Eliminationsstatus
Zustand in der in der Epidemiologie und Infektiologie
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Der Eliminationsstatus bezeichnet in der Epidemiologie und Infektiologie den offiziell anerkannten Zustand eines geografischen Gebiets (Land oder Region), in dem die endemische Übertragung eines spezifischen Erregers durch gezielte Kontrollmaßnahmen dauerhaft unterbrochen wurde. Während die Eradikation die weltweite Abwesenheit eines Erregers beschreibt (z. B. Pocken), bezieht sich die Elimination auf eine lokale oder regionale Reduktion der Inzidenz auf null oder ein extrem niedriges, definiertes Zielniveau.[1][2]
Kriterien und Zertifizierung
Die Vergabe und Überprüfung des Status erfolgt meist durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder regionale Gesundheitsbehörden wie die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO). Für die Zertifizierung müssen in der Regel folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Unterbrechung der Übertragungskette: Der Nachweis, dass über einen Zeitraum von mindestens 12 bis 36 Monaten (je nach Erreger) keine endemischen Infektionen aufgetreten sind.[3]
- Surveillance-System: Ein leistungsfähiges Überwachungssystem, das importierte Fälle schnell erkennt und Folgeinfektionen verhindert.[4]
- Impfquote: Bei impfpräventablen Krankheiten wie Masern ist meist eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 % in der Bevölkerung erforderlich, um eine Herdenimmunität zu gewährleisten.[5][6]
Statusverlust und Re-Elimination
Ein Land verliert seinen Eliminationsstatus, wenn derselbe Virusstamm über einen Zeitraum von mehr als 12 Monaten kontinuierlich in der Bevölkerung zirkuliert (Re-Etablierung). Dies geschieht häufig infolge von Impflücken. Ein aktuelles Beispiel ist der Statusverlust Großbritanniens im Januar 2026 hinsichtlich der Masern, nachdem die Fallzahlen aufgrund sinkender MMR-Impfquoten (auf ca. 85 % bei der zweiten Dosis) massiv anstiegen. Den USA droht der Verlust des Masern-Eliminationsstatus wegen anhaltender Übertragungsketten.[7]
Bedeutung
Der Eliminationsstatus dient als wesentlicher Indikator für die Effektivität nationaler Gesundheitssysteme. Er ist jedoch kein statischer Zustand, sondern erfordert kontinuierliche Investitionen in Prävention und Diagnostik, um ein Wiederauftreten (Resurgenz) der Krankheit zu verhindern.