Eine Frage der Würde (Film)
Film von Stephan Komandarev (2023)
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Eine Frage der Würde (Verweistitel: Blaga’s Lessons; Originaltitel: Уроците на Блага Urozite na Blaga) ist ein sozialrealistisches Filmdrama von Stefan Komandarew. Der Film mit Eli Skortschewa in der Titelrolle als frisch verwitwete, ehemalige Lehrerin, die zum Opfer von Kriminellen wird, feierte Anfang Juli 2023 beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary seine Premiere und kam Ende Januar 2024 in die deutschen Kinos. Eine Frage der Würde wurde von Bulgarien als Beitrag für die Oscarverleihung 2024 als bester Internationaler Film eingereicht.
| Film | |
| Titel | Eine Frage der Würde |
|---|---|
| Originaltitel | Уроците на Блага |
| Transkription | Urozite na Blaga |
| Produktionsland | Bulgarien, Deutschland |
| Originalsprache | Bulgarisch |
| Erscheinungsjahr | 2023 |
| Länge | 114 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Stefan Komandarew |
| Drehbuch | Stefan Komandarew, Simeon Wenzislawow |
| Produktion | Stefan Komandarew, Katja Tritschkowa |
| Musik | Kalina Wassilewa |
| Kamera | Wesselin Christow |
| Schnitt | Nina Altapamarkowa |
| Besetzung | |
| |
Handlung

Nach dem Tod ihres Mannes lebt die 70-jährige Blaga, pensionierte Lehrerin, allein in einer kleinen Wohnung in Schumen. Der Friedhofsverwalter bietet ihr unter der Hand ein Doppelgrab an. Das Geld dafür hat sie zwar, verliert es jedoch kurz darauf vollständig durch Telefonbetrug. Die Polizei macht ihr wenig Hoffnung, lädt sie jedoch dazu ein, auf einer Präventionsveranstaltung ihr Erlebnis zu erzählen. Eine Boulevardzeitung berichtet am Folgetag despektierlich darüber.
Der Friedhofsverwalter hat noch weitere Interessenten für das Grab und fordert eine Anzahlung. Blaga lebt von einer schmalen Rente und unterrichtet daneben Tanya, eine junge Frau, die aus einem Kriegsgebiet geflohen ist und für ihre Einbürgerung eine Sprachprüfung bestehen muss. Da Blaga wegen ihres Alters weder einen Bankkredit noch eine Anstellung bekommt, verpfändet sie ihre Wertsachen und leiht Geld bei einem Kredithai, um zumindest die Anzahlung für das Grab zu leisten. Um das Geld für die Restzahlung zu bekommen, bietet sie mit Tanyas Hilfe Fahrdienste an, um die Telefonbetrüger auf sich aufmerksam zu machen. Tatsächlich wird sie als „Muli“ angeworben – an der Ausdrucksweise erkennt sie ihren eigenen Betrüger. Ihre Instruktionen bekommt sie per Handy, zehn Prozent kann sie für sich behalten. Sie agiert aber unvorsichtig und wird bei einem Job gesehen. Beim folgenden Auftrag wird Blaga vom Opfer, einem gleichaltrigen Mann, angegriffen, kann jedoch verletzt entkommen. Diesmal hat sie eine große Summe erbeutet, die sie nicht abliefert, sondern damit das Grab bezahlt. Ihr Handy wirft sie weg.
Später kommt unangekündigt Tanya zu Besuch, um mit ihr die bestandene Einbürgerung zu feiern. Blaga geht kurz einkaufen und lässt sie allein. Bei ihrer Rückkehr hört sie vom Treppenhaus Drohungen und Schreie – ihre Auftraggeber sind in die Wohnung eingebrochen und schlagen Tanya zusammen, die sie für den untreuen Muli halten. Hilflos kehrt Blaga um und geht aufgewühlt davon.
Produktion

Regie führte Stefan Komandarew. Es handelt sich um den elften Lang- beziehungsweise Spielfilm des Bulgaren. Bekannt ist er vor allem für den Kriminalfilm V krag, der unter anderem 2020 beim Festival des mittel- und osteuropäischen Films mit dem Hauptpreis ausgezeichnet wurde. Der Film bildet zusammen mit Directions – Geschichten einer Nacht (Посоки / Posoki) und Rounds (В кръг) eine Trilogie.[2]
Der internationale Filmtitel Blaga’s Lessons (engl. für „Blagas Lektionen“) ist ein Wortspiel, da Blaga einerseits einer aus Bergkarabach geflohenen Frau Bulgarisch-Stunden gibt, sie aber andererseits selbst einige Lektionen lernen muss.[3][4]
Die Premiere von Eine Frage der Würde fand am 3. Juli 2023 beim Internationalen Filmfestival Karlovy Vary statt. Anfang Oktober 2023 wurde er beim Filmfest Hamburg gezeigt und Ende des Monats beim Rome Film Fest.[5][6] Im Januar 2024 wurde er beim Palm Springs International Film Festival gezeigt.[7] Der Kinostart in Deutschland war am 25. Januar 2024.[8] Ende Januar, Anfang Februar 2024 wurde er beim Göteborg Film Festival gezeigt.[9] Im April 2024 wird der Film im Rahmen der Reihe New Directors / New Films vorgestellt, einem gemeinsamen Filmfestival des New Yorker Museum of Modern Art und der Film Society of Lincoln Center.[10]
Rezeption
Kritik
Die Filmkritik hob vor allem Skorchevas darstellerische Leistung hervor.[2][3][11] Der Film sei insgesamt „pechschwarz“ mit einem grauenvollen Ende[3] und erzähle „erbarmungslos die sozialen Missstände im heutigen Bulgarien“.[11] Er sei aber gleichzeitig eine „scharfsinnige Charakterstudie“ der harten Frau, die erkennt, dass sie selber Fehler macht.[2] Außerdem wurden die handwerkliche Qualität des Films[2] und seine „nüchternen Bilder“[11] gelobt.
Auszeichnungen
Eine Frage der Würde wurde von Bulgarien als Beitrag für die Oscarverleihung 2024 als bester Internationaler Film eingereicht und befand sich in der Vorauswahl zum Europäischen Filmpreis 2023.[12] Im Folgenden weitere Nominierungen und Auszeichnungen.
Adelaide Film Festival 2023
- Nominierung im Feature Fiction Competition
- Lobende Erwähnung (Eli Skortschewa)[13]
CinÉast 2023
- Auszeichnung mit dem Special Jury Prize (Stefan Komandarew)
- Auszeichnung mit den Critics’ Prize (Stefan Komandarew)[14]
Gijón International Film Festival 2023
- Nominierung in der Sektion Albar[15]
- Nominierung im Internationalen Wettbewerb[16]
Internationales Filmfestival Karlovy Vary 2023
- Auszeichnung mit dem Kristallglobus (Stefan Komandarew)
- Auszeichnung als Beste Schauspielerin im Internationalen Wettbewerb (Eli Skortschewa)
Rome Film Fest 2023
- Nominierung als Bester internationaler Spielfilm[19]
Sofia International Film Festival 2024
- Auszeichnung als Bester bulgarischer Spielfilm (Stefan Komandarev)
- Auszeichnung mit dem Award of the Bulgarian Guild of Film Critics (Stefan Komandarev)[20]