Elert Bode
deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Theaterintendant
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Elert Bode (* 6. April 1934 in Breslau; † 29. März 2025 in Schweinfurt[1]) war ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Theaterintendant.
Leben und Wirken
Bode erhielt seine schauspielerische Ausbildung bei Günther Seeker, dem Leiter der Jungen Bühne in Goslar. Er gab 1956 sein Debüt beim Theater im Kleinen Raum in Münster. Dort arbeitete er auch als Dramaturg und Regieassistent. 1957 gründete er in Paderborn die Westfälischen Kammerspiele, deren Intendant er bis 1970 war.
Von 1970 bis 1976 leitete er als Intendant die Württembergische Landesbühne Esslingen. 1976 wurde er Intendant der Stuttgarter Komödie im Marquardt, 1984 zusätzlich des dortigen Alten Schauspielhauses. Er trat an seinen Häusern auch als Schauspieler auf und übernahm häufig die Regie. Zu seinen Rollen gehörten die Titelfigur in Torquato Tasso, Mephisto im Urfaust, Jupiter in Amphitryon, Elwood P. Dowd in Mein Freund Harvey, General in Anouilhs Der Walzer der Toreros, Peer Bille in dem Curt-Goetz-Stück Hokuspokus und die Titelrolle in Kipphardts In der Sache J. Robert Oppenheimer. Im August 2002 übergab er die Theaterleitung an Philip von Maldeghem, blieb aber weiterhin als Schauspieler und Regisseur aktiv.
Daneben übernahm Bode häufig Engagements für das Fernsehen, vorwiegend in Krimiserien. In Heinrich Breloers Dokumentarspiel Speer und Er (2005) verkörperte er Konstantin Freiherr von Neurath.
Bode wirkte von 1971 bis 1999 in 37 Hörspielproduktionen der ARD mit.[2] Als Synchronsprecher lieh er in der britischen Serie Mit Schirm, Charme und Melone den Schauspielern Tony Steedman (Folge Die Milch macht’s) und Patrick Barr (Folge Koffer, Koffer, du musst wandern) seine Stimme.
Elert Bode war ein Urururenkel des Astronomen Johann Elert Bode.[3]
Auszeichnungen
- 1970: Kulturpreis der Stadt Paderborn
- 1995: Bundesverdienstkreuz am Bande
- 1999: Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg
- 2001: Silbernes Blatt der Dramatiker Union
- 2003: Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
Filmografie
- 1965: Nachruf auf Egon Müller
- 1966: Standgericht
- 1967: Liebesgeschichten (Fernsehserie, eine Folge)
- 1968: Madame Bovary (Mehrteiler)
- 1968: Der Nachruf
- 1970: Wie ein Blitz (TV-Dreiteiler)
- 1970: Drücker
- 1971: Chopin-Express
- 1974: Tatort – Gefährliche Wanzen
- 1975–76: Eurogang (Fernsehserie)
- 1977: Gefundenes Fressen
- 1977: Die Teufelsbraut
- 1978: Liebling, ich bin da
- 1978: 1982: Gutenbach
- 1978: Das Wunder der Erziehung
- 1978: St. Pauli-Landungsbrücken (Fernsehserie, 1 Folge)
- 1979: Der Mörder
- 1979: Tatort – Maria im Elend
- 1979: Mein Vater, der Kommissar – Keine Spur von Rita
- 1980: Lucilla
- 1980: Jan vom goldenen Stern
- 1982: Der Zubringer
- 1982: Unheimliche Geschichten (Fernsehserie, Folge Zwei Augen im Dunkel)
- 1983: Der Tunnel
- 1984: Das Tor zum Glück
- 1986: Der X-Bericht – Die geheime Mission des „Ochsensepp“
- 1986–1996: Derrick (Fernsehserie, 5 Folgen)
- 1986: Tatort – Einer sah den Mörder
- 1987: Ein Fall für zwei (Fernsehserie, Folge Tatzeit)
- 1987: Tatort – Eine Million Mäuse
- 1988: Eichbergers besondere Fälle (Fernsehserie)
- 1989: Hanna Monster, Liebling
- 1990: Insel der Träume (Fernsehserie)
- 1991: Tassilo – Ein Fall für sich (Fernsehserie)
- 1996: Der Schattenmann (Mehrteiler)
- 1997: Porträt eines Richters
- 1997, 1998: Der Alte (Fernsehserie, 2 Folgen)
- 1997: Tatort – Bienzle und der tiefe Sturz
- 1998: Polizeiruf 110: Hetzjagd
- 1998: Polizeiruf 110: Tod und Teufel
- 1998: Tatort – Bienzle und der Champion
- 1999: Tatort – Bienzle und der Zuckerbäcker
- 1999: Rosamunde Pilcher – Klippen der Liebe
- 1999: Der Unbestechliche
- 2000: Tatort – Bienzle und der Mann im Dunkeln
- 2000: Enthüllung einer Ehe
- 2000: Deutschlandspiel
- 2000: Weihnachten auf Eis
- 2001: Polizeiruf 110: Fluch der guten Tat
- 2002: Ich hab es nicht gewollt – Anatomie eines Mordfalls
- 2003: Der Bulle von Tölz (Fernsehserie)
- 2005: Speer und Er (Mehrteiler)
- 2007: Reine Geschmacksache
- 2007: Drei teuflisch starke Frauen – Eine für alle
- 2007: Pfarrer Braun: Das Erbe von Junkersdorf
- 2008: Buddenbrooks
- 2011: Carl & Bertha
- 2011: Die Rosenheim-Cops (Fernsehserie, Folge Mord ist aller Laster Anfang)[4]
- 2011: In aller Freundschaft (Fernsehserie, Folge Machtlos)
- 2017: Laible und Frisch – Do goht dr Doig
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Literatur
- Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 83.
- C. Bernd Sucher (Hg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 1995, 2. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 76.
Weblinks
- Literatur von und über Elert Bode im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Elert Bode bei IMDb
- Elert Bode bei Filmmakers
- Agenturangaben mit Fotos