Elisabeth Scharwenka
deutsche Koloratursopranistin
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Elisabeth Scharwenka (geboren 1853; Sterbedatum unbekannt)[1] war eine deutsche Koloratursopranistin.
Leben
Elisabeth Scharwenka war eine Cousine der Komponisten Philipp Scharwenka und Xaver Scharwenka.[2][3] Sie erhielt ihre musikalische Ausbildung beim Kapellmeister Eckert[4] und fand ihre erste Anstellung an der Oper in Karlsruhe als Großherzoglich Badische Hof-Opernsängerin.[5] Ihren Dienst begann sie am 16. Juli 1876, wie die Neue Berliner Musikzeitung berichtete.[6] Anschließend war sie am königlichen Opernhaus in Berlin angestellt, bevor sie sich dem Konzertgesang widmete. Zu ihren Paraderollen zählten Gioachino Rossinis Semiramis, bei dem sie besonders ihre kraftvolle Höhe und ihre Geläufigkeit zur Schau stellen konnte. Ferner sang sie häufiger die Rolle der Königin in Giacomo Meyerbeers Oper Die Hugenotten.[7][8] In Konzerten sang sie vielfach Lieder ihrer Cousins Xaver und Philipp Scharwenka.[9] Ob sie tatsächlich bei Pauline Viardot-Garcia Gesangsunterricht hatte, wie in Zeitungen berichtet wird, kann bisher nicht verifiziert werden.[10]
Ihr Debüt im Leipziger Gewandhaus im Jahr 1879 war von mäßigem Erfolg begleitet, doch wurde sie auch in späteren Jahren für Konzerte in Leipzig verpflichtet.[11]
Im Sommer 1883 gastierte Elisabeth Scharwenka in London. Sie sang in der Royal Albert Hall zusammen mit dem Bariton Sir George Henschel, dem niederländischen Cellisten und Komponisten Joseph Hollman und Flora Robertson.[12] Im selben Jahr verlobte sie sich mit Joseph Hollman, wie niederländische Zeitungen berichteten.[13] 1885 wurde sie aber weiter unter ihrem Geburtsnamen Scharwenka und als unverheiratet bezeichnet, obwohl sie weiter mit Joseph Hollman auftrat.[14] Sie war zu diesem Zeitpunkt an der Münchener Oper angestellt.[15]
Ein Schwerpunkt ihrer Konzerttätigkeit bildeten die Niederlande, wo sie durch ihre Verbindung mit Joseph Hollman über vielfältige Kontakte sowie über diverse Auftrittsmöglichkeiten verfügte. So sang sie im Februar 1883 in einem Konzert der Gesellschaft Felix Meritis unter der Leitung von Julius Röntgen Werke von Anton Rubinstein, Robert Schumann sowie eine von Pauline Viardot für Singstimme arrangierte Mazurka von Frédéric Chopin.[16]
Am 20. November 1885 gastierte sie zusammen mit Joseph Hollman in Leuwarden, wo sie Werke von Hollman, Wilhelm Taubert und Thomas aufführte.[17]
In der Spielzeit 1888–1889 zählte sie zum Ensemble des Staatstheaters Wiesbaden,[18] im Jahr 1893 zu dem des Opernhauses von Rostock.[19]
1901 wurde sie in der Kurliste von Bad Kissingen als Gesangslehrerin aus Hannover genannt.[20]
Widmungen
Die Romance pour Violoncelle et Piano, Nr. 1 der vier Pièces pour Violoncelle et Piano von Joseph Hollman, ist „M.elle Elisabeth Scharwenka“ gewidmet.[21]