Elbit Hermes 900
Israelische Aufklärungsdrohne
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Die Elbit Hermes 900 ist eine Aufklärungs- und Angriffsdrohne[2] des israelischen Herstellers Elbit. Die Hermes 900 ist eine Weiterentwicklung der kleineren Hermes 450 und wird seit 2012 verkauft.
| Kenngröße | Daten der Elbit Hermes 900 |
|---|---|
| Länge | 8,30 m |
| Spannweite | 15,00 m |
| Massen |
|
| Fluggeschwindigkeit |
|
| Dienstgipfelhöhe | 9144 m |
| Reichweite | 2000 km |
| Operationsradius | >350 km |
| Flugdauer | 30–36 h |
| Triebwerke | ein Rotax 912 |
| Elbit Hermes 900 | |
|---|---|
| Typ | Aufklärungs- und Angriffsdrohne |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Elbit |
| Erstflug | 9. Dezember 2009[1] |
| Indienststellung | 2012 |
Betreiber
Aserbaidschan[3]
Brasilien[3]
Chile[3]
Kolumbien[4]
Indien Drishti 10 werden in Indien in Lizenz hergestellt.[5]
Island[3]
Israel
Mexiko[3]
Philippinen[3]
Singapur[6]
Serbien[7]
Vereinte Nationen[3]
Schweiz
Im Jahr 2015 wählte die Schweizer Beschaffungsbehörde armasuisse die Hermes 900 im Rahmen ihres Programms zur Beschaffung eines MALE-UAV (Medium Altitude Long Endurance), das unter allen Wetter- und Lichtbedingungen betrieben werden und eine kontinuierliche Aufklärung gewährleisten sollte. Das Projekt lief unter dem Namen Aufklärungsdrohnensystem 15, kurz ADS 15. Die besondere Herausforderung in der Schweiz bestand in der Kombination aus einer relativ hohen Bevölkerungsdichte und einem stark ausgebauten zivilen und privaten Luftfahrtsektor, was ein unbemanntes System erforderte, das sicher in den zivilen Luftraum integriert werden konnte.[8] Das System wurde speziell an die Anforderungen der Schweizer Armee angepasst und als Hermes 900 HFE bezeichnet. Es ist das erste und einzige MALE-UAV weltweit, das eine zivile Zulassung für den Betrieb im zivilen Luftraum erhalten sollte, basierend auf der Genehmigung der israelischen Zivilluftfahrtbehörde (CAAI), die als Referenz für das Schweizer Programm diente.[9] Die Plattform durchlief umfangreiche Flugtests sowohl in Israel als auch in der Schweiz und wurde als ausgereiftes System eingestuft, das für die Auslieferung an die Schweizer Luftwaffe bereitsteht.[10]
Am Projekt ADS 15 war auch die RUAG beteiligt, das staatseigene Schweizer Luft- und Raumfahrtunternehmen, das von armasuisse mit der Entwicklung und Integration eines „Detect-and-Avoid“ (DAA)-Kollisionsvermeidungssystems für die Hermes 900 HFE beauftragt wurde. Das ADS-15-Programm umfasste einen einzigartigen Anforderungskatalog sowohl hinsichtlich der operationellen Fähigkeiten als auch der Flugoperationen. Der Versuch, die Standards für die zivile Zulassung zu erfüllen, führte zu Verzögerungen im Zeitplan, wodurch die operationelle Nutzung des Systems verschoben wurde.[11][12][13] So musste jeder Flug der Drohne im unkontrollierten Luftraum – und dies gerade während Grenzsicherungseinsätzen – entweder von einem Flugzeug oder einem Hubschrauber begleitet werden.
Drei Anpassungen an die Schweizer Betrieb müssen hervorgehoben werden:
- Das selbstständige Erkennen und Ausweichen von VFR-Flugbewegungen im unkontrollierten Luftraum, insbesondere Gleitschirmfliegern, Segelflugzeugen, Hubschraubern und ähnlichen Fluggeräten. Das System hätte die anderen Luftfahrzeuge optisch erkennen müssen, da im unkontrollierten Luftraum grundsätzlich weder Transponder noch FLARM-Geräte vorgeschrieben sind. Ein solches System wäre weltweit das erste gewesen. Nachdem Elbit daran scheiterte, eines zu entwickeln, übernahm die RUAG dieses Teilprojekt.
- Der Einbau eines schwereren Dieselmotors, während die serienmäßige Hermes 900 mit Flugbenzin betrieben wird. Diese Änderung bedingte die Neukonstruktion des Rumpfes durch Elbit.
- Der Einbau einer Enteisungsanlage, so dass die Drohne auch im Winter ohne Einschränkungen fliegen kann.
Anfang September 2025 – sechs Jahre nach der geplanten Indienststellung – hat der Bundesrat entschieden, sechs Stück der Hermes 900 in der israelischen Standardversion zu kaufen.[14]
Am 25. November 2025 berichtete die Schweizer Armee von einem erfolgreichen Testflug des Aufklärungsdrohnensystems ADS 15 zwischen Emmen und Payerne, der vollständig aus dem Cockpit in Emmen ferngesteuert wurde. Nach der Landung in Payerne wurde die Drohne vorbereitet, am Nachmittag erneut gestartet und ohne Zwischenfälle nach Emmen zurückgeführt.[15]
Zwischenfälle
- Am 5. August 2020 stürzte eine für die Schweiz produzierte ADS 15 ab. Aufgrund von starken Schwingungen löste sich das V-Leitwerk der ADS 15 vom Rumpf. Die Ursache der Schwingungen konnte Elbit ohne Designänderungen korrigieren.[16]
- Am 13. Januar 2025 stürzte eine Drishti 10 vor der Küste von Porbandar ab. Die abgestürzte Drishti 10 absolvierte Abnahmeflüge, bevor sie der Indischen Marine übergeben worden wäre. Der Absturz hatte in der Schweiz ein Grounding der schweizerischen Testflüge bis August 2025 zur Folge.[17][5][18]
Weblinks
- Elbit Hermes 900 (englisch)