Edward Fowell Martin
Australischer Brigadegeneral (1875-1950)
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Edward Fowell Martin, CB, DSO, CMG (22. August 1875 in Launceston, Tasmanien; † 22. September 1950 in Perth, Australien) war ein australischer Buchhalter, Beamter und hoher Offizier der australischen Armee, der im Ersten Weltkrieg diente.
Biographie
Frühes Leben und Karriere
Edward Fowell Martin wurde am 22. August 1875 in Launceston, Tasmanien, geboren. Die Familie zog nach New South Wales, wo Martin das King’s College in Goulburn besuchte. Er arbeitete als Buchhalter bei einer Bank, bevor er in ein Wollmaklerunternehmen wechselte. 1898 trat Martin als einfacher Soldat in das australische Army Service Corps ein. 1903 wurde er zum Offizier befördert und erreichte bis zum 1. August 1913 den Rang eines Majors.
Erster Weltkrieg
Am 18. August 1914 schloss sich Martin der Australian Naval and Military Expeditionary Force (AN&MEF) an. Die Truppe wurde mit der HMAS Berrima nach Deutsch-Neuguinea entsandt, um die deutsche Kolonie in Folge der Kriegshandlungen für Australien in Besitz zu nehmen. Am 14. September 1914 führte er den Vormarsch auf Toma an, wo der deutsche Interimsgouverneur sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte. Nach der deutschen Kapitulation dort landete Martin mit einer halben Infanteriekompanie und einer halben Kompanie Marine-Reservisten als Garnison in Madang und übernahm dort das Kommando. Er war bis Februar 1915 Bezirksverwalter und kehrte anschließend nach Australien zurück, wo seine Kommandierung zum AN&MEF am 4. März 1915 beendet wurde.
Am 7. Mai 1915 trat Martin als Major im 17. Bataillon der Australian Imperial Force bei. Das Bataillon verlegte bis zum 12. Mai 1915 nach Ägypten und Martin wurde am 2. Juni dessen stellvertretender Kommandeur. Das Bataillon erreichte ANZAC Cove auf der Halbinsel Gallipoli am 19. August und wurde in die Schlacht um Höhe 60 verwickelt, wobei es hohe Verluste erlitt. Im September übernahm das Bataillon die Stellung bei Quinn’s Post. Martin erkrankte wie viele andere an Dysenterie und wurde am 13. September nach Ägypten evakuiert. Er kehrte am 8. Dezember, kurz vor der allgemeinen Evakuierung der Halbinsel, zurück.
Das 17. Bataillon verließ Alexandria am 23. März 1916 in Richtung Marseille und Martin wurde am 19. April zu dessen Kommandeur ernannt. Er übernahm den Dienstposten im Rang eines Oberstleutnants von Henry Arthur Goddard, der krank nach Australien evakuiert worden war. Das 17. Bataillon wurde im Juli bei Pozières eingesetzt und erlitt schwere Verluste. Es blieb in der Front und beteiligte sich an der Einnahme der Stadt. Für seine Leistungen und die seines Bataillons wurde Martin im Kriegsbericht erwähnt und mit dem Distinguished Service Order (DSO) ausgezeichnet.
Am 23. Dezember 1916 wurde Martin aufgrund einer Grippeerkrankung erneut dienstuntauglich und kehrte erst am 17. Februar 1917 zum 17. Bataillon zurück. Während des deutschen Gegenangriffs bei Lagnicourt im April geriet Martins Hauptquartier in die Kämpfe. Am 20. September während der Kämpfe an der Menin-Straße (englisch: Battle of the Menin Road Ridge) verlegte er seinen Gefechtsstand in einen Granattrichter an der Frontlinie, um die Verteidigung besser überwachen zu können. Martin wurde 1917 noch zweimal lobend erwähnt und zum Companion des Ordens von St. Michael und St. Georg (CMG) ernannt. Am 24. September 1917 wurde er zum Brevet-Oberstleutnant der AMF befördert.
Am 9. März 1918 übernahm Martin vorübergehend das Kommando über die 7. Brigade und wurde am 29. März zum temporären Oberst (englisch: temporary colonel) befördert. Am 3. Mai gab er das Kommando ab und übernahm umgehend die 5. Brigade. Am 28. Juni wurde diese Position dauerhaft, und Martin wurde zum temporären Brigadegeneral befördert. Am 9. Juli erhielt er dann den tatsächlichen Rang eines Obersten der AMF.
Vom 31. August bis zum 2. September 1918 eroberte die 5. Brigade den Mont Saint-Quentin; die Einnahme des Hügels durch die 2. Australischen Division, zu der die 5. Brigade gehörte, galt weithin als die größte Kampfleistung des Krieges der Australier. Die Lage des Hügels machte ihn zu einem idealen Beobachtungspunkt, der die nördlichen und westlichen Zufahrtswege zur Stadt Péronne sicherte. Auf die Schlacht, die Teil der Hunderttageoffensive war, folgte die Durchbrechung der Hindenburg-Linie, die letztlich zum Waffenstillstand von Compiègne am 11. November des führte.[1][2] Für seinen Einsatz in den Kämpfen von 1918 wurde Martin drei weitere Male lobend erwähnt und am 3. Juni 1919 zum Companion des Order of the Bath (CB) ernannt. Er reiste am 12. Juli nach Australien und erreichte Sydney am 26. August. Seine Dienstzeit bei der AIF endete am 8. Dezember.
Nach dem Krieg
1924 zog Martin nach Perth, wo er als Buchhalter bei der Zeitung „The West Australian“ arbeitete. 1932 wurde er zum Sergeant-at-Arms der Western Australian Legislative Assembly ernannt. Er verblieb die nächsten achtzehn Jahre in diser Dienststellung. Während des Zweiten Weltkriegs half er beim Aufbau des Volunteer Defence Corps in Perth. Er starb dort am 22. September 1950.
Literatur
- Ross Mallett: Stichwort: Edward Fowell Martin. In: General Officers of the First AIF, adfa.edu.au
- Matthew Higgins: Martin, Edward Fowell (1875–1950). In: Australian Dictionary of Biography. Band 10. Melbourne University Press. 1986. S. 426–427.