Ein kurzer Film über die Liebe

Film von Krzysztof Kieślowski (1988) From Wikipedia, the free encyclopedia

Ein kurzer Film über die Liebe (Originaltitel: Krótki film o miłości) ist ein polnischer Film des Regisseurs Krzysztof Kieślowski. Der Film begleitet einen jungen Postbeamten, der eine Frau in seinem Nachbarhaus über ein Fernglas beobachtet und sich in diese verliebt.

TitelEin kurzer Film über die Liebe
OriginaltitelKrótki film o miłości
ProduktionslandPolen
OriginalsprachePolnisch
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Ein kurzer Film über die Liebe
Originaltitel Krótki film o miłości
Produktionsland Polen
Originalsprache Polnisch
Erscheinungsjahr 1988
Länge 87 Minuten
Produktions­unternehmen Zespoly Filmowe
Stab
Regie Krzysztof Kieślowski
Drehbuch Krzysztof Kieślowski
Krzysztof Piesiewicz
Produktion Ryszard Chutkowski
Musik Zbigniew Preisner
Kamera Witold Adamek
Schnitt Ewa Smal
Besetzung
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In gekürzter und leicht abgewandelter Form ging der Film bereits als sechster Teil in Kieślowskis Fernsehfilmzyklus Dekalog ein (siehe Dekalog, Sechs) und behandelt dort das biblische Gebot „Du sollst nicht die Ehe brechen“. Neben „Ein kurzer Film über die Liebe“ wurde aus diesem Zyklus auch für den fünften Teil „Dekalog, Fünf“ mit „Ein kurzer Film über das Töten“ eine Langversion für das Kino produziert.

Handlung

Der neunzehnjährige Waise Tomek lebt in einem Warschauer Hochhaus bei der Mutter eines Freundes. Der Postbeamte verbringt seine Freizeit damit, über ein Fernglas die wesentlich ältere Magda zu beobachten, welche eine Wohnung in dem seinem Zimmer gegenüberliegenden Haus bezieht. Er beobachtet sie sowohl bei alltäglichen Handlungen als auch beim Kontakt mit Liebhabern. Um sich ihr näher zu fühlen, ruft Tomek öfter bei ihr an, ohne etwas zu sagen, nur um ihre Stimme zu hören, und wirft gefälschte Mitteilungen über Geldsendungen in ihren Briefkasten, damit sie zu seiner Poststelle kommt. Zusätzlich nimmt er eine Stelle als Milchmann für ihre Wohnung an, um weitere Begegnungen zu provozieren.

Tomek beobachtet, wie Magda sich mit einem ihrer Liebhaber streitet und danach zu weinen beginnt. Er lockt sie daraufhin erneut zur Post. Nachdem Magda auf eine erneute gefälschte Überweisung hin von Tomeks Vorgesetzten des Betrugs bezichtigt wird, verlässt sie aufgebracht die Filiale. Tomek läuft ihr daraufhin hinterher und gesteht ihr, dass er sie längere Zeit beobachtet. Magda reagiert darauf schockiert. Am Abend positioniert sie ihr Bett direkt am Fenster und beginnt mit einem Liebhaber anzubandeln. Bevor es zu sexuellen Handlungen kommt, erzählt sie diesem, dass sie von Tomek mit einem Fernglas beobachtet werden. Aufgebracht stürmt dieser zu Tomek, fordert ihn zum Kampf und schlägt ihn zusammen.

Der verletzte Tomek liefert am nächsten Tag Magdas Milch aus und wird von ihr an der Tür konfrontiert. Er gesteht ihr, dass er sie liebt, und kehrt nach dem Gespräch zu ihrer Wohnung zurück, um sie nach einem Treffen zu fragen. Magda akzeptiert und Tomek rennt überglücklich durch den Hof des Wohnkomplexes. In einem Café schildert Tomek Magda genaueres dazu, wie er sie beobachtet hat. Magda ist hierüber mittlerweile weniger erschüttert, erwidert Tomeks Liebeserklärung jedoch damit, dass es keine Liebe gebe, sondern nur Sex.

Am Abend in ihrem Apartment möchte Tomek ihr ein Geschenk geben, welches Magda jedoch ablehnt. Sie führt seine Hände an ihre Schenkel, wobei Tomek vor Erregung direkt zum Orgasmus kommt. Dies kommentiert Magda damit, dass „dies die ganze Liebe ist“. Außer sich stürmt Tomek aus der Wohnung zurück in sein Zimmer. Magda versucht über das Fenster mit ihm Kontakt aufzunehmen. Tomek eilt jedoch in sein Badezimmer und schlitzt sich mit einer Rasierklinge die Pulsadern auf.

Tomek überlebt schwer verletzt und wird in ein Krankenhaus gebracht. Nachdem Magda von seinem Schicksal erfahren hat, versucht sie verzweifelt mit ihm Kontakt aufzunehmen und zeigt sich deutlich um ihn besorgt. Um seine Wiederkunft zu bemerken, beginnt nun sie, mit einem Fernglas zu Tomeks Zimmer zu schauen. Als er aus dem Krankenhaus zurückkommt, besucht Magda seine Wohnung. Dort wird sie von der Mutter seines Freundes in Empfang genommen, die sie zum schlafenden Tomek führt, ihr aber verbietet mit ihm zu reden oder ihn zu berühren. Magda wirft einen Blick in Tomeks Fernrohr in ihre Wohnung und führt sich vor Augen, was er gesehen haben muss. Letztlich schließt sie die Augen und stellt sich vor, wie Tomek mit ihr in ihrer Wohnung ist. Daraufhin lächelt sie.

Hintergrund

Der Film stellt eine Langversion für das Kino des sechsten Beitrags aus Kieślowskis Fernsehreihe Dekalog zu den Zehn Geboten dar. Ähnlich verfuhr Kieślowski mit dem fünften Teil der Reihe, welcher unter dem Titel Ein kurzer Film über das Töten in Langfassung im Kino gezeigt wurde. Während „Ein kurzer Film über das Töten“ sich im Handlungsablauf an die TV-Version hält und nur einige Szenen ergänzt, besitzt „Ein kurzer Film über die Liebe“ insbesondere ein anderes Ende als seine Kurzversion. In Dekalog, Sechs sucht Magda nach Tomeks Selbstmordversuch ebenfalls verzweifelt nach ihm und findet ihn letztlich an seiner Poststelle auf. Ihr Erscheinen kommentiert er jedoch nur nüchtern mit der Feststellung „Ich beobachte Sie nicht mehr“, womit der Film endet.

Der junge Mann – eine Figur, die in jedem der Dekalog-Filme zu sehen ist – tritt auch in „Ein kurzer Film über die Liebe“ in Erscheinung. Er wird nach Martas Zusage zu einem Treffen von Tomek im Freudentaumel beinahe überrannt und zeigt sich ein zweites Mal, als Tomek vor seinem Suizidversuch von Magdas Wohnung zu seiner geht.

2002 erschien eine Adaption des Films auf Hindi unter dem Titel Ek Chhotisi Love Story.

Kritik

„Ein kurzer Film über die Liebe“ erhielt sehr positive Kritik. Im Review-Aggregator-Portal Rotten Tomatoes erhielt der Film von 22 Kritikern zu 95 % positive Bewertungen. Die Nutzer des Cineasten-Portals Letterboxd bewerteten den Film im Schnitt mit 4,1 von 5 möglichen Sternen. Im Lexikon des Internationalen Films wird die tiefgründige Behandlung der Liebesthematik gelobt: „Die durch die Kargheit der inszenatorischen Mittel und durch ein Höchstmaß an dramaturgischer Stringenz imponierende Geschichte beeindruckt durch ihre ethisch orientierte Reflexion über die Liebe“.[1]

Auszeichnungen

Der Film wurde als polnischer Beitrag für den besten fremdsprachigen Film bei der Oscarverleihung 1989 eingereicht, jedoch nicht als Nominierung aufgenommen.

Einzelnachweise

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