Edgar Himly

deutscher Beamter From Wikipedia, the free encyclopedia

Wilhelm Julius Edgar Himly (* 3. September 1839; † 20. März 1905 in Stade) war ein deutscher Jurist und als preußischer Staatsbeamter zuletzt 1895 bis 1899 Regierungspräsident in Stade.

Edgar Himly

Leben

Himly studierte Rechtswissenschaften und trat im Mai 1862 in den preußischen Staatsdienst ein,[1] als er als Auskultator am Kammergericht in Berlin vereidigt wurde.[2] 1864 wurde er Kammergerichtsreferendar, 1867 Gerichtsassessor. 1868 wurde er an die Polizeidirektion in Hannover versetzt. Im Dezember 1869 wurde er zum Regierungsassessor ernannt und an die Landdrostei in Hannover versetzt. 1872 folgte die Versetzung nach Wiesbaden, 1873 nach Posen, wo er zunächst beim Oberpräsidenten und dann an der Regierung tätig war. 1875 wurde er, obgleich Protestant, Kommissar für die bischöfliche Vermögensverwaltung der Diözese Paderborn und 1881 Kommissar für die bischöfliche Vermögensverwaltung der Diözese Münster. Er wohnte in dieser Zeit am Domplatz 27.[3] Während der Paderborner Zeit war er zum Regierungsrat ernannt worden. 1884 wurde er Oberkonsistorialrat und Vertreter des Konsistorialpräsidenten beim Konsistorium in Hannover.[4] 1885 wurde er Oberregierungsrat in Osnabrück[5] und Stellvertreter des Regierungspräsidenten im Bezirksausschuss.[6] Zwei Jahre später (1887) wurde er zum Oberpräsidialrat in Münster ernannt.[7] 1889 wurde er Regierungsvizepräsident in Posen.[8] Bereits im Folgejahr 1890 wurde er dort Regierungspräsident.[9] Aus Posen wechselte er 1895 als Regierungspräsident nach Stade, wo er 1899 pensioniert wurde. Himly starb am 20. März 1905 unverheiratet in Stade.

Himly war landesgeschichtlich interessiert und trat 1868 dem historischen Verein zu Hannover bei. 1870 wurde er in den Verein für Siegel- und Wappenkunde zu Berlin („Der Herold“) aufgenommen. Auch in Münster trat er 1888 dem dortigen historischen Verein bei. Bald nach seinem Dienstantritt als Regierungspräsident in Stade wurde er Mitglied des Vereins für Geschichte und Altertümer der Herzogtümer Bremen und Verden und des Landes Hadeln zu Stade (heute Stader Geschichts- und Heimatverein), wurde im Dezember 1895 zum Vorstandsmitglied berufen und im Januar 1896 als Nachfolger des verstorbenen Bürgermeisters Karl Ludwig Neubourg zum neuen Vorsitzenden gewählt. Als Vorsitzender setzte er sich insbesondere für den Neubau des Museums in der Inselstraße 12 in Stade ein, das 1904 eröffnet wurde. Das Amt des Vorsitzenden hatte er bis zu seinem Tod 1905 inne.

Sein Nachlass wird im Niedersächsischen Landesarchiv (NLA) – Staatsarchiv Stade aufbewahrt.

Auszeichnungen und Ehrungen

Veröffentlichung

Literatur

  • Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Acta Borussica. Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1817-1934/38, Bd. 8/II: 21. März 1890 bis 9. Oktober 1900, bearbeitet von Hartwin Spenkuch, Olms-Weidmann, Hildesheim/Zürich/New York, 2003, ISBN 3-487-11827-0
  • Wilhelm Gossel: Himly und Holtermann, zwei um die Weckung des Heimatgedankens verdiente Männer des Stader Bezirks, in: Stader Jahrbuch 1954, S. 208–214.
  • Klaus Piller: Die Vorsitzenden des Stader Geschichts- und Heimatvereins (Kurzporträts), in: Stader Jahrbuch 2005/2006, S. 89–103.

Findbuch zum Nachlassbestand im Niedersächsischen Landesarchiv Abteilung Stade unter . Das Findbuch besitzt ein ausführliches Vorwort zur Biographie Himlys und seines Vaters .

Einzelnachweise

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