Elizabeth Mayhew Edmonds
englisch-britische Autorin, Journalistin und Übersetzerin
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Elizabeth Mayhew Edmonds, geborene Waller (* 19. Januar 1821 in St Mary Magdalen, Bermondsey, London; † 20. Januar 1907 in Blackheath, London) war eine englisch-britische Autorin, Journalistin und Übersetzerin, die über das moderne Griechenland schrieb.[1] Durch ihre Veröffentlichungen in Zeitschriften und Journalen sowie in Büchern verschaffte sie dem modernen griechischen Leben in der britischen, viktorianischen Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit.[2]

Leben
Edmonds war die Tochter von John Waller, einem ehemalige Offizier der Royal Navy, und Susanna Green, Tochter eines Chirurgen aus Hoxne, Suffolk. Edmonds war eines von sieben Kindern und wurde zu Hause von ihrem älteren Bruder John, einem Künstler, unterrichtet. Er führte sie in die große Literatur in Englisch, Französisch, Italienisch und Latein ein. Ihre Cousine, die Schriftstellerin Mary Matilda Betham, ermutigte sie, Gedichte zu schreiben.[1]
Im Dezember 1849 heiratete sie Augustus Robert Edmonds. Er arbeitete als Lastkahnbauer und -schiffer und Händler.[3] Das Paar zog nach Blackheath, London, und er ermutigte sie, wieder mit dem Schreiben zu beginnen und Altgriechisch zu lernen. Edmonds begann, sich für Neugriechisch zu interessieren.[1]
1880 reiste Edmonds allein nach Athen. Sie sagte, die Reise diene sowohl ihrer Gesundheit als auch der Fortsetzung ihres Studiums der modernen griechischen Sprache. Zunächst wohnte sie in einem Hotel und dann bei einer britischen Auswandererfamilie, bevor sie schließlich in das Haus eines Professors Kerasos von der Universität Athen zog. 1881 veröffentlichte Edmonds unter dem Pseudonym „E. M. Edmonds“ ihren Bericht über ihre Zeit in Athen unter dem Titel Fair Athens. Das Buch vereinte Beobachtungen über die Gewohnheiten und Bräuche der modernen Stadt und die griechische Lebensweise, einschließlich ihrer Religion, ihrer häuslichen Verhältnisse und ihrer Küche.[1] Sie schrieb über die Reaktionen, die sie als alleinreisende Frau erhielt, darunter den Schock des Hotelportiers und die Reaktion einer Gruppe auf einer Reise nach Megara.[3]
Während ihres Aufenthalts in Athen hatte Edmonds Kontakt zu mehreren zeitgenössischen griechischen Dichtern aufgenommen: Georgios Vizyinos, Georgios Drosinis, Nikolaos Politis und Gregorios Xenopoulos. Nach ihrer Rückkehr nach Großbritannien blieb sie mit ihnen in Kontakt und begann, Übersetzungen ihrer Werke auf Englisch zu veröffentlichen. 1885 veröffentlichte sie eine Sammlung von Übersetzungen mit dem Titel Greek Lays, Idylls, Legends & c., die in zwei Auflagen erschien.[1]
Edmonds wurde eine produktive Übersetzerin moderner griechischer Werke und verfasste zwischen 1881 und 1897 über dreißig Artikel über das moderne Griechenland. Oscar Wilde rezensierte ihre Übersetzungen in der Pall Mall Gazette und beauftragte sie, für das Magazin Woman’s World zu schreiben.[2] Ihre Übersetzung der Memoiren von Theodoros Kolokotronis aus dem Jahr 1892 ist bis heute die einzige vollständige Fassung in englischer Sprache. Sie setzte sich für die Unabhängigkeit Griechenlands ein.[1] Ihre Schriften und die von Isabella Fyvie Mayo machten den viktorianischen Lesern die Rolle der Frauen im griechischen Unabhängigkeitskrieg bewusst.[4]
Edmonds schrieb zwischen 1888 und 1898 drei populäre Romane, in denen sie die Spannung zwischen den kreativen und häuslichen Anforderungen an Frauen und den geschlechtsspezifischen Erwartungen an sie thematisierte. In Mary Myles (1888) ist die gleichnamige Protagonistin eine hervorragende Gelehrte, die als Gouvernante arbeiten muss. In Amygdala: A Tale of the Greek Revolution (1894) begegnet die Hauptfigur Irene der Enttäuschung ihres Vaters darüber, dass sie ein Mädchen ist, indem sie im griechischen Unabhängigkeitskrieg kämpft.[1][2]
Edmonds starb 1907 in Blackheath und wurde in der heute zerstörten St. German’s Church in Blackheath beigesetzt.[1]
Weblinks
Werke (Auswahl)
- Fair Athens. Remington and Co., London 1881 (google.com – Reiseliteratur).
- Hesperas, Rhythm and Rhyme. Trübner & Co., London 1883 (google.de – Gedicht-Übersetzungen).
- Greek Lays, Idylls, Legends & c. Trübner & Co., London 1885 (hathitrust.org – Gedicht-Übersetzungen).
- Mary Myles (2 Bände). Trübner & Co., London 1888 (google.de – Roman).
- Rhigas Pheraios. Longmans, Green and Co., London 1890 (google.de – Biografische Skizze zu Rigas Velestinlis).
- Amygdala: A Tale of the Greek Revolution. George Bell, London 1894 (Roman).
- Jabez Nutyard, Workman and Dreamer. Jarrold & Sons, London 1898 (Roman).