Edda Scheer
österreichische Oberaufseherin im Außenlager Hirtenberg des KZ Mauthausen
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Edda Scheer (* 1900 in Graz; † 1976) war eine österreichische Oberaufseherin im KZ-Außenlager Hirtenberg des KZ Mauthausen.
Leben
Scheer hatte zwei Kinder und arbeitete in einer Fabrik in Hirtenberg. Im September 1944 meldete sie sich bei der Schutzstaffel. Am 1. Oktober 1944 begann sie im KZ Ravensbrück eine einmonatige Ausbildung als KZ-Aufseherin und wurde dann im November 1944 als Aufseherin ins Außenlager Hirtenberg beordert. Zu diesem Zeitpunkt waren in Hirtenberg etwa 400 weibliche Zwangsarbeiterinnen in der Rüstungsproduktion interniert. Diese wurden für ihre Zwölf-Stunden-Schichten vom Wachpersonal zu einem längeren Anmarschweg vom Lager zu den Produktionsstätten am Lindenberg getrieben. Es kam immer wieder zu Sabotageversuchen und Arbeitsunfällen, die meistens schwerwiegende Verletzungen und Misshandlungen durch die SS-Wachmannschaft zur Konsequenz hatten. In der Zeit bis zur Lagerräumung starben offiziell zwei Frauen.
Das Lager wurde von 25 SS-Männern bewacht, Lagerkommandant war SS-Hauptsturmführer Karl Schröder. Scheer war als Oberaufseherin für alle Aufseherinnen zuständig.[1]
Das Außenlager Hirtenberg wurde am 2. April 1945 vor der nahenden Roten Armee geräumt und etwa 300 Inhaftierte auf einem Todesmarsch ins 170 Kilometer entfernte Stammlager Mauthausen getrieben, wo sie am 18. oder 19. April ankamen. Die SS-Wachmannschaften und Aufseherinnen richteten auf dem Marsch geschwächte Frauen hin, sieben sowjetische Gefangene wurden „auf der Flucht erschossen“, 48 Frauen wagten eine Massenflucht. Über den weiteren Verbleib von Scheer ist nichts bekannt.
2001 behaupteten ihre Kinder Georg Hatto Scheer und Raute Süß in einem Video-Interview, dass Scheer Vierteljüdin gewesen sei, daher den „Ariernachweis“ nicht erbringen konnte und aus der NSDAP ausgeschlossen worden sei. Mehrere Gnadengesuche um eine Wiederaufnahme in die Partei seien erfolglos geblieben. Sie sei aber bis zu ihrem Tod überzeugte Nationalsozialistin gewesen und habe den Holocaust geleugnet.[2]
Edda Scheer wurde für ihre Taten juristisch nie zur Verantwortung gezogen.[3]