluste.[4]
1563 weilte Maria Stuart auf der Burg, als sie ihre Halbschwester, Lady Jane Stewart, Countess of Argyll, besuchte und verschiedene Chartas während ihres Besuches unterzeichnete.[4]
1646 fand das Massaker von Dunoon statt, bei dem die Campbells Männer, Frauen, Kinder und sogar Babys des Clan Lamont abschlachteten. Nach der Restauration des schottischen Episkopats und König Karls II. von England wurde Dunoon Castle eine Zeit lang Residenz des Bischofs von Argyll.[4] Während der Rebellion des Earl of Argyll gegen König Jakob VII. 1685 wurde die Burg zerstört.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden militärische Befestigungen zur Verteidigung des Clyde und der dortigen Werftindustrie auf Dunoon Castle installiert.[5]
Beschreibung des Bauwerkes
Hoch über dem Firth of Clyde erhebt sich der felsige Hügel von Dunoon Castle, dessen Reste heute kaum mehr als steinerne Fragmente sind – doch sie erzählen noch immer viel über die einstige Gestalt der Burg. Die Anlage lag auf einem natürlichen, teilweise künstlich abgearbeiteten Felsplateau, das im Nordwesten von einem Graben geschützt war.[6] Auf dem Gipfel verlief eine Ringmauer, die eine länglich-rechteckige Fläche von etwa 26 mal 18 Metern umschloss. Von ihr haben sich einzelne Mauerzüge erhalten, die einst die Umwehrung und den Innenhof der Burg bildeten. Besonders aufschlussreich ist die Zugangspassage an der Südwestseite: ein rund 1,7 Meter breiter Torweg, dessen Außenwand fast neun Meter lang und über zwei Meter hoch erhalten blieb. Die Innenwand ragt sogar vier Meter auf – sie vermittelt einen Eindruck von der massiven Bauweise, mit der die steinerne Festung befestigt war.
Das Baumaterial bestand aus lokalem Bruchstein, roh behauen und in kräftigen Mörtellagen gesetzt – typisch für den Burgenbau des 13. Jahrhunderts, in dem Dunoon als königlicher Stützpunkt erstmals belegt ist. Heute durchziehen Reste von Betonfundamenten und Backsteinmauern den Hügel: Zeugnisse der militärischen Nutzung im 20. Jahrhundert, die Teile der mittelalterlichen Substanz überlagern. Dennoch sind im Gelände die Grundlinien der mittelalterlichen Architektur noch spürbar – der sanft ansteigende Burgweg, die Terrasse des Hofes, der Blick hinab auf Hafen und Küste. Neuere Untersuchungen der Castle Studies Trust bestätigen unterirdische Strukturen unter der Grasdecke, die auf weitere Mauerzüge und Nebengebäude hinweisen.[7]
So erscheint Dunoon Castle heute als verwitterte, aber eindrucksvolle Felsspitzenburg, deren erhaltene Mauern und Torreste das Bild eines kompakten, funktionalen Wehrbaus über dem Meer wachrufen – ein Monument der frühen schottischen Burgenarchitektur, das noch in Trümmern die Macht und Bedeutung seines Ortes erkennen lässt.