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EinDollarBrille (Verein)

Non-Profit-Organisation From Wikipedia, the free encyclopedia

Der EinDollarBrille e. V. ist eine gemeinnützige, unabhängige, deutsche Organisation zur Entwicklungszusammenarbeit. Der Verein wurde 2012 von Martin Aufmuth in Erlangen gegründet, um eine augenoptische Grundversorgung für Menschen in Entwicklungsländern weltweit zu schaffen, die keinen Zugang zu Sehtests oder bezahlbaren Brillen haben.[1] Auf internationaler Ebene tritt die Organisation unter der Bezeichnung GoodVision auf. Schwesterorganisationen sind EinDollarBrille Schweiz und GoodVision USA neben den vor Ort tätigen Organisationen in den Programmländern in Afrika, Asien und Lateinamerika.[2]

GründungJuni 2012
Schnelle Fakten Rechtsform, Gründung ...
EinDollarBrille e. V.
Logo
Rechtsform gemeinnütziger eingetragener Verein
Gründung Juni 2012
Gründer Martin Aufmuth
Sitz Erlangen
Aktionsraum Weltweit
Personen Martin Aufmuth, Karsten Wolf, Peter Seitz
Umsatz 5.611.051,14 Euro (Bezugsjahr 2023)
Beschäftigte > 600 in den Programmländern
Freiwillige > 300
Website www.eindollarbrille.de
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Die Teams versorgen Menschen mit kostenlosen Sehtests, produzieren und verkaufen günstige Brillen vor Ort und kümmern sich um die Betreuung von Menschen, die eine weiterführende medizinische Behandlung und Operationen benötigen. Sie bilden lokal augenoptische Fachkräfte aus, die sich dadurch eine wirtschaftliche Existenz im eigenen Land aufbauen können.[1] Die Organisation engagiert sich für die Bekämpfung frühzeitig erkannter gut behandelbarer Augenerkrankungen, v. a. von Katarakt, Glaucom, Trachom.[1]

Hintergrund

Einer Studie der WHO von 2019 zufolge leiden rund 950 Millionen Menschen unter einer behandelbaren Fehlsichtigkeit.[3] Viele von ihnen haben entweder keinen Zugang zu augenoptischer Grundversorgung oder ihnen fehlt das Geld um sich eine herkömmliche Brille zu kaufen. Der geschätzte Einkommensverlust, der dadurch entsteht, dass Menschen nicht oder nicht mehr arbeiten können und dass junge Menschen nicht richtig lernen können, betrug 2011 alleine bei den Kurzsichtigen und Altersweitsichtigen zusammen rund 270 Mrd. US-Dollar pro Jahr.[3] Zum Vergleich betrug die gesamte weltweit geleistete Entwicklungshilfe im Jahr 2011 insgesamt 134,04 Milliarden US-Dollar.

Verein

Der EinDollarBrille e. V. ist eine konfessionell und politisch unabhängige, gemeinnützige und nichtstaatliche Hilfsorganisation der Entwicklungszusammenarbeit.

Meilensteine der Geschichte des Vereins

Der EinDollarBrille e.V. wurde im Juni 2012 gegründet.[4] Er hat seinen Sitz in Erlangen und ist als gemeinnützig anerkannt, VR Fürth/200672.[5]

2024 (November) wurde die EinDollarBrille in das Archiv der Neuen Sammlung in München aufgenommen und will damit zeigen, dass soziales Design und nachhaltige Entwicklung bedeutungsvoll sind.[6]

2025 feierte der Verein seine einmillionste ausgegebene Brille.[7]

Ziele

Der Verein will eine augenoptische Grundversorgung für Menschen in Entwicklungsländern weltweit erreichen. Er baut in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort Strukturen in Entwicklungsländern auf, die langfristig eine finanziell unabhängige Versorgung der Menschen mit günstigen, qualitativ hochwertigen und vor Ort produzierten Brillen sicherstellen sollen.[4]

Organe

Der Verein wird von einem vierköpfigen Vorstand geleitet. Erster Vorstand ist seit 2012 Martin Aufmuth, zweiter Vorstand Karsten Wolf. Im erweiterten Vorstand sind Peter Seitz und Freitag. Stand 2026 bestand der Vorstand aus den ersten 3 Personen.[8] Zusätzlich gibt es weitere Zentralfunktionen und Länderverantwortliche und Regionalgruppenleitungen.[8] Gemäß § 8 der Satzung sind die Organe des Vereins die Mitgliederversammlung und der Vorstand. Die Funktion dieser Organe ist in § 9 und § 10 der Satzung beschrieben.[9]

Mitglieder und Mitarbeiter

Ende 2023 sind rund 40 Mitarbeitende in Deutschland und über 600 Mitarbeitende in den Projektländern hauptamtlich für den Verein tätig (gezählt werden geringfügig sowie in Teil- und Vollzeit Beschäftigte). Zusätzlich engagieren sich zu diesem Zeitpunkt in Deutschland bis zu 300 Ehrenamtliche für die Ziele des Vereins.[10]

Spenden

Der EinDollarBrille e. V. finanziert seine Arbeit bislang hauptsächlich durch Spenden. Im Jahr 2020 betrugen die Einnahmen 4.694.128 Euro.[10] Im Jahr 2023 betrugen die Gesamteinnahmen 5.751.147,90 Euro.[1]

Auszeichnungen

2013: empowering people.Award der Siemens Stiftung[6]

2015: Tech Award in der Kategorie Wirtschaftsentwicklung von der Sobrato Organization.[6]

2016: Robert E. Hopkins Leadership Award 2016 der Optical Society of America (OSA).[6]

2017: Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste für Martin Aufmuth als Gründer der EinDollarBrille. Zusätzliche Ernennung von Martin Aufmuth zum Ashoka Fellow. Ashoka ist die größte und älteste Organisation zur Förderung von Sozialunternehmern weltweit.[11]

2017: Next Economy Award in der Kategorie „People“.[11]

2024: Deutscher Award für Nachhaltigkeitsprojekte in der Kategorie Chancengleichheit.[6]

2025: Marion-Dönhoff-Förderpreis für den weltweiten, wegweisenden Einsatz für besseres Sehen.[12][13]

Vorgehensweise

Der Rahmen der EinDollarBrille besteht aus Federstahldraht und wird auf einer manuell betriebenen Biegemaschine von den Menschen vor Ort hergestellt. Vorgeschliffene Gläser in Stärken von −10,0 bis +8,0 Dioptrien können mit einem Handgriff in den Rahmen eingeklickt werden.[4]

Weltweit fehlen nach eine Studie der WHO 65.000 augenoptische Fachkräfte.[14] Der EinDollarBrille e. V. bildet Menschen vor Ort in der Brillenherstellung und als augenoptische Fachkräfte aus. Die Ausbildung zum „GoodVision Technician“ dauert insgesamt ein Jahr und versetzt die Absolventen in die Lage, einfache Sehtests durchzuführen und die Brillen anzupassen.[4]

Der Verein bildet auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen aus und beschäftigt diese. Der EinDollarBrille e. V. finanziert aus Spendenmitteln den Aufbau nachhaltiger Strukturen in den Projektländern wie Ausbildungskosten oder technische Ausstattung. Die laufenden Kosten in den Projektländern finanzieren sich teilweise aus dem Verkauf der Brillen.[4]

Schwerpunktländer

Der EinDollarBrille e. V. und seine Schwesterorganisationen EinDollarBrille Schweiz und GoodVision USA unterstützen derzeit die Programme in Afrika, Asien und Lateinamerika, darunter Bolivien, Brasilien, Burkina Faso, Indien, Kenia, Kolumbien, Liberia, Malawi, Nepal, Paraguay, Peru. Die Organisation möchte in weiteren Ländern aktiv werden und unterhält auch Kooperationen in Ländern, in denen sie selbst noch nicht aktiv ist (Partner-Modell).[10][1]

Einschätzung durch das DZI

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) Berlin sieht den Verein als neutral an und gibt als Begründung an, dass der Verein ein offenes Auskunftsverhalten pflegt und sich keine kritischen Anhaltspunkte aus den vorliegenden Materialien ergeben.[1]

Einzelnachweise

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