Eduard Amphlett
deutscher Fotograf, Journalist und Nazi-Funktionär
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Eduard Adolf Amphlett (* 15. Oktober 1905 in Moskau; † 17. Dezember 1945 in Berlin) war ein deutscher Fotograf, Journalist und NS-Propagandist.
Werdegang
Amphlett wuchs zunächst in Russland auf. Da seine Familie antibolschewistisch gesinnt war, flüchtete sie 1918 infolge der Russischen Revolution nach Deutschland.
Zum 1. März 1932 trat Amphlett der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 997.512).[1] Ab 1932 war er Herausgeber des Reichsnachrichtenblatts der Buchverleihe, einem offiziellen Mitteilungsblatt, das insbesondere den Leihbuchhandel und die Leihbüchereien im Nationalsozialismus im Sinne der Reichsschrifttumskammer steuerte.[2] Von 1939 bis 1942 nahm er als Soldat einer Propagandakompanie der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil.
Nach einer Verwundung war er von 1942 bis 1943 Kriegsberichterstatter und Sonderführer (Z) bei der Luftwaffe (also entsprechend einem Zugführer im Range eines Leutnants) – der Luftwaffen-Kriegsberichter-Kompanie 1. Diese zeichnete unter anderem für die Bebilderung von Peter Supfs Publikation Der Luftkrieg in Polen, ein Bilderwerk (Junker und Dünnhaupt 1941) verantwortlich.[3]
Ab Februar 1943 war Amphlett Referent in der Abteilung „Presse und Propaganda“ des Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete. Zudem war er Leiter des Referates „Druckschriften“ und persönlicher Referent Siegfried Dreschers. Amphlett war in dieser Funktion auch Redaktionschef der Zeitung der Wlassow-Armee.
Nach dem Ende des Krieges war Amphlett ab Mai 1945 zunächst im Berliner Kaufhaus des Westens angestellt. Am 30. September 1945 wurde er vom sowjetischen NKWD in Plau am See festgenommen. Am 15. November 1945 verurteilte ihn ein Sowjetisches Militärtribunal für seine Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs zum Tode. Grundlage des Verfahrens bildete das Kontrollratsgesetz Nr. 10, das die Verfolgung von Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit regelte. Verurteilt wurde er nach Artikel 58 des Strafgesetzbuches der UdSSR. Am 17. Dezember 1945 wurde das Urteil durch Erschießen in Berlin vollstreckt.
Werke (Auswahl)
Literatur
- Klaus-Dieter Müller, Thomas Schaarschmidt, Mike Schmeitzner, Andreas Weigelt: Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche (1944–1947): Eine historisch-biographische Studie. Göttingen 2015, S. 13, 169, 260 (Reg. S. 457)
- Sergej Mironenko, Lutz Niethammer, Alexander von Plato: Sowjetische Speziallager in Deutschland 1945 bis 1950. Berlin 1998 (S. 217)
Weblinks
- Eduard Amphlett auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
- Amphlett Eduard in der Datenbank Todesurteile sowjetischer Militärtribunale gegen Deutsche Zivilisten (1944–1947) bei der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Dokumentationsstelle Dresden