Ellen Neustädter

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Ellen Neustädter, auch Ellen Geyer, Ellen Geyer-Neustädter (geboren am 20. September 1881; gestorben am 12. Juni 1926 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin, Sängerin, Schauspiellehrerin und Regisseurin.

Leben und Wirken

Die Eltern von Ellen Neustädter waren die Übersetzerin Adele Neustädter und der Schriftsteller Max Neustädter. Über ihre Kindheit und Ausbildung ist nichts bekannt.

Ihre künstlerische Laufbahn begann 1903 am Intimen Theater in Nürnberg. 1904 wechselte sie an das Deutsche Theater Berlin. 1905 und 1907 trat sie am Kleinen Theater in Berlin auf. 1912 und 1926 war sie am Residenztheater Berlin engagiert.[1] 1906 heiratete sie den Theaterregisseur Emil Geyer. 1907 wurde die gemeinsame Tochter Eva Maria Geyer geboren.[2] Ellen Neustädter war in Berlin auch als Lehrerin an der Schauspielschule des Deutschen Theaters tätig. Sie unterrichtete die Fächer Rollenstudium und Ensemblespiel.[3] Von der Kritik wurde sie für ihre schauspielerische Leistung in Henry Batailles Liebeswalzer (1910) besonders gelobt.[4] In Ein Amen (1910) beschreibt Else Lasker-Schüler die Schauspielkunst von Ellen Neustädter als „eine tiefe Dichtung“.[5]

1912 übersiedelte die Familie nach Wien. Emil Geyer übernahm die Leitung der Neuen Wiener Bühne. Im selben Jahr trat Ellen Neustädter dem Verband der Neuen Wiener Bühne bei und war bis 1921 als Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin an der Neuen Wiener Bühne tätig. Für den Sommer 1915 kündigten Ellen Neustädter und Emil Geyer an, gemeinsam den Schauspieler-Nachwuchs für die Neue Wiener Bühne auszubilden.[6]

1919 stieß Leo Reuss (auch Leo Reiss) zum Ensemble der Neuen Wiener Bühne und ging eine Beziehung mit Ellen Neustädter ein. Nach der Trennung von Emil Geyer 1921 (vollzogen 1924) wechselten Reuss und Ellen Neustädter an die Hamburger Kammerspiele. Bereits nach einem Jahr trennten sie sich wieder. In der Nacht des 12. Juni 1926 nahm sich Ellen Neustädter in einer Pension im Berliner Stadtteil Charlottenburg mit dem Schlafmittel Veronal das Leben. Sie hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem sie bedauerte, ihre Ehe für Reuss aufgegeben zu haben und nicht mehr gebraucht zu werden.[7]

Regie (Auswahl)

Schauspiel (Auswahl)

Hörspiele (Auswahl)

Einzelnachweise

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