Eduard Beyrer
deutscher Bildhauer (1866–1934)
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Eduard Beyrer (* 25. Oktober 1866 in München; † 7. Juli 1934 ebenda) war ein deutscher Bildhauer und Medailleur. Er wirkte vor allem in München und schuf zahlreiche Porträtbüsten, Brunnenfiguren, Denkmäler sowie Grabplastiken. Zu seinen bekanntesten Werken zählen der Joseph-Rüderer-Brunnen und der Eulenbrunnen in München.

Leben

Eduard Beyrer wurde 1866 in München geboren. Er war der Sohn des aus Tirol stammenden Bildhauers Josef Beyrer und erhielt seine erste künstlerische Ausbildung im väterlichen Atelier. Anschließend studierte er von 1892 bis 1895 an der Münchner Akademie im Atelier des Bildhauers Wilhelm von Rümann. In den Jahren 1895 bis 1896 hielt er sich zu Studienzwecken in Italien auf. Danach ließ er sich dauerhaft in München nieder und arbeitete dort als freischaffender Bildhauer.
Beyrer gehörte zur Generation der Münchner Bildhauer um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Sein Werk verbindet akademischen Historismus mit Elementen des Jugendstils und eines gemäßigten Naturalismus. Neben monumentalen Auftragsarbeiten schuf er zahlreiche Porträtbüsten bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit. Werke von ihm befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Lenbachhauses. Zahlreiche Arbeiten Beyrers sind bis heute im öffentlichen Raum Münchens erhalten und dokumentieren die Bildhauerkunst der späten Kaiserzeit und der frühen Weimarer Republik.
Das Wohnhaus mit dem Atelier Eduard Beyrers lag im Münchner Villenviertel Bogenhausen in der Gaußstraße 12.
Eduard Beyrer starb 1934 im Alter von 67 Jahren in München.
Grabstätte

Eduard Beyrers Grab ist das Familiengrab auf dem Nordfriedhof München (Standort M-rechts-368). In dem Grab liegt auch Eduard Beyrers Ehefrau Betty Beyrer geb. Peters (* 27. Mai 1870; † 14. Oktober 1956).
Werke (Auswahl)


Beyrers künstlerisches Schaffen umfasste Denkmäler, Brunnenanlagen, Grabmäler, Porträtplastiken und Medaillen. Zu seinen bekannten Werken gehören:
- Joseph-Rüderer-Brunnen (1920) in den Maximiliansanlagen in München[1]
- Eulenbrunnen (1915) im Innenhof des Hauptgebäudes der Ludwig-Maximilians-Universität München an der Ludwigsstraße
- Luitpold-Brunnen (Bauzeit 1897–1899, enthüllt am 12. März 1899) Marktplatz in Kulmbach, zusammen mit dem Architekten Martin Dülfer. (Siegerentwurf im Jahr 1895)[2]
- Bildhauerische Arbeiten am Grabmonument Michael Koller, (1895) im Alten Südlichen Friedhof in München, Neue Arkaden 91 (Gräberfeld 41), zusammen mit dem Architekten Martin Dülfer[3]
- Allegorische Skulptur Personifikation der Nacht (1898) auf dem Grabmal von Josef Meier (1866–1936) auf dem Alten Südlichen Friedhof in München – Standort – Gräberfeld 17 – Reihe 1 – Platz 29
- Gefallenendenkmal der Universität Erlangen im Schlossgarten (1930 enthüllt und 1946 abgebrochen)[4]
- Figur Herzog Johann II. an der Fassade des Münchner Rathauses am Marienplatz
- Grabdenkmal Max Haushofer Jr. Fraueninsel. (April 1908)
Darüber hinaus schuf Beyrer zahlreiche Porträtbüsten, darunter Darstellungen des NS-Juristen Ernst Pöhner[5], des Malers Carl von Marr[6] und des Generalarztes Dr. Rotter[7]. Diese Werke befinden sich heute im Bestand des Lenbachhauses in München.
Auch als Medailleur war Beyrer tätig. Seine Medaillen und Plaketten entstanden häufig für Gedenkfeiern, Denkmäler und öffentliche Anlässe.
Stil und Bedeutung
Eduard Beyrer gehörte zu den bedeutenderen Münchner Bildhauern der Zeit zwischen Historismus und Moderne. Seine Werke zeichnen sich durch sorgfältige handwerkliche Ausführung, eine ausgeprägte Porträtgenauigkeit und eine häufig symbolisch-allegorische Bildsprache aus. Besonders im Bereich der Brunnen- und Grabplastik hinterließ er ein umfangreiches Werk im Münchner Stadtbild.
Literatur
- Siegfried Pückler-Limpurg: Beyrer, Eduard. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 3: Bassano–Bickham. Wilhelm Engelmann, Leipzig 1909, S. 572 (Textarchiv – Internet Archive).