Eastwood Lane

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Sydney Eastwood Lane (* 22. Mai 1879 in Brewerton (New York); † 22. Januar 1951 in New York City) war ein amerikanischer Komponist, der Klavier- und Ballettmusik schrieb.

Leben und Wirken

Lane wuchs im Norden des Bundesstaates New York auf und studierte Musik an der Syracuse University. Dann zog er nach Manhattan und verbrachte den Großteil seines Lebens im Greenwich Village. Dort gehörte er zum Umkreis des Algonquin Round Table und verkehrte mit anderen Literaten Manhattans wie Edgar Lee Masters und Deems Taylor.[1] Er war auch mit Bix Beiderbecke befreundet, dessen Klavierstil von ihm beeinflusst war und ebenfalls auf einem subtilen Impressionismus aufbaute.[2][3][4]

Lane komponierte Klaviersuiten und Miniaturen. Zum Komponieren nutzte er das Ampico-Selbstspielklavier. In seinen Kompositionen verband er ländliche und urbane Themen. Er schrieb Stücke, die die damalige populäre Musik widerspiegelten und imitierten: Beispielsweise enthält „Five American Dances“ (1919) die Sätze „The Crap-Shooters (A Negro Dance)“, „Around the Hall (A Dance-Hall Ditty)“, „A Gringo Tango“, „North of Boston (A Barn Dance)“ und „Powwow (An Indian Reminiscence)“ – ausgelassene Country-Musik und urbane Dancehall-Trends ebenso wie die Powwow-Tänze der nordamerikanischen Indigenen in einer originellen, eigenwilligen und höchst persönlichen Tonsprache.[1]

Lanes wohl bekanntestes Werk sind die „Adirondack Sketches“, eine Programmmusik aus dem Jahr 1922. Sie schildern eine Landschaft in den Sätzen „The Old Guide’s Story“, „The Legend of Lonesome Lake“, „Down Stream“, „The Land of the Loon (A Camp-Fire Story)“, „A Dirge for Jo Indian“ und „Lumber-Jack Dance“. Die poetische Stimmung wird dabei durch überschwängliche, jazzige Tanzmusik aufgelockert.[1] Insbesondere „The Legend of Lonesome Lake“ wurde Bestandteil des Repertoires und auch von Dick Hyman interpretiert.

In den 1920er Jahren unterstützte Lane den Komponisten Alexander Russell bei der Produktion einer Konzertreihe im Wanamaker Auditorium in New York City. Drei seiner eigenen Werke wurden von Ferde Grofé für Paul Whitemans Tanzorchester orchestriert, „Sea Burial“ (1925; eingespielt 1928 für Victor), „Persimmon Pucker“ (1926) und „Menuet for Betty Schuyler“ (1925). Lane komponierte auch Ballettmusik mit klar definierten dramatischen Strukturen, wie etwa die Suite „Sold Down the River“ von 1928, die auf Onkel Toms Hütte aufbaut, oder „Girl on Tiptoe“ aus einem längeren Werk mit dem Titel „Pantomimes“.[1]

Lane zeigte ein tiefes Interesse an der amerikanischen Geschichte, Folklore und Kultur. Er komponierte Werke mit explizit literarischem Kontext oder Programm – etwa „In Sleepy Hollow“ (1913), das auf Washington Irvings „Die Legende von Sleepy Hollow“ aufbaute, und „Fourth of July“ (1935), das die Feierlichkeiten des amerikanischen Nationalfeiertags thematisiert. Sein letztes veröffentlichtes Werk (1944) war eine Suite mit dem Titel „Here Are Ladies!“, die eine Vielzahl archetypischer Heldinnen würdigte, darunter Madame Chiang Kai-shek und Ann Rutledge.[1]

Literatur

  • Norman P. Gentieu: Eastwood Lane. In: Journal of Jazz Studies. Band 3, Nr. 2, 1976, S. 58–84.

Einzelnachweise

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