Edi Scholdan

österreichischer Eiskunstlauftrainer From Wikipedia, the free encyclopedia

Eduard „Edi“ Wilhelm Scholdan (* 17. Juli 1910 in Wien; † 15. Februar 1961 in Berg-Kampenhout, Belgien) war ein österreichisch-US-amerikanischer Eiskunstläufer und Eiskunstlauftrainer.

Leben

Scholdan war gebürtiger Wiener und nahm als Eiskunstläufer an der Weltmeisterschaft 1933 teil, wo er beim Sieg seines berühmten Landsmanns Karl Schäfer den sechsten Platz belegte. Bei den österreichischen Meisterschaften 1933 belegte er den 4. Platz und begann dann seine Trainerkarriere. Als Trainer wurde der rund 1,60 m[1] große Scholdan jedoch weitaus berühmter. Rund um den Anschluss Österreichs kam der gebürtige Wiener zuerst nach London und wanderte über Southampton in die Vereinigten Staaten.[2] Spätestens ab Dezember 1938 lebte Scholdan in Boston, Massachusetts, und war auch in den Vereinigten Staaten als Eiskunstläufer und nebenbei als Eiskunstlauftrainer tätig.[1] Bereits am 16. September 1938 soll Scholdan um die US-amerikanische Staatsangehörigkeit angesucht haben. Seine offizielle Naturalization Petition reichte er erst rund fünf Jahre später ein, wenige Monate nach seinem Eintritt in die United States Army, bei der er zu dieser Zeit den Rang eines Private innehatte.[2] Am 30. August 1943 wurde er eingebürgert.[3]

Ab 1945 war er als Trainer im Broadmoor Skating Club in Colorado Springs, Colorado, tätig. Zu seinen Schülern gehörten Eva Pawlik, Hayes Alan Jenkins, Davis Jenkins, James Grogan und Ina Bauer. Wegen seines Humors und weil er gern auf Schlittschuhen jonglierte, wurde er „the clown prince of Broadmoor“ genannt.[4] Am 14. Oktober 1946 heiratete er die Eiskunstläuferin Roberta Jenks, mit der er drei gemeinsame Kinder hatte.[5]

Als Trainer von Gregory Kelley und Stephanie Westerfeld, den beiden US-Vizemeistern des Jahres 1961 im Einzellauf, war er an Bord des Sabena-Flugs 548, der sie zur Weltmeisterschaft nach Prag bringen sollte. Beim Anflug zu einer Zwischenlandung in Brüssel stürzte das Flugzeug ab. Alle Insassen kamen ums Leben, darunter die gesamte 18-köpfige US-Mannschaft und ihre 16 Angehörigen. Die Weltmeisterschaft in Prag wurde abgesagt. Scholdan hatte zum Zeitpunkt seines Todes drei kleine Kinder, James Edward „Jimmy“ (1950–1961), Ruth Thea „Ruthie“ (1954–2024) und Dixy. Der elf Jahre alte Jimmy war mit an Bord, da ihn Scholdan nach der Weltmeisterschaft mit nach Österreich nehmen wollte.[4] Ihre letzte Ruhestätte fanden Scholdan und sein Sohn am Evergreen Cemetery in Colorado Springs, nachdem ihre Leichname am 26. Februar 1961 in die Vereinigten Staaten überführt worden waren.[5] Zuletzt lebte er mit seiner Familie in einem 1948 errichteten Einfamilienhaus, nur wenige hundert Meter von seiner Wirkungsstätte, der Broadmoor World Arena, entfernt – am Fuße des Cheyenne Mountain.[5]

Scholdan wurde 1976 in die World Figure Skating Hall of Fame aufgenommen. 2011 wurde er zudem, wie auch die gesamte 1961 verunglückte US-Mannschaft, auch in die United States Figure Skating Hall of Fame aufgenommen.[6] Sein Nachfolger im Broadmoor Skating Club wurde Carlo Fassi.

Einzelnachweise

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