Edith Mary Hinchley

englisch-britische Malerin und Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Edith Mary Hinchley, geborene Mason (* 23. Januar 1870 in Chelsea, London; † 16. Oktober 1940 in Kensington, London) war eine englisch-britische Malerin und Frauenrechtlerin.

Edith Mary Hinchley: Lucy Deerskin, 1890
Edith Mary Hinchley: A Leper in Prapatoom, 1905
Gedenktafel für Hinchley und ihren Ehemann am Golders Green Crematorium

Leben

Edith Mary Mason wurde 1870 im Chelsea‑Viertel von London geboren, wo ihr Vater, John Mason, Florist und Gärtner war und ihre Mutter, Frances Ann Mason, mit ihren Schwestern ein Geschäft führte. Ihr Vater starb in den 1880er Jahren, und in den 1890er Jahren war Hinchley Studentin am Royal College of Art, wo sie eine Silbermedaille gewann. Sie hatte dabei gewisse Schwierigkeiten, da ihr Gehör nicht vollkommen war und sie verpflichtet war, hinten im Unterricht zu sitzen, weil sie eine Frau war. Sie durfte nicht nach vorn rücken, da eine Aufseherin (Matron) angestellt war, um die Studentinnen zu beaufsichtigen, und diese zwischen den Geschlechtern saß.[1]

Von 1897 bis 1928 stellte Hinchley etwa 27 Werke an der Royal Academy of Arts in London aus sowie beim Royal Glasgow Institute of the Fine Arts, der Royal Hibernian Academy, in Liverpool und im Salon de Paris. 1896 wurde sie Mitglied der Royal Society of Miniature Painters und 1922 der Society of Women Artists.[1]

Hinchley war auch als heraldische Künstlerin bekannt.[2] 1890 arbeitete sie an einem Stammbaum, der die Anfertigung von 500 heraldischen Schilden auf Hirschleder umfasste. Das sogenannte Lucy Deerskin wird in Charlecote Park in Warwickshire aufbewahrt und befindet sich im Besitz des National Trust.[3] Nahezu Wappen konnten von Christopher Purvis bis 2012 identifiziert werden.[4]

1903 heiratete sie den Chemieingenieur John William Hinchley, den sie während ihrer Zeit am Royal College of Art und seinem Studium an der Royal School of Mines kennengelernt hatte. Ihr Ehemann ging 1903 nach Siam, wo er als Assayer (metallurgische Qualitätssicherung) an der Münzstätte von Bangkok tätig sein sollte. Sie reiste 1904 zu ihm, wo sie malte. Das Gemälde mit dem Titel A Leper in Prapatoom aus dem Jahr 1905 befindet sich in der Wellcome Collection.[5] 1907 kehrten sie nach Großbritannien zurück.[6]

Hinchley engagierte sich ab 1911 für die Belange von Künstlerinnen und betonte deren rasche Unterstützung der Wahlrechtsbewegung. Ein Artikel von ihr wurde in der Zeitung der Women’s Freedom League (WFL), The Vote, veröffentlicht. Die WFL war eine militante Frauenwahlrechtsbewegung, die sich aber wegen der mangelnden internen Demokratie von der von den Pankhursts autoritär geführten Women’s Social and Political Union (WSPU) abgespalten hatte.[7]

1913 schenkte Hinchley dem Victoria and Albert Museum drei bestickte Gewänder. Sie stammten aus Nordafrika, eines davon war aus Seide.[8]

1923 erhielt Hinchley den Auftrag, eine Miniatur von Prinzessin Helena Victoria zu malen, die in der Bibliothek von Queen Mary’s Dolls’ House aufgehängt werden sollte. Das, wahrscheinlich auf Pergament gemalte Gemälde ist bis heute erhalten.

1931 verstarb John William Hinchley.[6] Ab 1935 begann sie, dem British Museum Antiquitäten zu schenken. Zu den Objekten gehörten Metallmünzen und Porzellangegenstände, die bis auf 150 v.Chr. zurückdatieren.[9]

1937 oder 1938 malte sie Evan Morgan, 2. Viscount Tredegar. Dieses Gemälde befindet sich in der Sammlung des National Trust.[10]

Hinchley starb 1940 in London. Ihr Haus in Chelsea wurde während The Blitz durch eine Bombe vollständig zerstört; ihr Leichnam und der ihrer zwei Untermieter wurden erst fünf Tage später gefunden, als Anzeigen geschaltet wurden, um mögliche Begünstigte ihres Nachlasses zu ermitteln.[1][2][11]

Nach ihrem Tod wurde ihr Name auf der Gedenktafel für ihren Mann am Golders Green Crematorium, die vom Imperial College London mit ihr nach dessen Tod dort angebracht worden war, ergänzt.

Commons: Edith Mary Hinchley – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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