Eduard Kuntze
deutscher Theologe und Pfarrer
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Eduard Wilhelm Theodor Kuntze (* 29. September 1799 in Berlin; † 23. Oktober 1862 ebenda) war ein evangelischer Pfarrer und Theologe. Er führte 1835 die ersten kirchlichen Sonntagsschulen in Berlin ein und war 1846 Gründungsmitglied der evangelikalen Weltweiten Evangelischen Allianz.

Leben und Wirken
Seit seiner Jugend war Kuntze ein enger Freund des Malers Eduard Gaertner, den er 1825 auf eine längere Studienreise nach Paris begleitete.[1] Spätestens ab 1830 war er als Pfarrer tätig, 1832 war er Prediger in der Berliner Waisenhauskirche im Großen Friedrichs-Hospital.[2] Im Sommer 1847 wurde er Nachfolger Otto von Gerlachs als Pfarrer der St.-Elisabeth-Kirche vor dem Rosenthaler Tor[3] und hielt ab 1855 auch Gottesdienste in der Zions-Kapelle, Schönhauser Allee 142, der Vorläuferin der Zionskirche.[4]
Kuntze stand der damaligen Erweckungsbewegung nahe und war freundschaftlich verbunden mit dem deutsch-amerikanischen Methodisten Wilhelm Nast, 1846 reiste er nach London als Teil der deutschen Gründungsdelegation der Weltweiten Evangelischen Allianz.[5] 1851 war er Initiator des norddeutschen Evangelischen Bundes, aus dem die Evangelische Allianz in Deutschland hervorging.
In Berlin führte er als Prediger in der Waisenkirche 1835 die erste kirchliche Sonntagsschule ein, einer Vorläuferin des Kindergottesdienstes. Ferner war Kuntze Gründungsvorstand der 1847 erbauten Kommunalen-Armenschule Nr. 1 in der Gartenstraße sowie Direktoriumsmitglied der Preußischen Haupt-Bibelgesellschaft.[6][7][8]
Schriften
- Predigt, gehalten bei der Jahresfeier der Gesellschaft zur Beförderung der evangel. Missionen unter den Heiden. Fröhlich, Berlin 1834.
- Predigt zum dritten Jahresfeste der Missions-Hülfs-Gesellschaft zu Bunzlau. Samuel Luge, Weisenhausbuchdrucker, Bunzlau, 1837.
- Predigten über das innere Leben: nebst einer Reformations-Predigt. Wolff, Berlin 1841.
- Das Jubiläum von Voigtland oder Geschichte der Gründung und Entwicklung der Rosenthaler Vorstadt Bei Berlin. Selbstverlag, Berlin 1855. Digitalisat der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Als Herausgeber zusammen mit Joachim Biesenthal:
- Johann Tauler's Predigten auf alle Sonn- und Festtage im Jahr. 3 Bände, Hirschwald, Berlin 1841/42.
Bildnisse
- Eduard Gaertner (1801–1877), eng mit Kuntze befreundet, fertigte mehrere Portraits von ihm und seiner Familie an:
- Pfarrer Kunze und seine Braut (1829), Querovale Miniatur, Öl auf Elfenbein, 16 × 12 cm (Kunstsammlung der Universität Göttingen)
- Pfarrer Kunze, Jugendfreund Eduard Gaertners. Brustbild im Talar (1835)
- Marianne Kuntze (1836), Öl auf Leinwand, 28,7 × 21 cm (Bildnis der Tochter)
- Friedrich Jentzen (1804–1875): Eduard Wilhelm Theodor Kuntze (undat.), Lithographie nach einem Bild von Franz Krüger, 48,5 × 35,2 cm (British Museum)
Literatur
- Karl Heinz Voigt:
- Eduard Theodor Wilhelm Kuntze. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Band 4, Bautz, Herzberg 1992, Sp. 826–828.
- Die Evangelische Allianz als ökumenische Bewegung. Stuttgart 1990, S. 11–17, 19–22, 24f, 27, 29, 31, 96.