Emanuel Prinz zu Salm-Salm
deutscher Jurist, seit 2024 Chef des Fürstenhauses Salm und Salm-Salm
From Wikipedia, the free encyclopedia
Emanuel Philipp Nikolaus Johann Felix Fürst zu Salm und Salm-Salm (* 6. Dezember 1961 in Münster)[1][2] ist ein deutscher Jurist, Forst- und Landwirt und war von 2011 bis 2026 Hochmeister (Präsident) des katholischen Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Seit 2024 ist er Chef des Hauses Salm und Salm-Salm.
Leben
Emanuel zu Salm ist das älteste von vier Kindern von Carl Philipp Fürst zu Salm und Salm-Salm und Erika, geborene von Morgen (* 19. März 1935; † 17. April 2007).
Nach seinem Abitur am St.-Georg-Gymnasium in Bocholt absolvierte er eine Lehre zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank in Soest. Von 1985 bis 1991 studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Hamburg, Köln und Münster und promovierte.
Zunächst arbeitete Salm als persönlicher Assistent und Büroleiter des Bundestagsabgeordneten und späteren Ministers Matthias Wissmann, anschließend in der Geschäftsführung der Oppenheim Vermögenstreuhand GmbH des Bankhauses Sal. Oppenheim, danach bei Giesecke+Devrient und anschließend als Geschäftsführer der DTP Neue Medien.
Gegenwärtig führt er die Fürstlich Salm-Salm’schen Verwaltung, die Vermögensverwaltung der Familie,[3] die er 2001 von seinem Vater übernommen hat. Er ist verheiratet und lebt in Rhede und Anholt. Mit dem Tod seines Vaters (6. August 2024) wurde er Chef des Hauses Salm und Salm-Salm.[4] Nach historischem Adelsrecht und historischer Titulatur wird er als 10. Fürst zu Salm-Salm, 10. Fürst zu Salm-Kyrburg, 15. Fürst zu Salm, Wild- und Rheingraf, Fürst zu Ahaus und Bocholt, Herzog von Hoogstraeten, Markgraf und Herzog von Monferrato sowie Herr zu Vinstingen, Anholt und Werth betrachtet.
Neben dem Herrenhaus Schloss Rhede gehört seiner Familie auch die Wasserburg Anholt in Isselburg. Somit ist er Inhaber einer der wenigen großen Park- und Schlossanlagen Nordrhein-Westfalens in Privatbesitz. Die Wasserburg Anholt beherbergt ein öffentlich zugängliches kunstgeschichtlich bedeutendes Museum für niederländische, flämische und deutsche Kunst sowie eine kulturhistorisch wertvolle Bibliothek und eines der wenigen großen, noch privat geführten Archive in der Bundesrepublik, das von einem hauptamtlichen Archivar betreut wird und der Forschung offensteht.[5][6] Darüber hinaus umfasst das Ensemble der Wasserburg Anholt einen Golfclub,[7] ein Hotel und Restaurants sowie einen der Öffentlichkeit zugänglichen historischen Wildpark, die Anholter Schweiz.
Engagement
Am 27. März 2011 übernahm er das als Hochmeister bezeichnete Amt eines Präsidenten des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften von Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, das er am 22. März 2026 an seinen Nachfolger Max Freiherr Spies von Büllesheim übergab.[3] Außerdem war er von 2011 bis 2016 Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken,[8] bis 2015 engagierte er sich im Kuratorium der Jugendstiftung „hilfreich, edel und gut“[9] des Diözesanverbands Essen im Bund der Deutschen Katholischen Jugend und weiterer katholischer Einrichtungen wie dem Trägerverein 101. Deutscher Katholikentag Münster e. V.[10] Des Weiteren ist er Stiftungsvorstand von Stiftung Ja zum Leben[11]. Salm ist darüber hinaus Kuratoriumsmitglied der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlands e. V.[12] und Beirat der Vereinigung Westfälischer Adelsarchive.[13]
Ferner ist er Justiz- und Großkreuzritter des Religiösen und Militärischen Constantinischen Orden des Hl. Georg und seit 2020 Präsident der Königlichen Kommission für Deutschland.[14][15] Seit November 2016 ist Salm Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies, seit 2025 Träger des Landesverdienstordens von Nordrhein-Westfalen.[16][17]
Dissertation
- Die Entstehung des fürstlich Salm-Salm’schen Fideikommisses unter besonderer Berücksichtigung der vor den höchsten Reichsgerichten geführten Prozesse bis zum Pariser Brüdervergleich vom 5. Juli 1771 (= Ius vivens. Abt. B: Rechtsgeschichtliche Abhandlungen. 3). Lit, Münster 1996, ISBN 3-8258-2605-8 (Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, 1995).
Literatur
- Gothaisches Genealogisches Handbuch: Fürstliche Häuser 1 (GGH 1), Verlag des Deutschen Adelsarchivs, Marburg 2015, ISBN 978-3-98172-430-1, S. 421.
Weblinks
- Ausführliches Lebensbild
- Hochmeister
- Wasserburg Anholt
- Die Fürsten zu Salm-Salm | Deutscher Hochadel auf YouTube (Video 44 Min.)
- Religiöser und Militärischer Constantinischer Ordens des Hl. Georg – Constantinorden, Website der Königliche Kommission für Deutschland