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Ebolafieber-Ausbruch 2026

Ausbruch des Ebolafiebers in der DR Kongo From Wikipedia, the free encyclopedia

Im Mai 2026 begann in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo ein Ebolafieber-Ausbruch.[2] Das Virus verbreitete sich in den Folgemonaten auch in den Provinzen Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uele, Bas-Uele und Tshopo.

Weitere Informationen Daten ...
Ebolafieber-Ausbruch 2026
Karte der bestätigten Fälle (Stand 22. August 2026)
Daten
Name {{{OffiziellerName}}}
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Krankheit Ebolafieber
Krankheitserreger Bundibugyo-Ebolavirus
Ursprung Ituri (Demokratische Republik Kongo)
Erster bekannter Fall 24. April 2026
Pandemische Phase {{{Pandemische_Phase}}}
Erklärung zur Pandemie {{{Erklärung_Pandemie}}}
Beginn {{{Beginn}}}
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Betroffene Länder Kongo Demokratische Republik Demokratische Republik Kongo[Anm. 1]
Uganda Uganda[Anm. 2]
Frankreich Frankreich[Anm. 3]
Infizierte 5734 (bestätigt)
Todesfälle 2746 (bestätigt)
Quelle World Health Organization[1]
Letzte Aktualisierung: 25. August 2026
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Die Epidemie wird durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursacht, was die Bekämpfungsmaßnahmen erschwert, da die bestehenden Impfstoffe und Behandlungen gegen das Zaire-Ebolavirus gerichtet sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte sie am 16. Mai 2026 zu einer gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite.[3] Bis zum 25. August 2026 wurden laut WHO allein in der Demokratischen Republik Kongo 2744 Todesfälle und 5713 Infizierte bestätigt; weitere Fälle gab es in Uganda und Frankreich.[1] Der Ausbruch gilt schon seit Anfang August 2026 als der schwerste Ebola-Ausbruch aller Zeiten im Kongo und die am schnellsten voranschreitende Ebola-Epidemie.[4]

Ausgangslage

Das Bundibugyo-Ebolavirus wurde bisher nur bei zwei Ausbrüchen in den Jahren 2007 und 2012 festgestellt.[5] Der Fall-Verstorbenen-Anteil (CFR) betrug insgesamt 32,8 %, was unter den häufiger vorkommenden Zaire-Ebolavirus (66,6 %) und Sudan-Ebolavirus (48,5 %) liegt.[6] Insgesamt waren rund 200 Menschen an dem Virus erkrankt, die meisten davon im Alter von 20 bis 39 Jahren und zu zwei Dritteln Frauen.[7] Die im Vergleich zu anderen Ebolaviren späte Identifizierung im Jahr 2007 und das geringe Vorkommen hatten zur Folge, dass es zu Beginn der Epidemie weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie für das Virus gab.[8]

Die Provinz Ituri steht im Zentrum eines langjährigen Konflikts zwischen den mit den Hema verbündeten Milizen und den Lendu, die um Land und Bodenschätze kämpfen. Seit 1999 sind bei den Kämpfen mehr als 50.000 Menschen ums Leben gekommen.[9] Der Konflikt ist im Dezember 2017 wieder aufgeflammt und hat seitdem zur Vertreibung einer halben Millionen Menschen geführt. Die Gesundheitsinfrastruktur in Ituri wurde durch die Konflikte zerstört und die Vertriebenen leben in überfüllten Notlagern.[10] Auch die Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur ist in einem schlechten Zustand. Gleichzeitig ist die Entwicklungshilfe von westlichen Ländern, insbesondere den Vereinigten Staaten, zurückgegangen. Durch die Auflösung der USAID sind das Gesundheitspersonal sowie die Vorräte an Schutzausrüstung zurückgegangen.[11] Die WHO bezeichnet die Lage in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu als äußerst unsicher. In beiden Provinzen würden rund 4 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe benötigen, 2 Millionen seien auf der Flucht und 10 Millionen von akutem Hunger bedroht. Außerdem herrsche ein großes Misstrauen der Bevölkerung gegenüber externen Behörden.[12]

Epidemiologie

Die Bundibugyo-Virus-Krankheit (Bundibugyo virus disease, BVD) wird durch das Bundibugyo-Ebolavirus (Orthoebolavirus bundibugyoense) verursacht, das Teil der Gattung Orthoebolavirus ist. Bei der Krankheit handelt es sich um eine Zoonose, bei der Flughunde als Erregerreservoir vermutet werden. Eine Infektion des Menschen erfolgt durch engen Kontakt mit Blut oder Sekreten infizierter Tiere und verbreitet sich anschließend von Mensch zu Mensch durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen oder kontaminierten Oberflächen. Die Übertragung kann insbesondere durch Gesundheitseinrichtungen mit unzureichender Infektionsprävention oder unsichere Bestattungspraktiken verstärkt werden.

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 21 Tage, wobei Infizierte meist nach Auftreten von Symptomen ansteckend sind. Die ersten Symptome sind unspezifisch und umfassen Fieber, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Halsschmerzen. Im Verlauf entwickeln diese sich zu gastrointestinalen Symptomen, Organfunktionsstörungen und in einigen Fällen zu hämorrhagischen Manifestationen. Der Fall-Verstorbenen-Anteil bei den beiden letzten BVD-Ausbrüchen lag zwischen etwa 30 % und 50 %.[13]

Eine spezifische Behandlung für das Bundibugyo-Ebolavirus gibt es derzeit nicht. Als mögliche Therapeutika gelten Remdesivir, das von Gilead Sciences zur Behandlung von Ebolafieber und Marburgfieber entwickelt wurde, und MBP134, eine Kombination aus zwei Antikörpern von Mapp Biopharmaceutical. Der Einsatz dieser Mittel soll nun in einer klinischen Studie erfolgen. Einen zugelassenen Impfstoff gibt es bisher nur für das Zaire-Ebolavirus, das sich aber zu stark vom Bundibugyo-Ebolavirus unterscheidet, um wirksam zu sein. Ein Impfstoffkandidat wurde an der University of Texas Medical Branch entwickelt, wurde aber noch nicht auf seine Sicherheit beim Menschen getestet.[14]

Verlauf

Bestätigte Fälle nach Gesundheitszone in der DR Kongo (Stand 15. August 2026)

Laut WHO könnte der Ausbruch schon einige Monate vor der Entdeckung begonnen haben.[15] Der früheste bekannte Verdachtsfall, ein 59-jähriger Mann, zeigte am 24. April 2026 Symptome und verstarb am 27. April in einem Krankenhaus in Ituri. Bis Gesundheitsbehörden am 5. Mai 2026 erstmals über Social Media auf den Ausbruch aufmerksam geworden sind, sollen laut dem Africa Centres for Disease Control and Prevention bereits 50 Menschen gestorben sein.[16]

Die WHO erhielt am 5. Mai 2026 eine Meldung über eine unbekannte Krankheit mit hoher Sterblichkeitsrate aus dem Bezirk Mongbwalu in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo. Darunter befanden sich auch Berichte über vier Gesundheitsfachkräfte, die innerhalb von vier Tagen verstorben waren. Einsatzteams führten daraufhin vor Ort Untersuchungen durch. Am 15. Mai bestätigten Labortests des Institut National de Recherche Biomédicale (INRB) in Kinshasa die durch das Bundibugyo-Virus verursachte Bundibugyo-Virus-Krankheit. In acht der dreizehn Blutproben konnte diese Spezies nachgewiesen werden.[13] Am selben Tag erklärte das Ministerium für öffentliche Gesundheit, Hygiene und Soziales der DR Kongo offiziell den 17. Ebola-Ausbruch des Landes. Uganda bestätigte am 15. und 16. Mai zwei Fälle. Am 16. Mai stellte der Generaldirektor der WHO fest, dass der Ausbruch eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite im Sinne der Internationalen Gesundheitsvorschriften darstellt.[17]

Ein US-amerikanischer Arzt, der als Leiter der christlichen Missionsgruppe „Serge“ in einem Krankenhaus in Nyankunde tätig war, infizierte sich vermutlich am 11. Mai[18] mit dem Virus.[19][20] Am 20. Mai wurde er auf eine Sonderisolierstation an der Berliner Charité verbracht.[21] Auch die Familie wurde im Krankenhaus aufgenommen.[22] Am 21. Mai wurde ein Fall in Sud-Kivu bestätigt.[23] Am selben Tag kam es zu einem Angriff auf ein Behandlungszentrum, bei dem mehrere Zelte einer Hilfsorganisation in Brand gesetzt wurden, nachdem einer Familie der Zugang zu einem Leichnam verweigert worden war.[24] Ein ähnlicher Angriff ereignete sich am 23. Mai. Dabei wurde ebenfalls ein Brand in einem Behandlungszelt verursacht. Dies führte dazu, dass 18 Patienten, die als Verdachtsfall eingestuft waren, geflohen sind.[25] Die WHO stufte das Risiko für die öffentliche Gesundheit am 22. Mai als „sehr hoch“ für die DR Kongo und auf „hoch“ für Uganda sowie weitere angrenzende Staaten ein. Das globale Risiko wurde als „gering“ bezeichnet.[26][27] Im Juni wurde das Virus bei einem französischen Arzt nach seiner Rückkehr aus der DR Kongo festgestellt. Der Arzt hatte dort als humanitärer Helfer gearbeitet und wurde direkt nach seiner Rückkehr in einem Krankenhaus isoliert.[28]

Bis Mitte August 2026 breitete sich die Epidemie „in einem bisher nicht dagewesenen Tempo“ weiter aus, wie die afrikanische Gesundheitsorganisation Africa Centres for Disease Control and Prevention konstatierte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Ebola-Infektionen in den Provinzen Ituri, Nord-Kivu, Süd-Kivu, Haut-Uele, Bas-Uele und Tshopo registriert. 4566 Infektionsfälle und 2128 Todesfälle wurden offiziell bestätigt. Die Hilfsorganisation Mercy Corps warnte vor der Gefahr, dass sich das Virus auf den Südsudan ausbreiten könnte, der sowohl an Ituri als auch an Haut-Uele grenzt.[29]

Bis zum 15. August 2026 wurden in der Demokratischen Republik Kongo 4945 Infektionsfälle und 2325 Todesfälle offiziell bestätigt.[1]

Erkrankungs- und Todesfälle

Weitere Informationen Land, Erkrankungsfälle ...
Land Erkrankungsfälle Todesfälle Genesen
bestätigt wahrscheinlich gesamt Sterblichkeit bestätigt gesamt
Kongo Demokratische Republik Demokratische Republik Kongo[Anm. 1] 5713 390 6103 48 % 2744 1269
Uganda Uganda[Anm. 2] 20 1 21 10 % 2 18
Frankreich Frankreich[Anm. 3] 1 - 1 - 0 1
Gesamt 5734 391 6125 48 % 2746 1288
Stand Demokratische Republik Kongo: 25. August 2026[1], Stand Uganda: 21. Juli 2026[1], Stand Frankreich: 6. Juli 2026[1]
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Anmerkungen

  1. Die gemeldeten Fallzahlen sind mit Vorsicht zu interpretieren, da im Rahmen der laufenden Untersuchungen weiterhin täglich Verdachtsfälle neu eingestuft werden. Positiv getestete Fälle werden als bestätigte Fälle eingestuft und negativ getestete Fälle verworfen.
  2. Alle Verdachtsfälle in Uganda wurden neu eingestuft; es werden nur bestätigte und wahrscheinliche Fälle gemeldet.
  3. Importierter Fall aus der Demokratischen Republik Kongo.

Einzelnachweise

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