Eisenhower-Prinzip
Kategorisierungsweise anstehender Aufgaben
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Das sogenannte Eisenhower-Prinzip (auch: Eisenhower-Methode, Eisenhower-Matrix) ist eine im Zeitmanagement oft referenzierte Möglichkeit, Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit zu priorisieren.
Herkunft und Einordnung
Das Prinzip wird dem US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower zugeschrieben. Dieser zitierte 1954 in einer Rede einen namentlich nicht genannten ehemaligen Hochschulpräsidenten: „I have two kinds of problems, the urgent and the important. The urgent are not important, and the important are never urgent.“[1] Die heute bekannte Matrix-Darstellung wurde jedoch erst später, unter anderem durch Stephen Covey (1989), als Werkzeug popularisiert.[2]
Beschreibung
Anhand der Kriterien Wichtigkeit und Dringlichkeit ergeben sich vier Quadranten:
| Dringend | Nicht dringend | |
|---|---|---|
| Wichtig | A-Aufgaben Sofort selbst erledigen | B-Aufgaben Terminieren und selbst erledigen |
| Nicht wichtig | C-Aufgaben Delegieren | D-Aufgaben Eliminieren / Papierkorb |
Wissenschaftliche Kritik
In der psychologischen Forschung wird kritisiert, dass das Prinzip den sogenannten Mere Urgency Effect vernachlässigt. Studien von Zhu, Yang und Hsee (2018) belegen, dass Menschen dazu neigen, Aufgaben mit kurzen Fristen (dringend) zu bevorzugen, selbst wenn diese unwichtig sind und eine geringere Belohnung bieten als wichtige, aber weniger dringende Aufgaben.[3]
Zudem ist die Empfehlung, C-Aufgaben zu delegieren, in modernen Arbeitskontexten mit flachen Hierarchien oft nicht praktikabel. Ohne die Möglichkeit zur Delegation führt das Prinzip dazu, dass "dringende" Aufgaben die Zeit für strategisch wichtige Ziele verdrängen.[4]