ESV Lokomotive Zwickau
deutscher Sportverein
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Der Eisenbahner-Sportverein Lokomotive Zwickau kurz ESV Lok oder Lok Zwickau ist ein deutscher Mehrspartenverein aus Zwickau. Die Fußballabteilung des Vereins steht in der Tradition des VfL Reichsbahn Zwickau/Reichsbahn SG Zwickau. Die Heimstadion ist die Sportzentrum Zwickau-Marienthal im Volksmund auch „Marienthaler Hexenkessel“ genannt.[2]
| ESV Lok Zwickau | |||
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| Basisdaten | |||
|---|---|---|---|
| Name | Eisenbahner Sportverein Lokomotive Zwickau e. V. | ||
| Sitz | Zwickau, Sachsen | ||
| Gründung | 11. März 1947 | ||
| Farben | rot-schwarz | ||
| Mitglieder | 2389 (Stand: 1. Januar 2018) | ||
| Präsident | Jörg Oettler | ||
| Website | www.lok-zwickau.de | ||
| Erste Fußballmannschaft | |||
| Cheftrainer | Silvio Herbst[1] | ||
| Spielstätte | Sportzentrum Zwickau-Marienthal | ||
| Plätze | 3.000 | ||
| Liga | Sachsenklasse West | ||
| 2025/26 | 2. Platz | ||
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Vereinsgeschichte


Die Wurzeln des Zwickauer Eisenbahnerfußballs reichen bis in die letzten Tage des Jahres 1928 zurück. Am 18. November 1928 vermeldete das Zwickauer Tageblatt in einer Vorschau erstmals ein Spiel des VfL Reichsbahn Zwickau gegen VfL Reichsbahn Plauen. Als weiteren Hinweis auf die Gründung im Jahre 1928 fand sich in der Ausgabe des Zwickauer Tageblattes vom 30. Dezember 1928 ein kurzer Bericht zu einem Spiel des VfL Reichsbahn Zwickau gegen den Fußballring Crossen. In der Vereinsauflistung des Gaus Westsachsen taucht der VfL Reichsbahn Zwickau erstmals am 1. August 1929 mit 24 Mitgliedern auf.
Das Team spielte zunächst auf dem ehemals von vielen Vereinen genutzten Zwickauer Schwanenschloss-Sportplatz und wechselte später auf den bahneigenen Sportplatz an der Bürgerschachtstraße. Die ersten Jahre spielte die Mannschaft in der untersten Spielklasse, der 2. Klasse des Gaus Westsachsen. Bereits 1931, nach der dritten Saison, musste die Mannschaft in Ermangelung spielberechtigten Personals (infolge von Verletzungen und Spielsperren) den vorläufigen Rückzug aus dem Wettkampfbetrieb vollziehen. Erst zur Saison 1933/34 durfte der Verein im Rahmen der Neugliederung der Spielklassen in der 1. Abteilung der 2. Kreisklasse – Gruppe Westsachsen wieder Punktspiele bestreiten. Seit 1. Juni 1939 bestritt der Verein als Reichsbahn SG Zwickau seine Spiele bis zum erstmaligen Aufstieg in die 1. Klasse Plauen-Zwickau zur Saison 1942/43. Das letzte Spiel der Reichsbahn SG Zwickau vor Ende des Zweiten Weltkrieges fand wahrscheinlich im Oktober 1944 statt.
Der 11. März 1947 steht für die Neugründung des Zwickauer Eisenbahnervereins als Sportgruppe Reichsbahn Zwickau und fühlte sich von Anfang an sowohl dem Breiten- als auch dem Leistungssport verpflichtet.[3] Zunächst blieb der Sportplatz an der Bürgerschachtstraße Heimstatt der Fußballer, ehe Anfang 1950 im Rahmen eines Tauschvertrages mit der Stadt Zwickau der Sportplatz an der „Hochwarthe“ in Zwickau-Brand zum neuen Domizil wurde. Durch die landesweite Gründung der Betriebssportgemeinschaften (BSG) entstand 1949 die BSG Reichsbahn Zwickau mit dem Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) als Trägerbetrieb.[3] Am 6. Juni 1950 wurde die damalige Sportvereinigung Lokomotive gegründet. Aus der Betriebssportgruppe Reichsbahn bildete sich die Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Zwickau.[3] Wie viele Mannschaften der Sportvereinigung Lokomotive trat die BSG im traditionellen Schwarz-Rot an. 1962 erreichte Lok Zwickau erstmals den Aufstieg in die drittklassige Bezirksliga Karl-Marx-Stadt, in der die Zwickauer auf Anhieb hinter Aktivist „Grube Deutschland“ Oelsnitz die Vizemeisterschaft erreichten.
Im Jahre 1976 zog die Abteilung nach Fertigstellung eines Hart- und Rasenplatzes an ihren heutigen Spielort nach Marienthal um.
Im Jahr 1987 errang die Mannschaft zunächst im Endspiel gegen Motor Werdau den Titel des Bezirkspokalsiegers. Nach 90 Minuten stand es damals 2:2. Auch die anschließende Verlängerung endete 4:4 Unentschieden. Erst im Elfmeterschießen zeigten die Jungs dann stärkere Nerven und gewannen. Somit qualifizierten sie sich für die 1. Hauptrunde des FDGB-Pokals und bekamen als Gast die SG Dynamo Dresden zugelost. Die damals mit Nationalspielern wie Sammer, Kirsten, Stübner, Döschner und Gütschow gespickte Elf hatte einige Mühe im Marienthaler Hexenkessel mit 4:2 die Oberhand zu behalten.[2]
In der Folgezeit war die Mannschaft mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen bis 1991 in der dritthöchsten Spielklasse der DDR aktiv, verpasste aber die direkte Qualifikation zur neu gegründeten Landesliga Sachsen. Im Anschluss versank der mittlerweile in ESV Lok umbenannte Verein in den Niederungen des lokalen westsächsischen Fußballs. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga 2001 gelang den Eisenbahnern erst zwölf Jahre später (2013) der Aufstieg in die Sachsenklasse West.
Im Jahr 2024 wurde Lok Zwickau Meister der Sachsenklasse West und stieg damit in die Sachsenliga auf.[2]
Aktuell hat der Mehrspartenverein mit 15 Abteilungen insgesamt 2339 Mitglieder.[4][5]
Vereinsnamen
SG Reichsbahn Zwickau 1947-1949
BSG Reichsbahn Zwickau 1949-1950
BSG Lokomotive Zwickau 1950-1990
ESV Lokomotive Zwickau Seit 1990
Stadien
Sportplatz an der Bürgerschachtstraße
Sportplatz an der Bürgerschachtstraße früher Reichsbahn-Sportplatz , Heutige nutzung Trainingsgelände von FSV Zwickau.[7]
Heimstadion von 1947-1950
Kapazität: 500
Veranstaltungen
Tschammer-Pokal
Viertelfinale 02.07.1944
Reichsbahn SG Zwickau 1:16 Planitzer SC
Sportplatz Zwickau-Brand
Sportplatz an der „Hochwarthe“ in Zwickau-Brand[9]
Heimstadion von 1950-1976
Kapazität: 2.500
Sportzentrum Zwickau-Marienthal
Sportzentrum Zwickau-Marienthal[10]
Heimstadion seit 1976
September 2010 Fertigstellung des Kunstrasenplatzes auf dem ehemaligen Hartplatz.
Kapazität: 3.000
Vereinspräsidenten
- 1947–1948 Fritz Barthel (Mitbegründer und erster Vorsitzender der damaligen SG Reichsbahn)[11]
- 1948–1951 Paul Seidel
- 1951–1953 Walter Döhler
- 1954–1957 Gerhard Mehlhorn
- 1958–1965 Paul Näser
- 1966–1974 Johannes Hums
- 1974–1977 Manfred Kahlert
- 1977–2011 Rainer Scheffler (Ehrenpräsident)[12]
- 2011–2026 Roland Stangenberg (Ehrenpräsident)
- seit 2026 Jörg Oettler
Saisonbilanzen
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Titel und Erfolge
- Teilnahme am Pokal der SV Lokomotive „Silberne Lok“ der DDR: Erreichen der Endspiele 1949 und 1953
- Vizemeister der Bezirksklasse Karl-Marx-Stadt: 1954[51], 1958[52], 1959[53], 1960[54]
- Meister der Bezirksklasse Karl-Marx-Stadt: 1961/62, 1968/69, 1977/78, 1984/85
- Aufstieg in die Bezirksliga Karl-Marx-Stadt: 1962, 1969, 1978, 1985
- Vizemeister der Bezirksliga Karl-Marx-Stadt: 1962/63
- Bezirksliga-Aufstiegsrunde 2. Platz und Aufstieg in der Bezirksliga: 1968/69
- Bezirkspokalsieger: 1957, 1987
- Teilnahme FDGB-Pokal: 1957, 1987/88
- Vizemeister der Bezirksliga Chemnitz: 1995/96[55]
- Vizemeister der Bezirksklasse Chemnitz Staffel 1: 2011/12
- Kreispokalsieger: 2012
- Meister der Sparkassenliga Westsachsen: 2012/13
- Aufstieg in die Bezirksliga Sachsen Staffel West: 2013
- Meister der Sachsenklasse West: 2023/24
- Aufstieg in die Sachsenliga: 2024
- Vizemeister der Sachsenklasse West: 2025/26
Ehemalige Spieler und Trainer
Trainer
- Artur Leib ca 1950er
Horst Oettler
- Erhard Meinhold
- Bernd-Michael Treske
- Heinz Krieger
- Bernd Eichenmüller 01.07.2015 - 30.06.2017
- Thomas Lauke 01.07.2017 - 30.06.2018
- Sven Döhler 01.07.2018 - 30.06.2022
- Silvio Herbst 01.07.2022 -
Literatur
- Zwickauer Tageblatt und Anzeiger: diverse Jahrgänge, Stadtarchiv Zwickau
- 60 Jahre Lok Zwickau: Vereinschronik, Zwickau 2007
- Lok-Motive 1928–2011: Chronik der Fußballabteilung, Andreas Rothe, Zwickau 2011
- Norbert Peschke: 100 Jahre Fußball in der Zwickauer Region. Zwickau 2006, ISBN 3-9808512-6-5, S. 273 ff.
