Einwohnerentwicklung von Witten

Entwicklung der Einwohnerzahlen von Witten, Nordrhein-Westfalen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung der Stadt Witten im südlichen Ruhrgebiet tabellarisch und graphisch wieder.

Wappen
Wappen

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung von Witten nach nebenstehender Tabelle. Oben von 1739 bis 2018. Unten ein Ausschnitt ab 1871

Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit lebten nur wenige hundert Menschen in Witten. Durch zahlreiche Kriege, Seuchen und Hungersnöte stieg die Einwohnerzahl nur langsam. Im 19. Jahrhundert setzte mit Beginn der Industrialisierung in Witten ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1817 erst 1.534 Menschen in der Stadt, so waren es im Jahre 1900 bereits über 33.000. Auch durch zahlreiche Eingemeindungen wuchs die Bevölkerung der Stadt.

Die Eingliederung von Heven am 1. Juli 1921 brachte einen Zuwachs von rund 8.000 Personen auf 46.292. Am 1. August 1929 wurden die Gemeinden Annen (mit dem am 1. April 1922 eingemeindeten Rüdinghausen), Stockum, Düren, Teile von Bommern sowie Teile von Langendreer (Krone) in die Stadt Witten eingegliedert. Dadurch stieg die Bevölkerungszahl um 27.728 Personen auf 73.288 Einwohner.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Witten wegen der industriellen Bedeutung Ziel von fast 100 zerstörerischen Luftangriffen. Das gesamte Stadtgebiet, vor allem der Bereich um die Ruhrbrücken, war Schauplatz eines erbitterten Abwehrkampfes zwischen US-amerikanischen Truppen und Wehrmachtsverbänden. Die Einwohnerzahl sank von 73.365 im Mai 1939 bis auf 69.384 im Oktober 1946. Wegen des Zustromes von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten stieg die Bevölkerungszahl bis 1961 auf über 96.000.

Im Zuge der Eingemeindung von Herbede (15.021 Einwohner 1974) überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Witten am 1. Januar 1975 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Gleichzeitig erreichte die Bevölkerungszahl mit 109.554 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2011 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Witten 98.330 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).[1]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1796 handelt es sich meistens um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Stadtverwaltung (bis 1970) und des Statistischen Landesamtes (ab 1971). Die Angaben beziehen sich ab 1840 auf die „Zollabrechnungsbevölkerung“, ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1840 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Von 1739 bis 1944

(jeweiliger Gebietsstand)

Weitere Informationen Jahr/Datum, Einwohner ...
Jahr/Datum Einwohner
1739566
1787690
1796851
1. Dezember 1817¹1.534
1. Dezember 1818¹1.587
1. Dezember 1819¹1.610
1. Dezember 1825¹1.660
3. Dezember 1840¹2.987
3. Dezember 1843¹3.444
3. Dezember 1846¹3.632
3. Dezember 1852¹4.506
3. Dezember 1855¹5.126
3. Dezember 1858¹6.908
Datum Einwohner
3. Dezember 1861¹7.931
3. Dezember 1864¹10.536
3. Dezember 1867¹12.313
1. Dezember 1871¹15.161
1. Dezember 1875¹18.106
1. Dezember 1880¹21.554
1. Dezember 1885¹23.879
1. Dezember 1890¹26.310
2. Dezember 1895¹28.769
1. Dezember 1900¹33.517
1. Dezember 1905¹35.841
1. Dezember 1910¹37.450
1. Dezember 1916¹35.995
Datum Einwohner
5. Dezember 1917¹36.223
8. Oktober 1919¹37.441
31. Dezember 192037.675
31. Dezember 192146.292
16. Juni 1925¹45.519
31. Dezember 192845.522
31. Dezember 192973.412
31. Dezember 193073.410
16. Juni 1933¹72.580
31. Dezember 193573.230
17. Mai 1939¹73.365
31. Dezember 194073.800
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¹ Volkszählungsergebnis

Von 1945 bis 1970

(jeweiliger Gebietsstand)

Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
Datum Einwohner
31. Dezember 194570.276
29. Oktober 1946¹69.384
31. Dezember 194771.706
13. September 1950¹76.312
31. Dezember 195179.520
31. Dezember 195281.973
31. Dezember 195385.959
Datum Einwohner
25. September 1956¹91.706
6. Juni 1961¹96.462
31. Dezember 196196.887
31. Dezember 196297.433
31. Dezember 196397.613
31. Dezember 196497.934
31. Dezember 196598.506
Datum Einwohner
31. Dezember 196698.398
31. Dezember 196797.840
31. Dezember 196897.559
31. Dezember 196998.070
27. Mai 1970¹97.379
31. Dezember 197097.641
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¹ Volkszählungsergebnis

Quelle: Stadtverwaltung

Ab 1971

(jeweiliger Gebietsstand)

Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
Datum Einwohner
31. Dezember 197197.379
31. Dezember 197296.387
31. Dezember 197395.800
31. Dezember 197494.533
31. Dezember 1975108.771
31. Dezember 1976107.722
31. Dezember 1977107.036
31. Dezember 1978106.426
31. Dezember 1979106.185
31. Dezember 1980105.876
31. Dezember 1981105.573
31. Dezember 1982104.694
31. Dezember 1983103.668
31. Dezember 1984102.195
31. Dezember 1985102.259
Datum Einwohner
31. Dezember 1986102.232
25. Mai 1987¹102.902
31. Dezember 1987103.042
31. Dezember 1988103.637
31. Dezember 1989104.701
31. Dezember 1990105.403
31. Dezember 1991105.242
31. Dezember 1992105.834
31. Dezember 1993105.807
31. Dezember 1994105.423
31. Dezember 1995104.754
31. Dezember 1996104.267
31. Dezember 1997103.872
31. Dezember 1998103.126
31. Dezember 1999103.384
Datum Einwohner
31. Dezember 2000103.196
31. Dezember 2001103.158
31. Dezember 2002102.432
31. Dezember 2003101.823
31. Dezember 2004101.181
31. Dezember 2005100.793
31. Dezember 2006100.248
30. Juni 200799.976
31. Dezember 200998.601
31. Dezember 201098.233
31. Dezember 201198.330
31. Dezember 201596.700
31. Dezember 201696.781
31. Dezember 201796.565
31. Dezember 201896.563
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¹ Volkszählungsergebnis

Quellen: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen und Stadt Witten

Bevölkerungsprognose

In ihrem 2006 publizierten „Wegweiser Demographischer Wandel 2020“, in dem die Bertelsmann Stiftung Daten zur Entwicklung der Einwohnerzahl von 2.959 Kommunen in Deutschland liefert, wird für Witten ein Rückgang der Bevölkerung zwischen 2003 und 2020 um 7,0 Prozent (7.095 Personen) vorausgesagt.

Absolute Bevölkerungsentwicklung 2003–2020 – Prognose für Witten (Hauptwohnsitze):

Nebenstehende Prognose im Vergleich zu den realen Daten von 1990 bis 2018
Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
Datum Einwohner
31. Dezember 2003101.823
31. Dezember 2005101.022
31. Dezember 201098.952
31. Dezember 201596.967
31. Dezember 202094.728
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Quelle: Bertelsmann Stiftung

Bevölkerungsstruktur

Weitere Informationen Bevölkerung, Stand 31. Dezember 2022 ...
Bevölkerung Stand 31. Dezember 2022
Einwohner mit Hauptwohnsitz98.701
davon männlich47.964
weiblich50.737
Deutsche84.975
Anteil Deutsche in Prozent86,1
Ausländer13.726
Ausländeranteil in Prozent13,9
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Quelle:[2][3]

Altersstruktur

Die folgende Übersicht zeigt die Altersstruktur aus dem Jahr 2022.

Weitere Informationen Alter von – bis, Einwohnerzahl ...
Alter von – bis Einwohnerzahl Anteil in Prozent
0 – 55.2115,2
6 – 1710.21710,4
18 – 247.1017,2
25 – 296.1616,2
30 – 346.4136,5
35 – 4412.01012,2
45 – 5412.57712,7
55 – 6415.95016,2
65 – 7915.37015,6
über 807.6917,8
Gesamt98.701100,0
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Quelle: Statistisches Jahrbuch der Stadt Witten, 56. Jahrgang 2023, Berichtsjahr 2022

Stadtteile

Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf den 31. Dezember 2020 (Hauptwohnsitze).[4]

Weitere Informationen Name, Fläche in km² ...
Name Fläche in km² Einwohnerzahl Einwohner je km²
Annen12,1118.2841.510
Bommern6,138.5171.389
Düren/Stockum5,436.2051.143
Herbede23,9913.049544
Heven5,9811.4491.915
Witten-Mitte11,4133.9822.978
Rüdinghausen7,356.627902
Witten72,4098.1131.355
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Quelle: Stadt Witten

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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