Emanuel Jacob

Schweizer Bildener Künstler From Wikipedia, the free encyclopedia

Emanuel Jacob (* 1. Dezember 1917 in Trubschachen; † 24. Dezember 1966 in Russikon) war ein Schweizer Maler, Zeichner und Graphiker.

Leben

Emanuel Jacob wuchs in einer streng religiösen Familie auf, wobei die schwierige Ablösung vom Vater sein Leben prägte. Nach seiner allgemeinen Schulbildung besuchte er ab 1933 die Kunstgewerbeschule in Bern, der Vorläuferbildungsstätte der Schule für Gestaltung Bern und Biel. Anschliessend machte er eine Lehre als Farbätzer, die er 1938 abschloss. Er wohnte seit 1942 in Zürich und baute 1961 in Russikon sein eigenes Atelier-Haus.[1]

Nach seiner formalen, künstlerischen Ausbildung entschied er sich nach Jahren der Unsicherheit und autodidaktischer Arbeit endgültig für die Malerei, insbesondere nach Aufenthalten in Paris und Südfrankreich ab 1946. Ab den 1950er Jahren etablierte er sich als abstrakter Maler, erhielt wichtige Anerkennungen und realisierte zahlreiche Kunstwerke im öffentlichen Raum. 1965 wurde er mit dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis ausgezeichnet. Eine Krebserkrankung schränkte sein Arbeiten fortan stark ein. 1996 fand eine Retrospektive seines Werks statt.[2]

Stilistisch entwickelte sich Jacobs Malerei von der Schweizer Gegenstandskunst über kubistische und konstruktive Einflüsse hin zu einer eigenständigen abstrakten Bildsprache, geprägt von Paul Klee, später von Tachismus und gestischer Malerei. Seine Kunst bewegt sich zwischen freier Geste und kontrollierter Komposition. Bedeutend sind seine grossformatigen Gemälde der 1960er Jahre sowie die während Krankheitsphasen entstandenen Aquarelle von meditativem Charakter. Neben der bildenden Kunst reflektierte Jacob sein Schaffen schriftlich in Aufzeichnungen, Essays und literarischen Texten.[2]

Nachlass

Sein Nachlass (Fonds) wird im Swiss Institute for Art Research (SIKART) aufbewahrt. Dort befinden sich zahlreiche Tagebücher und kunsttheoretische Schriften. Diese Dokumente wurden 1981 und erneut 2001 von seiner Witwe Elisabeth Jacob dem Archiv geschenkt.

Einzelnachweise

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