Eberswalder Wurst
Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren in Britz (bei Eberswalde)
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Unter der Marke Eberswalder vertreibt die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG (vorher EWG Eberswalder Wurst GmbH und EFG Eberswalder Fleisch GmbH) Fleisch- und Wurstwaren. Seit Juni 2023 gehört das Unternehmen zur Zur Mühlen Gruppe der Premium Food Group (Tönnies Holding). Am 28. Februar 2026 wurde die Produktion am Standort Britz (bei Eberswalde) eingestellt.
| EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG | |
|---|---|
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| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1977 / 2002 |
| Sitz | Britz (bei Eberswalde), Deutschland |
| Mitarbeiterzahl | 550 (2022)[1] |
| Umsatz | 120 Mio. Euro (2022)[1] |
| Branche | Lebensmittelindustrie |
| Website | eberswalder.de |
Geschichte





In Britz (bei Eberswalde) wurde 1977 das Schlacht- und Verarbeitungskombinat Eberswalde (SVKE) gegründet und entwickelte sich in den 1980er Jahren zum größten Fleischverarbeitungsbetrieb Europas.
Auf 65 Hektar Werksfläche waren 3.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Beschäftigten wurden aus der gesamten DDR angeworben, für ihre Unterbringung wurden in Eberswalde zwei Neubaugebiete geschaffen. Im Betrieb befanden sich eine eigene Poliklinik, Friseur, Gaststätte, Gärtnerei, Bibliothek und Sparkasse. Die Arbeitsbedingungen im damals modernsten Fleischverarbeitungsbetrieb Europas waren vergleichsweise gut.[2] Zur kontinuierlichen Versorgung des Betriebes mit Fleisch diente unter anderem die Schweinemast- und Zuchtanlage Lichterfelde bei Eberswalde, in der bis zu 200.000 Schweine gehalten wurden.[3][4]
Nach der Deutschen Wiedervereinigung wurde das Werk 1991 an die dänische Plumrose Gruppe (Böklunder) verkauft, es wurden Teilbereiche geschlossen und die Mitarbeiterzahl sank erheblich. 1997 übernahm der bayerische Fleischunternehmer Gerhard Thien das Werk. Im Jahr 2000 musste die Thien Gruppe Insolvenz anmelden.[5] Insolvenzverwalter wurde Axel Raap und auf Vorschlag der Gläubigerbanken wurde Eckhard Krone als Geschäftsführer eingesetzt. Am 1. November 2002 übertrug der Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb mittels eines Mietkauf- und Pachtvertrages auf die beiden Firmen „EFG Eberswalder Fleisch GmbH“ und „EWG Eberswalder Wurst GmbH“. Gesellschafter beider Unternehmen wurde die „MBU Märkische Beteiligungs- und Unternehmensverwaltungs GmbH“, deren Eigner und Geschäftsführer Eckhard Krone ist.[6] In den Folgejahren wurden Krones Sohn Mario Krone, die Tochter Katja Kühn und der Schwiegersohn Sebastian Kühn Teil der Unternehmensleitung.
Zum 1. Juni 2023 hat die Zur-Mühlen-Gruppe, die Teil der Premium Food Group (Tönnies Holding) ist, das Werk in Britz und die Geschäftstätigkeiten der EWG Eberswalder Wurst GmbH und EFG Eberswalder Fleisch GmbH übernommen. Im Zuge dessen wurde die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG gegründet, die seitdem das operative Geschäft verantwortet.[7] Die bei der Übernahme zugesagten Investitionen blieben aus.[8]
Ende Februar 2025 wurde die Verarbeitung von Frischfleisch für den Lebensmitteleinzelhandel eingestellt. Bis dahin hatte die zuständige Abteilung das Fleisch für die Supermärkte Netto und Netto Marken-Discount zugeschnitten und verpackt.[9]
Im Juni 2025 kam es zu einem Warnstreik der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, nachdem sieben Verhandlungsrunden zu einem neuen Tarifvertrag gescheitert waren. Seit der Übernahme durch die Tönnies Holding im Jahr 2023 gab es keinen gültigen Tarifvertrag mehr.[10]
Am 6. Januar 2026 gab die Zur Mühlen Gruppe bekannt, dass die Wurstproduktion am Standort Britz zum 28. Februar 2026 eingestellt werde. Von der Schließung waren rund 500 Mitarbeiter betroffen. Nach Unternehmensangaben werden Produkte unter dem Namen Eberswalder seitdem an anderen Standorten der Zur Mühlen Gruppe in Chemnitz, Suhl und Zerbst produziert.[11][12]
Bei der Übernahme des Standortes 2023 wurde die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG durch die Tönnies Holding als neue Gesellschaft gegründet. Eine Bestimmung des Betriebsverfassungsgesetzes ermöglichte bei der Werksschließung im Jahr 2026, dass kein Sozialplan erstellt werden muss, weil seit der Gründung der Gesellschaft noch keine vier Jahre vergangen waren.[8]
Produkte
Zu den Spezialitäten gehören Bratwürste ohne Darm und die Original Schorfheider Knüppelsalami. Die Marke Eberswalder genießt insbesondere in Berlin und in der Region Bekanntheit. Das Unternehmen vertreibt seine Ware vor allem im Osten Deutschlands bei allen Handelshäusern mit Schwerpunkt Berlin-Brandenburg, ist Lieferant der Stadionwurst beim 1. FC Union Berlin und offizieller Wurstlieferant der Uber Arena.
