El Gobernador
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Die Lokomotive El Gobernador der US-amerikanischen Eisenbahngesellschaft Central Pacific Railroad (CP) war die einzige jemals in den USA erbaute und betriebene Dampflokomotive mit der Achsfolge 2’E (4-10-0 in der Whyte-Notation). Sie wurde nach einem Entwurf des Chefingenieurs Andrew Jackson Stevens in den Werkstätten der CP in Sacramento gebaut und galt zu ihrer Zeit als größte Lokomotive der Welt, erwies sich jedoch bei ihrer Erprobung 1884 als Fehlkonstruktion. Der Kessel war nicht in der Lage, für die großen Zylinder ausreichend Dampf zu liefern, auch fand die CP keine passende Einsatzmöglichkeit für die Lokomotive. Nach etwa zehn Jahren wurde die nur wenig eingesetzte Lokomotive wahrscheinlich im Juli 1894 verschrottet.
| CP El Gobernador | |
|---|---|
Central Pacific Railroad Nr. 237 El Gobernador | |
| Nummerierung: | 237 2050 (ab 1891) |
| Anzahl: | 1 |
| Hersteller: | Central Pacific Sacramento shops |
| Baujahr(e): | 1883 |
| Ausmusterung: | 1894 |
| Bauart: | 2’E n2 |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Kuppelachsstand: | 5970 mm |
| Gesamtachsstand: | 8810 mm |
| Achsstand mit Tender: | 19.940 mm |
| Treibraddurchmesser: | 1448 mm |
| Dienstmasse: | 66,22 t 70,03 t (umgebaut) |
| Dienstmasse mit Tender: | 98,61 t 94,80 t (umgebaut) |
| Reibungsmasse: | 58,06 t 55,16 t (umgebaut) |
| Radsatzfahrmasse: | 12,13 t |
| Anfahrzugkraft: | 147 kN |
| Kesselüberdruck: | 930 kPa |
| Heizrohrlänge: | 3660 mm |
| Anzahl der Heizrohre: | 178 |
| Rostfläche: | 2,76 m² |
| Strahlungsheizfläche: | 18,30 m² |
| Rohrheizfläche: | 107,21 m² |
| Verdampfungsheizfläche: | 135,17 m² |
| Zylinderanzahl: | 2 |
| Zylinderdurchmesser: | 533 mm |
| Kolbenhub: | 914 mm |
| Kupplungstyp: | Janney |
| Tenderbauart: | 2’2’ |
| Dienstmasse des Tenders: | 28,58 t |
| Wasservorrat: | 11.360 l |
| Brennstoffvorrat: | 5 t |
Geschichte
Andrew Jackson Stevens, der Chefingenieur der CP, hatte 1882 mit der Lokomotive Nr. 229 Mastodon bei der Central Pacific Railroad erfolgreich die Achsfolge 2’D (Mastodon) eingeführt. Die Mastodon hatte sich bewährt und war deutlich leistungsfähiger als die übrigen Lokomotiven der CP, so dass die Bahngesellschaft eine Serie von 20 Stück in Auftrag gab. Stevens wollte nun mit der Erweiterung um eine fünfte Kuppelachse einen leistungsfähigeren und entsprechend schwereren Kessel sowie eine höhere Zugkraft ermöglichen. Vorgesehen war die Lokomotive für die Bespannung schwerer Züge auf den Strecken der CP und der mit ihr verbundenen Southern Pacific (SP) über die Sierra Nevada.[1] Der Bau der neuen Lokomotive begann 1882 und im Februar 1883 stellten die Werkstätten der CP in Sacramento die Lokomotive fertig. Eingesetzt wurde sie jedoch erst im März des Folgejahrs, da die CP erst ihre Infrastruktur an die neue Lokomotive anpassen musste. Die CP verwendete sie bis dahin als Ausstellungsstück zur Werbung im Bahnhof von Sacramento. Ihren Namen El Gobernador (deutsch: Der Gouverneur) erhielt sie nach Leland Stanford, dem Präsidenten der CP, der von 1861 bis 1863 Gouverneur von Kalifornien gewesen war, und nach dem auch schon die Gov. Stanford, die erste Lokomotive der CP, benannt worden war. Stanford hatte sich für den Bau der Lokomotive eingesetzt.
Die Erprobung zeigte jedoch, dass die großen Zylinder – mit 914 mm Hub übertrafen sie alle bisherigen CP-Lokomotiven deutlich – und der Kessel nicht ausreichend aufeinander abgestimmt waren. Der Kessel war nicht in der Lage, ausreichend Dampf zu liefern, so dass der Maschine nach relativ kurzer Fahrt der Dampf ausging, obwohl Stevens dies mit einer Ventilsteuerung nach eigenem Entwurf zu verhindern versucht hatte. Auch der Umbau auf eine Stephenson-Steuerung mit herkömmlichen Flachschiebern führte nicht zu einer Verbesserung. Die CP fand zudem keine geeigneten Einsatzmöglichkeiten für das Einzelstück, so dass sie meist nur als beeindruckendes Schaustück diente. Theoretisch hätte sie Züge mit einem Gewicht von 600 Tonnen über die 2,5-%-Steigung der Tehachapi Loop befördern können.[1] Bei ihrer Indienststellung erhielt sie die Nummer 237, die im Jahr 1891 auf 2050 geändert wurde. Um die nötige Bogenläufigkeit zu erreichen, war die letzte Kuppelachse seitenverschiebbar. Die Räder der zweiten und dritten Kuppelachse waren zudem ohne Spurkränze ausgeführt.
Nach etwa zehn Jahren ließ die CP die Maschine wahrscheinlich im Juli 1894 verschrotten. Der Kessel diente noch einige Jahre in den Werkstätten in Sacramento zur stationären Dampferzeugung. Die Achsfolge 2’E fand weltweit nur ein einziges Mal nochmals Anwendung bei Dampflokomotiven, bei der 1941/42 von deutschen Herstellern erbauten Baureihe 11 der bulgarischen Staatsbahn BDŽ.
Weblinks
- Wes Barris: 4-10-0 "El Gobernador" Steam Locomotives in the USA Central Pacific Class El Gobernador, www.steamlocomotive.com
