Eisenwald Tonschmiede
2005 in Ilmenau gegründetes deutsches Musiklabel aus dem westthüringischen Eisenach
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Eisenwald ist ein 2005 in Ilmenau gegründetes deutsches Musiklabel aus dem westthüringischen Eisenach. Es umfasst ein breites, internationales Spektrum an Interpreten vornehmlich aus der Spielart des Post-Black-Metals und vereinzelt Interpreten des Pagan Metals, Black Metals sowie der Genres Darkfolk und Neofolk. Es besteht eine Kooperation mit dem schwedischen Label Nordvis Produktion.
| Eisenwald | |
|---|---|
| Aktive Jahre | seit 2005 |
| Gründer | Nico Meyer |
| Sitz | Eisenach, Thüringen, Deutschland |
| Website | www.eisenton.de |
| Genre(s) | Black Metal, Post-Black-Metal, Neofolk |
Geschichte
Als erste Veröffentlichung unter dem Namen Eisenwald Tonschmiede erschien die auf 330 Exemplare limitierte Vinyl-Langspielplatte "Bastard" der deutschen Black-Metal-Band Devilish. Während das Label in seinen ersten Jahren häufig für die Schallplattenproduktionen bereits veröffentlichter Werke verantwortlich zeichnete, gewannen mit den Jahren eigene Signings an Bedeutung.
Einen wichtigen Schritt in der Geschichte des Labels stellte im Jahr 2014 die Veröffentlichung des bislang letzten Albums der Post-Black-Metal-Band Agalloch aus dem US-amerikanischen Portland (Oregon), "The Serpent & the Sphere", in Europa dar.[1] Zuvor hatte Eisenwald bereits im Jahr 2019 das erste Demo der Gruppe als limitierte Variante auf Vinyl wiederveröffentlicht und im Jahr 2012 war eine limitierte Vinyl-Box früher Demo-Aufnahmen unter dem Titel "The Demonstration Archive: 1996–1998" erschienen. Später veröffentlichte Agalloch-Frontmann John Haughm auch das Debütalbum seiner Nachfolgeband Pillorian, "Obsidian Arc" (2017), über das Label, mit dessen Gründer Nico Meyer er eigenen Angaben zufolge viele Ideen teilt.[2]
Auf diese Weise baute sich Eisenwald eine enge Beziehung zur Metal-Szene in Portland auf. So kam über John Haughm der Kontakt zur ebenfalls von dort stammenden Black-Metal-Band Uada zustande.[3] Deren Debütalbum "Devoid of Light" aus dem Jahr 2016 markierte für Eisenwald einen weiteren Meilenstein, da es selbst über die Grenzen der Metal-Szene hinaus Resonanz erfuhr. So begründete WeltN24-Chefredakteur Ulf Poschardt anhand des Albums im Feuilleton der Tageszeitung Die Welt, warum Black Metal in Zeiten des Terrors "der Sound der Stunde" sei.[4] Im Jahr 2019 eröffnete das Label eine Nordamerika-Dependance in Portland (Oregon). Seit 2022 veröffentlicht mit Falls of Rauros eine weitere Post-Black-Metal-Band aus Portland in Europa über Eisenwald.[5]
Beziehungen unterhält das Label seit der Wiederveröffentlichung des Albums "Dromers" der Band Fluisteraars im Jahr 2014 auch zur niederländischen Szene um das 2015 gegründete Underground-Label Haeresis Noviomagi mit den weiteren Bands Turia, Iskandr, Solar Temple und Nusquama. Hier übernimmt Eisenwald die Veröffentlichungen auf CD und Schallplatte sowie den Digitalvertrieb, während sich das Stammlabel auf limitierte Kassetten-Editionen beschränkt.[6]
Darüber hinaus veröffentlicht Eisenwald seit 2017 die Tonträger einiger Bands aus dem Schweizer Künstlerkollektiv Helvetic Underground Committee, darunter Ungfell, Ateiggär und Dakhma.[7] Auch Interpreten aus Thüringen, wo Eisenwald angesiedelt ist, finden sich gehäuft im Programm, darunter Mosaic, Odal, Werian, Vivus Humare und Kankar.
Teils finden sich auch Veröffentlichungen aus den Genres Folk und Neofolk im Repertoire. So nahm Eisenwald im Jahr 2017 das US-amerikanische Nordic-Folk-Projekt Osi and the Jupiter unter Vertrag, das zwei Songs zum Soundtrack der letzten Staffel der Fernsehserie "Vikings" beisteuerte.[8][9] Zudem veröffentlichte das Label jeweils ein Album des polnischen Neofolk-Projekts By The Spirits und des Nordic-Folk-Projekts Nordein.[10][11]
Größere Aufmerksamkeit erlangte 2019 das Album "Mana" der Band Idle Hands, die inzwischen unter dem Namen Unto Others firmiert. Die Jury für den Bereich "Hard & Heavy" nahm das Werk in die Longlist des Preises der deutschen Schallplattenkritik für das Jahr 2019 auf.[12]
Selbstverständnis
Der programmatische Slogan von Eisenwald lautet "Finest dark Arts" (dt. "feinste dunkle Künste"). Seit 2019 ersetzt er im Label-Logo den Zusatz "Tonschmiede". Eine Erläuterung der Geschäftsphilosophie findet sich auf der Facebook-Präsenz des Unternehmens: Man verstehe sich als unabhängiges Label, dessen Ziel es sei, bestimmte Ästhetiken zu kuratieren, künstlerische Visionen zu unterstützen und einen Gemeinschaftssinn zu etablieren. Obwohl man vor allem im dunklen und extremen Metal angesiedelt sei, beschränke sich das Label nicht auf musikalische Grenzen, sondern veröffentliche Alben vieler Genres, solange diese ein starkes Gefühl vermittelten, das die Label-Verantwortlichen begrüßen. Das Spektrum reiche dementsprechend von eher experimenteller Musik über Folk-inspirierte Gesänge bis hin zu extremem, geradlinigem Black Metal. Eigenem Bekunden nach lege das Label großen Wert auf eine sorgfältige Aufmachung seiner Produkte, die verschiedene Tonträger-Formate, darunter Spezial-Editionen auf Vinyl, und offizielles Merchandising umfassen.[13]
Kontroverse
Im Jahr 2005 bot das Label in seinem Webshop einen Tribute-Sampler für die Rechtsrock-Band Absurd an und geriet daraufhin in Verdacht, der rechtsextremen Szene nahezustehen. Auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage des SPD-Abgeordneten Heiko Gentzel antwortete die Thüringer Landesregierung, dass die Interpreten „weit überwiegend dem unpolitischen Black-Metal-Bereich zuzuordnen“ sind und daher eine „Klassifizierung der "Eisenwald Tonschmiede" als rechtsextremistisch […] nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht vorgenommen werde[n]“ kann.[14] Im Zuge einer kleinen Anfrage vom 26. Oktober 2009 wurde erneut eine Einordnung des Labels vom thüringischen Innenministerium erfragt. Das Innenministerium antwortete, dass die Anhaltspunkte zu einer Einstufung des Labels als eindeutig rechtsextrem nicht ausreichen.[15]
Erstveröffentlichungen von Alben nach Interpreten
- Aridus: Serpent Moon (2023)
- Ashtar: Kaikuja (2020), Wandering Through Time (2023)
- Ateiggär: Tyrannemord (2022)
- Aurvandil: Yearning (2011)
- Austere: To Lay like Old Ashes (2009)
- Autumn’s Dawn: Gone (2014)
- Blaze of Sorrow: Absentia (2020), Vultus Fati (2023)
- By The Spirits: Visions (2019), We Are Falling (2022)
- Cantique Lépreux: Cendres Célestes (2016), Paysages Polaires (2018), Sectes (2021), Le bannissement (2024)
- Ceremonial Castings: Our Journey Through Forever (2022)
- Coldworld: Isolation (2022)
- Dakhma: Blessings of Amurdad (2021)
- Falls of Rauros: Key to a Vanishing Future (2022)
- Fellwarden: Oathbearer (2017), Wreathed in Mourncloud (2020), Legend: Forged in Defiance (2024)
- Flame, Dear Flame: Aegis (2021)
- Fluisteraars: Gegrepen door de geest der zielsontluiking (2021), Manifestaties van de ontworteling (2024)
- Germ: Grief (2013)
- Givre: Le Pressoir Mystique (2021), Destin Messianique (2022), Le cloître (2024)
- Grimoire: À la lumière des cendres (2011)
- Häive: Iätön (2017)
- Heltekvad: Morgenrødens Helvedesherre (2022)
- Idle Hands: Mana (2019)
- Infaust: Des Schmerzes Macht (2006), Blutbad & Melancholie (2008), Verblichen (2017)
- Inhuman Hate: Twilight of a Lost Soul (2010)
- Iskandr: Euprosopon (2018), Vergezicht (2021), Spiritus Sylvestris (2023)
- Isolation: Closing a Circle (2011)
- Kankar: Dunkle Millenia (2021)
- Krater: Urere (2016), Venerare (2019), Phrenesis (2024)
- Kvelgeyst: Blut, Milch und Thränen (2023)
- L’Acéphale: L'Acéphale (2019)
- Lönndom: Viddernas tolv kapitel (2010)
- Mosaic: Secret Ambrosian Fire (2019), Heimatspuk (2022)
- Nazxul: Iconoclast (2009)
- Netherbird: Into The Vast Uncharted (2019), Arete (2021)
- Nordein: Nordariket (2020), Etna (2022)
- Nusquama: Horizon ontheemt (2019)
- Odal: Geistes Unruh (2016), Welten Mutter (2021)
- Ordo Obsidium: Orbis Tertius (2011), A Crooked Path to Desolation (2013)
- Osi and the Jupiter: Uthuling Hyl (2017), Halls of the Wolf (2018), Nordlige Rúnaskog (2019), Stave (2021), Cedar And Sage (2023)
- Panzerfaust: The Suns of Perdition (Tetralogie, 2019–2024)
- Pillorian: Obisidian Arc (2017)
- Silent Leges Inter Arma: Silent Leges Inter Arma (2012)
- Solar Temple: Fertile Descent (2018)
- Solbrud: Levende i brønshøj vandtårn (2021)
- Svabhavat Black Mirror Reflection (2020)
- The Flight of Sleipnir: Skadi (2017), Eventide (2021), Nature's Cadence (2024)
- They Came from Visions: The Twilight Robes (2024)
- Todeskult: Apathy (2009)
- Todesstoß: Würmer zu weinen (2008)
- Total Hate: Lifecrusher – Contributions to a World in Ruins (2016), Throne Behind a Black Veil (2019)
- Turia: Degen van licht (2020)
- Uada: Devoid of Light (2016), Cult of a Dying Sun (2018), Djinn (2020), Crepuscule Natura (2023)
- Ungfell: Mythen, Mären, Pestilenz (2018), Es grauet (2021), De Ghörnt (2024)
- Vanum: Legend (2022)
- Vargnatt: Grausammler (2015)
- Velnias: Scion of Aether (2020)
- Vinsta: Freiweitn (2023)
- Vivus Humare: Einkehr (2015)
- Werian: Animist (2019)
- Whirling: Faceless Phenomena (2010)
- Wolfhetan: Vor uns das Feuer, über uns der Himmel (2023)