Egeling Becker
Prediger, Magister, liturgischer Schriftsteller und Theologe des 15. Jahrhunderts
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Leben
Becker war vermutlich ein Sohn des Bürgers Tile Becker in Braunschweig.[1] Er immatrikulierte sich zum Wintersemester 1440/1441 an der Universität Erfurt und besuchte gemeinsam mit Johann Helmich de Berka, Johann Pilgrim und Johann Rucherat von Wesel den Magisterkurs.[2]
Im Jahr 1445 wurde er Magister artium, unterrichtete gemeinsam mit Johann Rucherat von Wesel in Erfurt Philosophie und Theologie und wurde 1449/1450 Bakkalar der Theologie. Hier lernte er um 1451 den Magister Gabriel Biel kennen, der seit 1443 in Erfurt studierte, und sie gingen gemeinsam 1453 an die Universität zu Köln. Sie wurden bald nach Erfurt zurückberufen und gemeinsam im Jahr 1457 zu Lizenziaten der Theologie promoviert. 1458 wurde Becker auf Biels Empfehlung hin nach Mainz berufen, wo er als Lektor im Dom Vorlesungen für den Klerus hielt. Er war als Prediger tätig und hielt wissenschaftliche Vorträge und erhielt vom Domkapitel an der Martinskapelle Benefizium. In Mainz nahm er Kontakt zu den Kartäusern von St. Michael bei Mainz und St. Maria bei Straßburg auf. Spätestens im Januar 1478 kam er nach Straßburg, wo er mit Johannes Geiler von Kayserberg zusammentraf. Beide gehörten 1479 einer Kommission in Mainz an, die sich mit den Lehren des Johann Rucherat von Wesel befasste. In dem folgenden Inquisitionsprozess sprachen sich beide gegen eine Verurteilung von Wesels aus. Egeling starb 1481 und wurde in der Kirche der hl. Maria Magdalena des Klosters der Reuerinnen beigesetzt.[3]
Schriften (Auswahl)
- Expositio canonis missae (eine handschriftlich abgefasste Auslegung des Canon Missae).
- Paucis omissis, pluribus additis ac mutatis, quam accuratissime coraportata.
- Quaestiones diversae, sermones varii et quaedam alia.
- Sermo ad clerum. (Fragment).
- Sermo de sancto Anthonio abbate editus ab eximio viro magistro Engellino de Brunswick …. (Handschrift, Predigt zum Fest des hl. Antonius Abbas, Ms. saec. XV. Quart. 1498).
- Gabriel Biel (Hrsg.): Opus super canone, missae. Reutlingen 1488 (Bearbeitung der Messerklärung Egeling Beckers).
Literatur
- Angelus Saxo de Brunsuico. In: Zentralblatt für Bibliotekswesen. Leipzig 1884, S. 113 (Textarchiv – Internet Archive).
- Adolph Franz: Die Magister Egeling von Braunschweig und Gabriel Biel. In: Die Messe im deutschen Mittelalter. Beiträge zur Geschichte der Liturgie und des religiösen Volkslebens. Herder, Freiburg im Breisgau 1902, Abschnitte: Egeling von Braunschweig und Egelings Messeerklärung, S. 537–555 (Textarchiv – Internet Archive).
- Christian Heitzmann: Becker, Egeling, auch Eggelin, Engelinus, Angelus. In: Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. hrsg. im Auftrag der Braunschweigischen Landschaft e. V. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1996, ISBN 3-7752-5838-8, S. 74.
- Angelus von Braunschweig, auch A. de Brunsvico, Magister Eggelin(us), Engelinus. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 1: Aachen–Braniß. K. G. Saur, München 2005, ISBN 3-598-25031-2, S. 173 (books.google.de – eingeschränkte Ansicht).
