Eduard Wallnöfer

österreichischer Politiker und Landeshauptmann von Tirol (1963–1987) From Wikipedia, the free encyclopedia

Eduard Wallnöfer (* 11. Dezember 1913 in Schluderns, Südtirol; † 15. März 1989 in Innsbruck) war ein österreichischer Politiker (ÖVP) und von 1963 bis 1987 Landeshauptmann von Tirol. Posthum wurde 2006 bekannt, dass er ab 1941 Parteimitglied der NSDAP gewesen war.

Eduard Wallnöfer 1974 in Bludenz

Leben und Politik

Eduard Wallnöfer besuchte die damals zweijährige Landwirtschaftliche Landeslehranstalt Imst, die er 1933 abschloss. Er begann seine Karriere in den 1930er Jahren als Sekretär in der Landwirtschaftskammer. Wallnöfer heiratete 1940 die Bauerntochter Luise Thaler und übernahm deren elterlichen Hof in Mieming. Die letzten 13 Monate des Krieges diente er als Funker.

Ab 1945 war Wallnöfer Gemeinderat in Mieming. 1949 zog er in den Tiroler Landtag ein und wurde Landesrat, 1958 wurde er zum Obmann des Tiroler Bauernbundes gewählt. Eduard Wallnöfer trat 1963 die Nachfolge des überraschend verstorbenen Landeshauptmannes Hans Tschiggfrey an und übergab das Amt 1987 krankheitshalber an Alois Partl. Wallnöfer starb 1989 im Alter von 75 Jahren an einer Lungenentzündung im Innsbrucker Krankenhaus.

Während seiner Amtszeit erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung Tirols und ein Ausbau der Verkehrswege (zum Beispiel Inntalautobahn). Er regte 1972 die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (Arge Alp) an. Als Bauer und Schütze verkörperte er für viele Tiroler den Typus des erfolgreichen „Landesvaters“. In der Bevölkerung erlangte er breite Zustimmung und hohe Sympathie.

Er war Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindungen KÖHV Leopoldina Innsbruck und KÖHV Amelungia Wien, beide im ÖCV.[1]

Herwig van Staa, Landeshauptmann von Tirol von 2002 bis 2008, ist Wallnöfers Schwiegersohn.

Nationalsozialistische Vergangenheit

Am 30. Juni 1938 beantragte Wallnöfer die Aufnahme in die NSDAP-Ortsgruppe Imst und wurde zum 1. Jänner 1941 aufgenommen (Mitgliedsnummer 9.566.289).[2][3][4] Im Zweiten Weltkrieg war er zunächst vom Wehrdienst freigestellt.

Wallnöfers NSDAP-Mitgliedschaft wurde erst im Jahr 2005 einer breiten Öffentlichkeit bekannt, da entsprechende Akten im Berlin Document Center im deutschen Bundesarchiv gefunden wurden. Wallnöfer hatte sich 1946 nicht – wie vorgeschrieben – als ehemaliges Parteimitglied registrieren lassen, weshalb auch kein Entnazifizierungsakt im Tiroler Landesarchiv aufzufinden war.

Eduard-Wallnöfer-Preis

Anlässlich des 65. Geburtstags von Eduard Wallnöfer gegründete die Tiroler Industrie 1978 die „Eduard-Wallnöfer-Stiftung der Tiroler Industrie“.[5] Die Stiftung verleiht alljährlich neben Stipendien den „Eduard-Wallnöfer-Preis für Technik und Wissenschaft“ sowie verschiedene Anerkennungspreise an Forschungs- und Studienprojekte junger Menschen aus Tirol und Südtirol, „die im weitesten Sinne im Interesse der Länder Südtirol und Tirol liegen und entweder für deren technische, innovative und wirtschaftliche oder soziale, kulturelle und gesellschaftliche Weiterentwicklung nutzbar gemacht werden können“.[6]

Der Eduard-Wallnöfer-Preis für Technik und Wissenschaft ist mit 10.000 Euro dotiert.[6] Eine Liste der Preisträger seit 1984 ist auf der Website der Stiftung abrufbar.[7]

Auszeichnungen

Literatur

Einzelnachweise

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