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Elizabeth Warrington

britische Neuropsychologin From Wikipedia, the free encyclopedia

Elizabeth Kerr Warrington (* 1931 in London) ist eine britische Neuropsychologin und emeritierte Professorin des University College London.[1]

Leben

Sie wurde Tochter des Professors John A. V. Butler, F.R.S. und von Margaret L. Butler geboren.[2] Sie studierte am University College London. In den 1950er Jahren promovierte (Ph.D.) am Institute of Neurology in London über visuelle Verarbeitung. Von 1954 bis 1955 war sie Forschungsassistentin am Institute of Neurology in London. Zwischen 1956 und 1959 hatte sie hier ein Forschungsstipendiat inne. Von 1960 bis 1982 war sie Klinische Psychologin am National Hospital for Neurology and Neurosurgery in London, 1962 war sie dort Leitende Psychologin und von 1972 bis 1982 war sie Klinische Psychologin an der Abteilung für Neuropsychologie. Seit 1982 ist sie Professorin für Klinische Neuropsychologie und Leiterin der Klinischen Neuropsychologie am Institut für Neurologie des University College London; seit Juni 2015 ist sie emeritierte Professorin für Klinische Neuropsychologie. Sie ist außerdem Mitglied des Demenzforschungszentrums.

Werk

Ihre Studien konzentrieren sich auf das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Gehirn und Verhalten im weitesten Sinne und insbesondere auf die neuronalen Grundlagen der menschlichen kognitiven Fähigkeiten. Dabei untersucht sie, wie neuronale Netzwerke das Sehen, Wahrnehmen, Erinnern und Sprechen ermöglichen. Das Verständnis der Organisation dieser Netzwerke trägt zur Diagnose und Beurteilung verschiedenster Hirnverletzungen bei. Ihre Arbeit hat zudem maßgeblich zur Überprüfung von Theorien der Kognitionspsychologie beigetragen.

In einer ihrer frühen Studien untersuchte sie Patienten mit einseitigen Hirnschädigungen. Sie fand heraus, dass Menschen mit Schädigungen der rechten Hirnhälfte Schwierigkeiten hatten, Objekte zu erkennen. Dies galt insbesondere, wenn die Objekte aus ungewöhnlichen Winkeln oder unter ungewöhnlichen Lichtverhältnissen fotografiert wurden. Diese Erkenntnisse halfen zu verstehen, dass die verschiedenen Hirnhälften unterschiedliche Aufgaben haben. Sie und ihr Kollege Lawrence Weiskrantz verwendeten einen Test, bei dem Patienten unvollständige Bilder identifizieren mussten. Selbst Patienten mit schwerer Amnesie zeigten Anzeichen dafür, sich an die Bilder zu erinnern, als sie diese erneut sahen. Dies deutete darauf hin, dass das Gehirn auch dann Informationen speichert, wenn Menschen sich nicht bewusst erinnern können. Um mehr über dieses „verborgene“ Gedächtnis zu erfahren, nutzte sie Wortergänzungsaufgaben. Die Patienten lernten Wörter und mussten diese später wiedergeben. Oft konnten sie ein Wort vervollständigen, wenn ihnen die ersten Buchstaben genannt wurden, selbst wenn sie sich nicht daran erinnern konnten, das Wort direkt gelernt zu haben. Diese Studien zeigten, dass es verschiedene Gedächtnisarten gibt, nämlich Implizites Gedächtnis und Explizites Gedächtnis. In einer weiteren Studie untersuchten sie und Tim Shallice einen Patienten mit einer Kopfverletzung. Dieser Patient wies ein stark eingeschränktes Kurzzeitgedächtnis auf, d. h., er konnte sich nur wenige Dinge für kurze Zeit merken. Dennoch war er in der Lage, einige Langzeiterinnerungen zu bilden. Dies deutete darauf hin, dass das Kurzzeitgedächtnis nicht immer für die Bildung von Langzeiterinnerungen erforderlich ist.

Die Diagnose von Hirnschäden war ein weiterer Bestandteil ihrer Arbeit. Ihre neuropsychologischen Untersuchungen nutzten die kognitiven Funktionen eines Patienten, um Erkrankungen wie Schlaganfälle und Demenzerkrankungen wie eine Alzheimer-Krankheit zu identifizieren oder auszuschließen. Dabei hat sie eine Reihe von Testverfahren entwickelten, die auch zur Verlaufskontrolle und zur Planung von Rehabilitationsprogrammen eingesetzt werden können. Durch ihre Tests kann die Diagnose und der Verlauf degenerativer Hirnerkrankungen, welche Wahrnehmung, Sprache und unser Denken beeinträchtigen, dokumentiert werden. Die von ihr herausgearbeiteten Unterschiede im Erinnerungsvermögen (gemeint ist der Unterschied von semantischem versus episodischem Gedächtnis) führten zur Identifizierung einer neuen neurologischen Erkrankung, der semantischen Demenz , die sie 1975 erstmals beschrieben hat. Die semantische Demenz ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, deren häufigstes Symptom der Verlust der Wortbedeutung ist.

Ehrungen/Positionen

Publikationen (Auswahl)

Monografien
  • Mit Rosaleen A. McCarthy: Cognitive Neuropsychology: A Clinical Introduction. Academic Press, Cambridge, Massachusetts 2013, ISBN 978-0-12-384709-6.
  • Mit P. McKenna: Graded Naming Test: Manual. Cambridge Cognition Ltd, Cambridge 2007, ISBN 978-0-9556451-0-5.
  • Visual Object and Space Perception Battery Stimulus Book 3 (VOSP – VISUAL OBJECT & SPACE PERC). Pearson Education Limited, London 2004, ISBN 978-0-7491-3306-1.
  • The Camden Memory Tests. Psychology Press, Hove 1996, ISBN 978-0-86377-826-1.
  • The Camden Memory Tests: Paired Associate Learning Test. Psychology Press, Hove 1996. ISBN 978-0-86377-428-7.
  • Camden Memory Tests Scoring Sheets. Taylor & Francis Ltd, Milton Park 1996, ISBN 978-0-86377-380-8.
  • The Camden Memory Tests: Short Recognition Memory Test for Faces. Psychology Press, Hove 1996, ISBN 978-0-86377-430-0.
  • Mit D. W. Langdon: VESPAR. Verbal and Spatial Reasoning Test. Lawrence Erlbaum Associates Ltd., East Sussex (UK) 1995, ISBN 978-0-86377-365-5.
  • The visual object and space perception battery. Thames Valley Test Company, Bury St. Edmunds 1991, ISBN 978-0-9514322-7-3.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Literatur

Einzelnachweise

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