Edmond de Schampheleer
belgischer Maler
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Edmond de Schampheleer (* 21. Juli 1824 in Brüssel; † 12. März 1899 in Saint-Josse-ten-Noode [heute: Region Brüssel-Hauptstadt]) war ein belgischer Landschaftsmaler und Radierer.
Leben
Schampheleer studierte Landschaftsmalerei an der Akademie in Brüssel, bei Eugène-François de Block[1] in Antwerpen und in München. Er bereiste Deutschland, Frankreich und die Niederlande und ließ sich danach in Brüssel nieder. Entscheidende Anregungen empfing er in der Malerkolonie von Barbizon.[2]
De Schampheleer lebte in den 1850er Jahren lange in München und stellte seine Werke im Glaspalast aus, wodurch er auch in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt war. Neben Grasbedeckten Wiesen und Getreidefeldern mit wogender Saat stellte er insbesondere Kanäle mit ruhigem Wasserspiegel oder stille, von niedrigen Ufern eingefasste Flussläufe dar. Die Landschaftsbilder zeigen auch kleinere Ansammlungen von Gehölzen, Kirchtürme, rauchende Fabrikschornsteine, Weidenalleen, Windmühlen oder auf Weideflächen grasenden Rinder unter zumeist trübem, von grauem Regengewölk bedecktem Himmel.[3] Seine Landschaften zeigen zumeist niederländische Motive und belgische Flachlandschaften und zeichnen sich durch die Feinheit des Tons und die flüssige, malerische Behandlung aus, wobei ihm insbesondere die Darstellung ruhiger Wasserläufe und Teiche gelang.[4] Er nahm an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil, so unter anderem an der Weltausstellung Paris 1878. Zuletzt wohnte er in der Kue du Marteau 30 in Brüssel.[5]
Ehrungen (Auswahl)
- 1872: Kleine goldene Medaille Berlin, 1874 große Medaille
- Ritter des Ordre de Léopold
- Verdienstorden des Heiligen Michael
- Kommandeur des Ordre de Charles III d’Espagne[6]
- 1877: Ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Künste[7]
- Mitglied der königlichen Akademie von Rotterdam
- Mitglied der Akademie S. Fernando in Madrid[8]
Der Porträtmaler August Selb fertigte ein Bildnis von ihm an.
Werke (Auszug)

- um 1851: Das Kaisergebirge im bayerischen Hochlande
- Sommerabend am Ufer des Dyle
- um 1868: Rheinufer bei Arnheim
- um 1868: Erinnerungen an den Zuidersee
- 1871: Am Kai von Nimwegen
- um 1872: Zur Erntezeit in Heimhausen bei München
- um 1873: Die Amstel bei Amsterdam, Ende Oktober
- um 1777: Umgebung von Leiden, Holland
- 1879: Gewitterlandschaft bei Amsterdam
- See von Abconde bei Amsterdam
- Platzregen im Juni bei Gouda
- Herbstmorgen bei Brüssel
- Die Maas bei Dordrecht
- Der alte Rhein bei Gouda (Antwerpen, Museum)
- 1880: Die Scheide bei Wetteren, Belgien (Gemäldegalerie Wien, 1882 auf der ersten internationalen Ausstellung im Künstlerhaus angekauft)
- 1885: Letzter schöner Herbsttag
- um 1896: Aus Nordholland. Wiesen mit weidendem Rindvieh
- um 1899: Schilfufer-Landschaft mit Kähnen
Literatur
- Schampheleer, Edmund de, belg. Maler. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 401.
- Schampheleer, Edmond de. In: Friedrich von Boetticher (Hrsg.): Malerwerke des 19. Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Band 2/2, Bogen 33–67: Saal–Zwengauer.. Fr. v. Boetticher’s Verlag, Dresden 1901, S. 532 (Volltext [Wikisource]).
- Schampheleer, Edmond de. In: Hans Wolfgang Singer (Hrsg.): Allgemeines Künstler-Lexicon. Leben und Werke der berühmtesten bildenden Künstler. Vorbereitet von Hermann Alexander Müller. 3., umgearbeitete und bis auf die neueste Zeit ergänzte Auflage. Band 4: Raab–Vezzo. Literarische Anstalt, Rütten & Loening, Frankfurt a. M. 1901, S. 185 (Textarchiv – Internet Archive).
- Schampheleer, Edmond de. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 29: Rosa–Scheffauer. E. A. Seemann, Leipzig 1935, S. 578 (biblos.pk.edu.pl).