Durchwachsenblättriger Bitterling
Art der Gattung Bitterenziane (Blackstonia)
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Der Durchwachsenblättrige Bitterling (Blackstonia perfoliata) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Bitterenziane (Blackstonia) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).
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Durchwachsenblättriger Bitterling (Blackstonia perfoliata) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Blackstonia perfoliata | ||||||||||||
| (L.) Huds. |
Beschreibung



Vegetative Merkmale
Der Durchwachsenblättrige Bitterling ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 60 Zentimetern erreicht. Die aufrechte, kahle Pflanze wächst einfach oder ist im Blütenstand verzweigt.
Die stumpfen, eiförmigen Grundblätter bilden eine Rosette. Die gegenständig angeordneten und miteinander verwachsenen Stängelblätter sind eiförmig-dreieckig mit spitzem oder zugespitztem oberem Ende. Die oberen Stängelblätter sind an der Basis kaum verschmälert.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis September.
Die zwittrigen Blüten sind dreizählig. Der Kelch ist tief in lineale, einnervige Abschnitte zerteilt. Die gelbe Krone ist 8 bis 15 Millimeter lang und besitzt eine kurze Röhre mit sechs bis acht ausgebreiteten Kronzipfeln.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40[1]; bei der Unterart Blackstonia perfoliata subsp. intermedia beträgt die Chromosomenzahl 2n = 20.[2]
Vorkommen
Der Durchwachsenblättrige Bitterling ist in West-, Mitteleuropa, dem Mittelmeerraum und Südwestasien bis zum Irak verbreitet.
Standorte dieser wärmeliebenden Art sind meist lückige Halbtrockenrasen, Wälder, Macchien und Wegränder. Sie kommt in Mitteleuropa vor allem im Mesobrometum mit Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea) oder Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) vor; seltener auch im Erythraeo-Blackstonietum aus dem Verband Nanocyperion.[1]
Systematik
Die Erstveröffentlichung erfolgt 1753 unter dem Namen (Basionym) Gentiana perfoliata durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 232. Das Artepitheton perfoliata in der Bedeutung von „durchwachsenblättrig“ hatte Linné aus Caspar Bauhins Pinax übernommen. Die Neukombination zu Blackstonia perfoliata (L.) Huds. wurde 1762 durch William Hudson in Flora Anglica, Seite 146 veröffentlicht.
Je nach Autor gibt es mehrere Unterarten:[3]
- Blackstonia perfoliata (L.) Huds. subsp. perfoliata: Sie kommt in Nordafrika, in West-, Mittel-, Süd- und Osteuropa sowie in Vorderasien bis zum Irak vor.[3] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz für diese Unterart: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 1 (sehr nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.[4]
- Blackstonia perfoliata subsp. grandiflora (Viv.) Maire: Sie kommt in Marokko, Algerien, Tunesien, Spanien, Sardinien, Korsika und Sizilien vor.[3]
- Blackstonia perfoliata subsp. imperfoliata (L. f.) Franco & Rocha Afonso: Sie kommt in Marokko, Tunesien, Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, Sardinien, Korsika und Sizilien vor.[3]
- Blackstonia perfoliata subsp. intermedia (Ten.) Zeltner: Sie kommt in Marokko, Portugal, Spanien, Sardinien, Korsika, Sizilien, Malta, Italien, Griechenland, Kreta und Zypern vor.[3]
- Später Bitterling (Blackstonia perfoliata subsp. serotina (Rchb.) Vollm.): Sie wird von manchen Autoren auch als eigenständige Art angesehen: Spät-Bitterling (Blackstonia acuminata (W.D.J. Koch & Ziz) Domin)[3] Sie kommt in Nordafrika, in Süd-, Mittel- und Osteuropa sowie in Vorderasien vor.[3]
Inhaltsstoffe
Der Durchwachsene Bitterling enthält das Glycosid Gentiopikrin.[5]
Literatur
- Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Was blüht am Mittelmeer? 750 Arten (= Kosmos-Naturführer). 4. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10211-4.