Elisabeth Bardill

schweizer Journalistin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Elisabeth Bardill (geboren am 17. Januar 1941 in Auenstein, Kanton Aargau) ist eine Schweizer Journalistin und Buchautorin. Als Publizistin und langjährige Beobachterin ihrer Region hat sie sich auf die Erzählung von Menschen und Geschichten in Graubünden spezialisiert.

Elisabeth Bardill (2022)

Leben und Wirken

Elisabeth Bardill kam als Elisabeth Meyer 1941 im aargauischen Auenstein zur Welt. Ihre Mutter Ruth Meyer, geborene Riniker (1911–2008), war Lehrerin, ihr Vater Werner Meyer (1909–2009) war Pfarrer. Sie wuchs in Küsnacht am Zürichsee auf.[1] Nach einer Ausbildung zur Kindergärtnerin an der Neuen Mädchenschule Bern war sie in Bubendorf (Kanton Basel-Landschaft) tätig. Nach der Heirat mit Jakob Bardill, einem Lehrer aus Bünden, zog sie nach Tenna ins Safiental, später nach Schiers. Rund zwei Jahrzehnte unterrichtete sie am Bildungszentrum Palottis in Schiers die Fächer Lebenskunde, Werken und Gestalten.

Den Weg in den Journalismus fand Bardill erst spät. Erst das Überstehen einer schweren Krankheit habe sie zum Schreiben gebracht. Davon sagt sie, es habe ihr «nicht nur einen zweiten Frühling, sondern ein zweites Leben geschenkt».[2] Ab 1996 arbeitete sie anfangs für das Bündner Tagblatt, später auch für Terra Grischuna, Prättigauer und Herrschäftler oder Rhiiblatt.[3] Mit Porträts von Menschen in unterschiedlichen Lebenswelten – im Handwerk, im Bauerntum, in Institutionen, Kirche, Bildung, Kunst und Musik – in Graubünden setzte sie ihre thematischen Schwerpunkte. Neben der journalistischen Tätigkeit fand sie zur Schriftstellerei und veröffentlichte ihre Recherchen als Bücher.

Elisabeth Bardill ist Mutter von vier erwachsenen Söhnen und lebt seit 2004 mit ihrem Ehemann Jakob Bardill in Tenna in Graubünden.

Rezeption

Über ihr Buch Zwischen Anpassung und Widerstand – Lebensformen von Frauen im Graubünden betonte die Buchkritik, dass es Elisabeth Bardill gelinge, verschiedene Lebensformen und das Spannungsverhältnis vieler Frauen zwischen Anpassung und Widerstand zu schildern. Gewürdigt wird die Fähigkeit, die Vielfalt und Komplexität der Lebensrealitäten von Frauen in Graubünden sichtbar zu machen.[4]

Das darauf folgende Buch Zwischen Ruhe und Anspannung – Lebensformen von Frauen im Graubünden sei als Fortsetzung des ersten Buches zu verstehen. Zudem habe sie bewusst auch jüngere Frauen porträtiert, für die noch vieles im Leben offen sei. Letztendlich aber gehe es Bardill darum, die verschiedenen Werte der Frauen aufzuzeigen und damit auch Vorurteile abzubauen, die oftmals gegenüber so genannt «ruhelosen» Frauen vorherrschen.[3]

In Bauernstolz und Bauerntum beschreibt sie die Lebensgeschichten von 12 Bergbauernfamilien aus Vadura, Donat, Safien Zalön, Caviano, Mergoscia, Blitzingen, Törbel, Erschmatt und Ebikon, Leissigen, Perrefitte und La Ferrière. Das Buch beschreibe Familien und Betriebe der Schweizer Bergheimat, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung kleiner und mittlerer Bio-Bergbauernhöfe, «die zwar nicht dem agrarpolitischen Ideal entsprechen, die aber von Menschen bewirtschaftet werden, welche gemäss der Autorin mit Pionier- und Erfindergeist mutig und beharrlich ihr Ziel verfolgen und in Gegenden abseits der grossen Verkehrsadern ihren wichtigen Beitrag leisten».[5]

Zu ihrer 2010 veröffentlichen Box 16 Handwerkerporträts aus Graubünden hob die Kritik hervor, dass Bardill mit diesem Werk die alte Handwerkskunst und das kulturelle Geschehen in den Bündner Tälern beschreibe und bekannt mache. Besonders gewürdigt wird ihr Engagement, das traditionelle Handwerk und die Lebensformen der Region literarisch festzuhalten.[4]

Preise und Auszeichnungen

2013 erhielt sie für ihr Engagement den Dunna-Preis des Schweizerischen Verbands der Akademikerinnen, Sektion Graubünden. Mit dieser Auszeichnung wurde sie für ihr Engagement für Frauen und deren Lebensformen sowie für das kulturelle Erbe der Region geehrt. In ihrer Laudatio hob Brigitta Gadient das grosse Engagement der Preisträgerin für Frauen und deren Lebensformen in den Bündner Talschaften hervor.[6][4]

Werke (Auswahl)

Bücher

  • Fünf Safier Frauen. Bardill, Tenna 2000, ISBN 978-6-028-22183-2.
  • Fünf Frauen im Prättigau. Bardill, Tenna 2002, ISBN 978-6-028-22184-9.
  • 16 Handwerkerporträts aus Graubünden (im Schuber). Bardill, Tenna 2004, ISBN 978-6-034-64960-6.
  • Zwischen Anpassung und Widerstand – Lebensformen von Frauen in Graubünden. Bardill, Tenna 2005.
  • Zwischen Ruhe und Anspannung – Lebensformen von Frauen im Graubünden. Bardill, Tenna 2007.
  • Bauernstolz und Bauerntum. Bardill, Tenna 2008, ISBN 978-3-033-01588-3.
  • mit Maria Hunger-Fry, Barbara Steinmann: Safiental – Ruinaulta. Vom Safierberg zur Rheinschlucht. Somedia, Chur 2008, ISBN 978-3-7298-1152-2.
  • Leben im Bergdorf. Frauen in Tenna. edition bardill, Tenna 2010, ISBN 978-3-033-02532-5.
  • Männer und Frauen. Verwurzelt in Graubünden. edition bardill, Tenna 2018, ISBN 978-3-033-06729-5.

Aufsätze (Auswahl)

  • Sektion Tenna des Bündner Bäuerinnen- und Landfrauenverbandes BBLV. In: Bündner Jahrbuch 2017: Bündner Frauenorganisationen. Band 59. Tardis, Chur 2017.
  • National und international im Einsatz für den Weltfrieden – Schweizerischer Verband der Akademikerinnen SVA Sektion Graubünden. In: Bündner Jahrbuch 2017: Bündner Frauenorganisationen. Band 59. Tardis, Chur 2017.

Einzelnachweise

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