Elizabeth Wilkinson

britische Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Elizabeth Mary Wilkinson (* 17. September 1909 in Keighley; † 2. Januar 2001 in London) war eine britische Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und Hochschullehrerin.[1]

Leben und Wirken

Elizabeth Wilkinson studierte nach dem Schulbesuch in Manchester zunächst Biologie, Geschichte und Anglistik. Von 1929 bis 1932 wechselte sie dann zum Studium der Germanistik an der University of London (Bedford College). Den Bachelorgrad erwarb sie dort 1932 und legte die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen ab. Bis 1940 war sie dann im Schuldienst in London bzw. Southampton tätig. Ab 1940 arbeitete sie als Dozentin für Germanistik am University College of London und promovierte 1943 zum Ph.D. 1955 wurde sie Gastprofessorin an der University of Chicago und 1958 Professorin an der Columbia University. Von 1960 bis zum Eintritt in den Ruhestand lehrte sie als Professorin am University College der University of London. Gastprofessuren hatte sie an mehreren Universitäten in den USA inne.

Elizabeth Wilkinson beschäftigte sich vor allem mit der deutschen Literatur der Goethezeit, vor allem mit Friedrich Schiller. Neben ihren wissenschaftlichen Arbeiten gab sie Übersetzungen und Editionen heraus. 1972 wurde sie Mitglied der British Academy, 1973 korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen[2] und 1976 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (DASD). 1975 wurde Elizabeth Wilkinson von der DASD mit dem Friedrich-Gundolf-Preis ausgezeichnet, „als Dank für Ihre Vergegenwärtigung der Ästhetik und Dichtung der deutschen Klassik, für ihre in vielen Ländern erfolgreiche Lehrtätigkeit und ihre kritisch-souveräne Vermittlung zwischen der englischen und der deutschen Kultur“.[3]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Johann Elias Schlegel. A German pioneer in aethetics. Blackwell, Oxford 1945 (= Dissertation University of London) (Nachdruck: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-05521-7).
  • Goethes Trilogie der Leidenschaft. Freies Deutsches Hochstift. Frankfurt/M. 1957.
  • Zur Sprache und Struktur der ästhetischen Briefe. In: Akzente, Bd. 6 (1959), S. 389–418.
  • Schiller und die Idee der Aufklärung. Betrachtungen anläßlich der Briefe über die ästhetische Erziehung. In: Jahrbuch der Schiller-Gesellschaft, Bd. 4 (1960), S. 42–59.
  • Schiller, poet or philosopher? Clarendon Press, Oxford 1961.
  • (mit Leonard A. Willoughby): Goethe. Poet and thinker. Essays. Arnold, London 1962 (dt. Übers.: Goethe, Dichter und Denker. Athenäum-Verlag, Frankfurt/M. 1974, ISBN 3-7610-1304-3).
  • (mit Leonard A. Willoughby): The blind man and the poet. An early stage in Goethe's quest for form. In: German studies. Presented to Walter Horace Bruford on his retirement by his pupils, colleagues and friends. Harrap, London 1962, S. 29–57.
  • Schiller and the Gutenberg galaxy. A question of appropriate contexts. In: German life and letters, Bd. 18 (1965), S. 309–318.
  • (mit Leonard A. Willoughby): Nachlese zu Schillers Ästhetik. Auf Wegen der Herausgeber. In: Jahrbuch der Schiller-Gesellschaft, Bd. 11 (1967), S. 374–403.
  • (mit Leonard A. Willoughby): "The whole Man" in Schiller's Theory of Culture and Society. On the virtue of a Plurality of Models. In: Siegbert S. Prawer (Hrsg.): Essays in German language, culture and society [dedicated to Roy Pascal on the occasion of his 65. birthday]. Institute of Germanic Studies, London 1969, S. 177–210.
  • Sprachliche Feinstruktur in Goethes „Egmont“. Zur Beziehung zwischen Gestalt und Gehalt. In: Heinz Otto Burger (Hrsg.): Begriffsbestimmung der Klassik und des Klassischen (= Wege der Forschung, Bd. 210). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972, S. 353–390, ISBN 3-534-04425-8.
  • (mit Leonard A. Willoughby): Schillers ästhetische Erziehung des Menschen. Eine Einführung. Beck, München 1977, ISBN 3-406-06139-7.
  • Über den Begriff der künstlerischen Distanz. Von Schiller und Wordsworth bis zur Gegenwart. In: Deutsche Beiträge zur geistigen Überlieferung, Bd. 3 (1979), S. 69–88.
  • Theologischer Stoff und dichterischer Gehalt in Fausts sogenanntem Credo. In: Werner Keller (Hrsg.): Aufsätze zu Goethes "Faust I" (= Wege der Forschung, Bd. 145). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, S. 551–571, ISBN 3-534-03976-9.
  • (Hrsg.): Goethe revisited. A collection of essays. John Calder, London 1984, ISBN 0-7145-3951-1.
  • (mit Leonard A. Willoughby): Models of wholeness. Some attitudes to language, art and life in the age of Goethe (= Britische und irische Studien zur deutschen Sprache und Literatur, Bd. 30). Lang, Oxford u. a. 2002, ISBN 3-906768-75-9.

Festschrift

  • C. P. Magill (Hrsg.): Tradition and creation. Essays in honour of Elizabeth Mary Wilkinson. W. S. Maney and Son Ltd., Leeds 1978, ISBN 0-901286-10-9.

Einzelnachweise

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