Echo vom Niederrhein

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Das Echo vom Niederrhein (vollständiger Titel Echo vom Niederrhein. Volkszeitung für Duisburg-Ruhrort-Meiderich, Hamborn) war eine zwischen 1898 und 1933 in Duisburg herausgegebene Tageszeitung. Die Mülheimer Ausgabe trug den Titel Mülheimer Tageblatt. Die Zeitung gilt als das erste, auf genossenschaftlicher Basis herausgegebene Blatt des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik.

Schnelle Fakten
Echo vom Niederrhein
Beschreibung Deutsche Tageszeitung
Hauptsitz Duisburg
Erstausgabe 1. April 1898
Einstellung 6. Oktober 1933
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
ZDB 1077202-9
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Geschichte

Die Initiative zur Gründung einer Tageszeitung, die den Blickwinkel der Industriearbeiterschaft Duisburgs und des Niederrheins einnehmen sollte, ging vom katholischen Arbeiterverein Duisburg, dem späteren Arbeiterverein St. Josef, aus. Am 13. Januar 1898 wurde die Genossenschaft „Echo vom Niederrhein“ gegründet, die die Herausgabe einer Tageszeitung und die Errichtung einer Druckerei ins Werk setzen sollte. Die Unterstützung vonseiten der Arbeiter und Handwerker war groß, sodass bereits drei Wochen nach der Gründung 80.000 Mark an Spenden zusammengekommen waren.[1]

Besondere Bedeutung für die Anfangszeit hatte der Vizepräses des Arbeitervereins, Franz Wieber. Dieser plante das neue Medium im Sinne der Arbeiterbewegung auszurichten. Die Druckerei wurde in einem Haus in der Musfeldstraße 15 untergebracht, das von der Genossenschaft erworben werden konnte. Als Schriftleiter setzte man den von der „Duisburger Volkszeitung“ entlassenen Redakteur Küper ein. Am 23. März erhielten die Genossen eine Doppelschnellpresse mit angeschlossener Falzmaschine.

Die Nullnummer der Zeitung erschien am 30. März 1898. Ein Leitartikel von Franz Wieber war dem Blatt unter der Überschrift „Das sind wir – was wollen wir?“ vorangestellt. Die neue Zeitung sollte auf katholischer Überzeugung beruhen, parteipolitisch in der Nähe des Zentrums stehen und gesellschaftlich für die Belange der Arbeiter eintreten. Zunächst bezogen 5000 Abonnenten das Blatt regelmäßig. Dabei entstand zur gleichen Zeit die Mülheimer Ausgabe unter einem eigenen Namen. Über die Gründung der Zeitung zerbrach im November 1898 der Arbeiterverein.

Trotz zunächst schwindender Abonnentenzahlen gelang es der Genossenschaft im Jahr 1902 eine „Frankenthaler“ Rotationsmaschine und 1911 eine „Voigtländer“ anzuschaffen. Schließlich folgte 1922 eine „Augsburger“. Schon 1912 erhielt die Stadt Moers eine eigene Lokalredaktion, in Lintfort, Rheinhausen und Homberg richtete man Geschäftsstellen ein. Die Redaktionsleitung übernahm nach dem Ersten Weltkrieg Hanns Haberer, der später zum Finanzminister von Rheinland-Pfalz aufsteigen sollte. Insgesamt besaß die Zeitung eine Vollredaktion aus acht Redakteuren im In- und Ausland, darunter der Archivar Franz Rommel.[2]

Ab 1920 unterhielt der aus der Zeitung hervorgegangene „Echo-Verlag“ ein eigenes Programm. Hier erschienen unter anderem die „Bücher der Arbeit“ und Gedichtbände des Arbeiterdichters Christoph Wieprecht. Im Jahr 1919 schlossen sich das „Echo“ und die ebenfalls zentrumsnahe „Volkszeitung für Ruhrort und Meiderich“ zusammen. Das Verbreitungsgebiet der Zeitung wurde nun auch auf die nordöstlichen Gebiete Sterkrade und den Norden um Dinslaken ausgeweitet. 1932 gelangte auch die „Duisburger Volkszeitung“ an den Echo-Verlag. Wenige Monate nach dem Tod des Zeitungsgründers Franz Wieber am 4. Mai 1933 wurde die Zeitung von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und fortan Teil der in Essen herausgegebenen Nationalzeitung.[3]

Literatur

  • Georg Wieber: Das „Echo vom Niederrhein“. Die Geschichte einer Duisburger Zeitung. In: Hermann Thelen (Hrsg.): Heimat Duisburg. Jahrbuch 1967 (9. Jhg.). Duisburg-Meiderich 1967. S. 11–18.

Einzelnachweise

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