Elisa Chirino
deutsche Kunstturnerin
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Elisa Chirino (* 1997 in Berlin) ist eine ehemalige deutsche Kunstturnerin.[1] Sie tritt als Botschafterin des Deutschen Turner-Bundes in Erscheinung und setzt sich für Inklusion und Barrierefreiheit im Sport ein.[2]
Leben
Chirino besuchte ab der dritten Klasse das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin in Hohenschönhausen.[1] Am 25. März 2014 stürzte sie beim Training am Stufenbarren und wurde noch am selben Abend operiert.[3] Nach der Operation im Krankenhaus Friedrichshain wurde sie in das Unfallkrankenhaus Berlin verlegt.[3] Es wurde eine Halswirbelsäulenfraktur in der Höhe C4/C5 diagnostiziert.[4] Bis Ende 2015 blieb sie im Krankenhaus und in der Rehabilitation und zog am 1. Dezember 2015 in eine erste eigene Wohnung in Berlin-Lichtenberg.[5][1] Sie ist vom Hals abwärts gelähmt.[5] Ab 2016 nahm sie wieder regelmäßig am Unterricht teil und schloss das Abitur 2018 ab.[1]
Wirken
Chirino turnte für den SC Berlin und gewann 2010 den ersten Platz am Sprung bei den Deutschen Jugendmannschaften.[1] 2013 belegte sie bei den Deutschen Meisterschaften in Mannheim am Sprung den dritten Platz.[3] Sie gehörte einer Berliner Bundesligamannschaft an und stieg 2013 mit ihrem Team TSG Steglitz in die 1. Turnliga auf.[3][1] Vor dem Unfall galt sie als große Nachwuchshoffnung und verfolgte das Ziel einer Qualifizierung für eine Olympia-Teilnahme.[6] Ihre Geschichte wurde in der ZDF-Reihe 37 Grad in der Dokumentation Elisas neues Leben (2024) erzählt.[7] Seit 2024 ist sie Botschafterin der DTB-Kampagne #BeActive zur Europäischen Woche des Sports und trat dabei bei der #BeActive-Bewegungsmeile im Rahmen von Die Finals in Frankfurt am Main auf.[2] In diesem Rahmen wirbt sie für eine inklusive und barrierefrei Organisation von Sportangeboten.[2] Im Jahr 2025 unterstützte der Deutsche Turner-Bund eine Spendenaktion für sie, die Therapien und ein speziell umgebautes Auto finanzieren soll.[8] Sie beschreibt Solidarität als Gefühl einer Gemeinschaft Betroffener und sprach über Unsichtbarkeitserfahrungen als Frau im Rollstuhl.[9] Sie plädiert für einen direkten Umgang und dafür, bei Unterstützungsbedarf einfach zu fragen.[10][9]