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Eberlein-kompakter Raum

Begriff der mathematischen Topologie From Wikipedia, the free encyclopedia

Eberlein-kompakte Räume, benannt nach William Frederick Eberlein, werden im mathematischen Teilgebiet der Funktionalanalysis untersucht. Es handelt sich dabei um diejenigen kompakten Räume, die als schwach kompakte Teilmengen eines Banachraums auftreten.

Definition

Ein kompakter Hausdorffraum heißt Eberlein-kompakt, wenn er homöomorph zu einer schwach-kompakten Teilmenge eines Banachraums in der relativen schwachen Topologie ist.[1]

Ein kompakter Hausdorffraum heißt gleichmäßig Eberlein-kompakt, wenn er homöomorph zu einer schwach-kompakten Teilmenge eines Hilbertraums in der relativen schwachen Topologie ist.[2]

Da Hilberträume spezielle Banachräume sind, ist die gleichmäßige Eberlein-Kompaktheit eine stärkere Eigenschaft als die Eberlein-Kompaktheit.

Beispiele

  • Die Einheitskugel eines reflexiven Banachraums ist Eberlein-kompakt, denn die schwache Kompaktheit der Einheitskugel ist eine der äquivalenten Charakterisierungen der Reflexivität.
  • Norm-kompakte Teilmengen eines Banachraums sind Eberlein-kompakt, denn solche Mengen sind auch schwach kompakt.
  • Der Hilbertwürfel ist gleichmäßig Eberlein-kompakt, denn er ist homöomorph zu einer schwach kompakten Teilmenge des Hilbertraums .
ist ein Homöomorphismus.

Eigenschaften

  • Für Eberlein-kompakte Räume gelten die Folgerungen aus dem Satz von Eberlein–Šmulian, insbesondere sind solche Räume folgenkompakt und eine Teilmenge ist genau dann abgeschlossen, wenn sie mit jeder konvergenten Folge auch deren Grenzwert enthält.
  • Für einen kompakten Hausdorffraum sei der Funktionenraum der stetigen Funktionen mit der Supremumsnorm. Dann sind folgende Aussagen äquivalent:[3]
    • ist Eberlein-kompakt.
    • ist ein WCG-Raum.
    • Die Einheitskugel des Dualraums mit der schwach-*-Topologie ist Eberlein-kompakt.

Äquivalente Charakterisierungen

Topologische Charakterisierung

Die Definition des Eberlein-kompakten Raums verwendet einen Banachraum. Die folgende topologische Charakterisierung, die keinen Bezug auf Banachräume nimmt, geht auf Haskell Rosenthal zurück:[4][5]

Ein kompakter Hausdorffraum ist genau dann Eberlein-kompakt, wenn es eine Folge gibt, so dass gilt

  • Jedes ist eine Familie offener Fσ-Mengen
  • Für jedes gibt es zu jedem höchstens endlich viele mit , kurz: jedes ist punktendlich.
  • Für alle mit gibt es ein und ein , so dass , wobei die charakteristische Funktion der Menge bezeichnet.

Ersetzt man die dritte Bedingung durch

  • Für alle mit gibt es ein und ein mit und

so erhält man eine Charakterisierung der metrisierbaren Eberlein-kompakten Räume.

Spezielle Banachräume

Man erhält dieselbe Klasse kompakter Räume, wenn man in der Definition der Eberlein-Kompaktheit die verwendeten Banachräume einschränkt. Folgende Aussagen über einen topologischen Raum sind äquivalent:[6]

  • ist Eberlein-kompakt.
  • ist homöomorph zu einer schwach kompakten Teilmenge eines reflexiven Banachraums in der relativen schwachen Topologie.
  • ist homöomorph zu einer schwach kompakten Teilmenge eines Banachraums in der relativen schwachen Topologie, wobei der Banachraum
mit der Supremumsnorm ist.

Manche Autoren verwenden die zuletzt genannte Charakterisierung als Definition.[7]

Einzelnachweise

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