Ehemalige evangelische Kirche (Dobre Miasto)

Kirchengebäude in Dobre Miasto, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die ehemalige Evangelische Kirche im polnischen Dobre Miasto (deutsch Guttstadt) im Ermland ist eine Schinkelkirche aus den 1830er Jahren. Sie ist seit 1945 profaniert. Der Turm der Kirche prägt das Stadtbild der ehemaligen Heidevorstadt südlich der Altstadt von Guttstadt.

Schnelle Fakten Basisdaten, Baugeschichte ...
Ehemalige evangelische Kirche (Dobre Miasto)
Basisdaten
Konfession evangelisch (bis 1945)
Ort Dobre Miasto, Polen
Baugeschichte
Bauherr Evangelische Kirchengemeinde Guttstadt (Kirchenprovinz Ostpreußen, Kirche der Altpreußischen Union)
Architekt Karl Friedrich Schinkel
Bauzeit1829–1833, Turm: 1835
Baubeschreibung
Einweihung 20. Oktober 1833
Profanierung 1945 (Kulturhaus, Stadtbücherei)
Baustil Klassizismus
Bautyp Normalkirche Schinkels
Koordinaten 53° 59′ 9″ N, 20° 24′ 3,1″ O
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Geschichte

Ein erster Entwurf für den Bau einer Kirche für die kleine evangelische Kirche in Guttstadt im mehrheitlich katholischen Ermland wurde 1826 von Landbaumeister Jester eingereicht. Der Gegenentwurf von Karl Friedrich Schinkel behielt die Maße des Baus dieses Entwurfs, wendete jedoch konsequent den Rundbogenstil an. Für das oberste Turmgeschoss plante Schinkel ursprünglich Dreier-Arkaden. Jedoch wurde Schinkels Planung nach Erlass des Normalkirchenerlasses vom Sommer 1827 an den Normalkirchenentwurf angeglichen. Die Entscheidung über den Bau eines Kirchturms wurde erst nach Beginn des Baus getroffen. Zunächst entschied der König, dass der Turm nach dem Plan Schinkels mit einem etwas niedrigeren Turm aufgeführt werden sollte. Auf Bitte der Gemeinde erlaubte der König, ein fünftes Turmgeschoss vorzusehen. Dieser Turm stürzte jedoch schon vor Fertigstellung der Kirche 1833 ein, sodass ein neuer Turm errichtet werden musste. Der Turmbau erfolgte nicht nach dem Entwurf Schinkels, was einige gestalterische Unstimmigkeiten erklärt.

Nach 1945 wurde das Gebäude profaniert und als Kulturhaus genutzt. Nach einem Brand im Jahr 1969 wurde die Kirche für Nutzung durch die örtliche Stadtbücherei umgebaut.

Bauwerk

Die Kirche ist im Stil des Klassizismus aus Backstein auf rechteckigen Grundriss erbaut, an den Schiffsfassaden dem Schema der Normalkirche folgend. Der Putzbau hat eine feine Quaderung, die in den Bogenrahmungen konzentrisch gestaltet ist. Das Traufgesims ist sehr reich gestaltet. Die Außenfassaden sind durch Arkaden gegliedert und haben halbrunde gewölbte Fenster. Dem Kirchenkörper ist ein hoher Turm auf quadratischem Grundriss mit vier durch Gesimse getrennten Stockwerken angefügt. Im ersten Turmgeschoss sitzt oberhalb des Gesimses in der Achse des Portals ein Lünettenfenster, während sich die beiden Freigeschosse des Turms nach allen vier Seiten mit Dreierarkaden öffnen. Der Turm ist mit einem Zeltdach bedeckt.

Gemeinde

Die Kirchengemeinde Guttstadt gehörte bis 1945 zur Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Bis 1892 war in die Inspektion Ermland eingegliedert[1] und kam erst danach zum Kirchenkreis Ermland, zu dessen Superintendenturbezirk Braunsberg (polnisch Braniewo) sie dann gehörte.[2]

Kirchspielorte

Bis 1945 waren neben dem Pfarrort Guttstadt (mit Hausberg (polnisch Chałupki) und Windenhof (polnisch Kunik)) 38 Orte zum Kirchspiel zusammengeschlossen:[3]

Weitere Informationen Deutscher Name, Polnischer Name ...
Deutscher NamePolnischer NameDeutscher NamePolnischer Name
Alt GarschenGarzewoOber KapkeimKabikiejmy
AlthofStary DwórPeterswaldePiotraszewo
AnkendorfJankowo(Königlich) Queetz
mit Adlig Queetz
und mit Kienberg
Kwiecewo
mit Kwiecewo (Osada)
und mit Drzazgi
Battatron
mit Klutkenmühle
und Ludwigsmühle
Barcikowo
mit Kłódka
und Ludwikowo
PlutkenPlutki
BlankenbergGołogóraRosengarthRóżynka
DeppenDąbrówkaSchlittSkolity
EschenauJesionowoSchmolainenSmolajny
GlottauGłotowoSchönwieseMiędzylesie
GradtkenGradkiSchwengenSwajnie
GronauGronowoSchwubenSwobodna
HeiligenthalŚwiątkiSteinbergŁomy
KlingerswaldePodleśnaSternbergStryjkowo
KnopenKnopinStolzhagenKochanówka
KossenKosyńSüssenthalSętal
MünsterbergCerkiewnikUnter KapkeimKabikiejmy Dolne
Neuendorf bei GuttstadtNowa Wieś MałaWeißkreuzKrzyżno
Neu GarschenGarzewkoWichertshofWichrowo
Neu VierzighubenNowe WłókiWölkenWilki
NoßbergOrzechowoZweiteichenStawno
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Pfarrer

An der evangelischen Kirche in Guttstadt amtierten als Geistliche:[1]

  • Johann Daniel Friedrich Petzold, 1772–1777
  • Michael Göring, 1778–1825
  • Eduard Wilhelm Anderson, 1825–1837
  • Ernst Martin Schwatlo, 1837–1858
  • Johann Gottfried I. Schäfer, 1858–1868
  • Friedrich Luwdig G. Sierke, 1869–1880
  • Georg Gardin, 1880–1883
  • Viktor E. Alfred Hartisch, 1884–1885
  • Friedrich Otto Bähr, 1886–1915
  • Willy Pensky, 1915–1919
  • A. Konstantin von Hoerschelmann, 1919–1922
  • Johannes Bertuleit, 1922–1928
  • Erich May, 1928–1933
  • Johannes Perle, 1933–1940

Literatur

  • Karl Friedrich Schinkel: Führer zu seinen Bauten. Band 2. Deutscher Kunstverlag, 2006, S. 91 ff.
Commons: Ehemalige evangelische Kirche (Dobre Miasto) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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