Efinaconazol
chemische Verbindung
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Efinaconazol ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antimykotika. Unter dem Namen Jublia ist er zugelassen zur lokalen Behandlung von Nagelpilzinfektionen (Onychomykose) der Fußnägel.
| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Efinaconazol | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C18H22F2N4O | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißes bis beiges Pulver[1] | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Wirkmechanismus |
Ergosterolbiosynthese-Hemmer | |||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 348,39 g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest[1] | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit | ||||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Eigenschaften
Efinaconazol ist ein Antimykotikum vom Triazol-Typ. Das Molekül hat zwei definierte Stereozentren und liegt in der (2R,3R)-Konfiguration vor.
Der Wirkstoff hemmt kompetitiv die pilzliche Lanosterol-14α-Demethylase, die an der Biosynthese von Ergosterol beteiligt ist, einem Bestandteil der Zellmembran bei Pilzen. Durch den Ergosterolmangel wird die Zellmembran durchlässiger und die Pilzzelle geschädigt. Empfindliche Erreger sind etwa Trichophyton rubrum und Trichophyton mentagrophytes.[2] Auch gegenüber Candida- und Malassezia-Arten ist Efinaconazol wirksam.[3] Es bindet wenig an Keratin, wodurch ein höherer Anteil an freiem, aktivem Wirkstoff im Nagel erreicht wird,[3] im Vergleich zu anderen topischen Antimykotika.[4] Die Lipophilie von Efinaconazol ist geringer als die von Amorolfin oder Terbinafin, was die Penetration in den Nagel begünstigt.[4]
Medizinische Verwendung
Anwendungsgebiet

Die zugelassene Anwendung umfasst die lokale Behandlung von leichten bis mittelschweren Onychomykosen der Zehennägel – ohne Beteiligung der Nagelmatrix – durch Dermatophyten bei Patienten ab 6 Jahren. Der Wirkstoff wird über 48 Wochen einmal täglich in Form einer Lösung auf die betroffenen Nägel und die angrenzende Haut aufgetragen.[2]
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen
Die häufigsten in den klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen waren Dermatitis, Bläschen und Schmerzen an der Applikationsstelle sowie Einwachsen der Nägel.[2]
Klinische Prüfung
Die Wirksamkeit bei Erwachsenen wurde in zwei randomisierten doppelblinden Phase-3-Studien an insgesamt 1655 Patienten untersucht, von denen 1239 über einen Zeitraum von 48 Wochen eine wirkstoffhaltige Lösung und 416 eine wirkstofffreie Lösung (Vehikel) anwendeten. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war der Prozentsatz der Patienten, die in Woche 52, also 4 Wochen nach Therapieende, eine vollständige Heilung hatten. In Studie 1 erreichten 17,8 % der Patienten mit Efinaconazol eine Heilung (vs. 3,3 % in der Vehikelgruppe), in der Studie 2 waren es 15,2 % (vs. 5,5 % in der Vehikelgruppe).[2] Auch in den sekundären Endpunkten (Reduktion des Befalls auf unter 10 % der Nagelfläche, negativer Kaliumhydroxid-Test und negative Pilzkultur, Wachstum von neuem gesunden Nagel) war Efinaconazol besser wirksam als nur Vehikel.[2]
Sicherheit und Wirksamkeit bei pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 16 Jahren wurden in einer multizentrischen Phase-4-Studie mit 60 Teilnehmern untersucht, wobei die Wirksamkeitsergebnisse jenen aus vergleichbaren Studien mit Erwachsenen entsprachen.[2]
Synthese
Mehrere Synthesen sind in der Literatur beschrieben.[5][6] In Analogie zu einem für Ravuconazol beschriebenen Large-scale-Syntheseweg lässt sich eine entsprechende Synthese für Efinaconazol ableiten:[7] Dabei entsteht ausgehend von (R)-Methyllactat in einem mehrschrittigen Verfahren ein epoxidisches Intermediat. Im letzten Schritt entsteht durch dessen Umsetzung mit 4-Methylenpiperidin-HBr in Gegenwart von Lithiumhydroxid mit 87%iger Ausbeute[8] das Efinaconazol.[7]
Eine chemisch-enzymatische Methode ist beschrieben.[9]
Handelspräparate
Efinaconazol ist als Jublia in Kanada seit 2013[3] und in den USA seit 2014[10] zugelassen (Hersteller: Bausch Health, vormals Valeant Pharmaceuticals). In Deutschland erfolgte die Zulassung 2025[2] und im Mai 2026 wurde das Präparat im Markt eingeführt (Hersteller: Almirall).
Das Arzneimittel wurde ursprünglich von der japanischen Firma Kaken entwickelt.[3]
Literatur
- Kelly Foley, Aditya K Gupta, Sarah Versteeg, Rachel Mays, Elmer Villanueva, Denny John: Topical and device-based treatments for fungal infections of the toenails. In: Cochrane Database of Systematic Reviews. 16. Januar 2020, doi:10.1002/14651858.CD012093.pub2 (englisch).
- Boni E. Elewski, Phoebe Rich, Richard Pollak, David M. Pariser, Shinichi Watanabe, Hisato Senda, Chikara Ieda, Kathleen Smith, Radhakrishnan Pillai, Tage Ramakrishna, Jason T. Olin: Efinaconazole 10 % solution in the treatment of toenail onychomycosis: Two phase III multicenter, randomized, double-blind studies. In: Journal of the American Academy of Dermatology. Band 68, Nr. 4, 2013, S. 600–608, doi:10.1016/j.jaad.2012.10.013 (englisch).